Shared Mobility

22. Juli 2014 10:27; Akt: 22.07.2014 10:27 Print

Das Teilen wird zum Milliardengeschäft

von Yves Hollenstein - Eine neue Studie prophezeit dem Markt der geteilten Mobilität ein jährliches Wachstum im zweistelligen Prozentbereich. Immer beliebter wird auch die Velo- und Parkplatz-Teilete.

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Die Schweiz ist ein Land von Auto-Teilern. Klarer Marktführer ist Mobility, das im letzten Jahr 112'000 Nutzer zählte. Dieser Carsharing-Markt wird laut Roland Berger bis 2020 voraussichtlich um 30 Prozent jährlich wachsen - auf 6,8 Milliarden Franken Umsatz weltweit. Seit rund einem Jahr ist die Taxi-App Uber in Zürich präsent - nicht zur Freude der traditionellen Taxifahrer. Doch der Taxivermittler ist laut den Studienautoren weit mehr als nur ein kurzes Nischenphänomen: Der Markt für organisiertes Mitfahren und Taxidienste werde am stärksten zulegen - um rund 35 Prozent jährlich auf rund 6,3 Milliarden Franken. «Wir wollen einfach von A nach B, die Art des Fahrzeuges spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle», sagt Zukunftsforscherin Martina Kühne. Da kann es auch das Fahrrad sein und mit der flächendeckenden Verbreitung des E-Bikes soll der weltweite Markt für den Fahrradverleih bis 2020 um rund 20 Prozent jährlich weiterwachsen - auf bis zu 6,4 Milliarden Franken. Grösster Schweizer Anbieter ist nach eigenen Angaben die PostAuto-Tochter PubliBike, die momentan aber noch vornehmlich in der Romandie verbreitet ist. Über 160'000 haben im vergangenen Jahr den Dienst genutzt. In der Stadt einen freien Parkplatz zu finden, gestaltet sich meist als äusserst schwierig. Durch die mobile Kommunikation und die Einbeziehung von privaten Stellplätzen öffnet sich daher ein neuer, attraktiver Markt. Dieser dürfte voraussichtlich um 25 Prozent jährlich wachsen und bis 2020 ein Geschäftsvolumen von rund 2,5 Milliarden Franken erreichen.

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Nutzen statt besitzen lautet das neue Credo in Sachen Mobilität. Carsharing-Dienste wie Mobility oder die Taxi-App Uber sind laut einer einer am Montag veröffentlichten Studie des Strategieberatungsunternehmens Roland Berger weit mehr als ein kurzes Nischenphänomen: Die Studienautoren gehen im Shared-Mobility-Markt von jährlichen weltweiten Wachstumsraten von bis zu 35 Prozent aus.

In den meisten neuen Geschäftsbereichen rund um Autos, Fahrräder, Mitfahrgelegenheiten und Parkplatzdiensten soll nach den Experten in den nächsten fünf bis sechs Jahren die Grenze von 6 Milliarden Franken Jahresumsatz weltweit geknackt werden. «Dank der intelligenten Verknüpfung von Mobilitätsangeboten wird Shared Mobility vor allem in den Städten stark zunehmen», sagt Sven Siepen von Roland Berger Schweiz.

Dies bestätigt auch die Zukunftsforscherin Martina Kühne vom Gottlieb Duttweiler Institut GDI. Der einfache Zugang zu einem Fahrzeug sei für immer mehr Leute wichtiger als der Besitz eines solchen. «Wir wollen einfach von A nach B, die Art des Fahrzeuges spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle», so Kühne.

Verschiedene Faktoren

Neben dem sozialen Wandel hin zum Teilen machen die Experten auch auch den Platzmangel – speziell in den Ballungszentren – für die immer grössere Beliebtheit von Shard Mobility verantwortlich. Dies mache alternative Mobilitätskonzepte nötig und durch die immer grössere Anzahl älterer Menschen steige der Bedarf an individuellen und günstigen Bring- und Holdiensten.

Und so sieht das Wachstum in den einzelnen Bereichen aus:

Carsharing

Dieser Markt wird laut Roland Berger bis 2020 voraussichtlich um 30 Prozent jährlich wachsen – auf 6,8 Milliarden Franken Umsatz weltweit. Dabei sollen zahlreiche Geschäftsmöglichkeiten im Business-to-Business-Bereich (Flottenmanagement), im Kundengeschäft (Autovermietung) sowie im sogenannten Peer-to-Peer-Bereich (Ausleihe von Privat zu Privat) entstehen. Grösster Anbieter in der Schweiz in diesem Bereich ist zurzeit Mobility.

Ridesharing

Der Markt für organisiertes Mitfahren und Taxidienste auf kurzen und mittleren Strecken wird am stärksten zulegen – um rund 35 Prozent jährlich. Die Studienautoren rechnen bis 2020 mit einem weltweiten Marktvolumen von rund 6,3 Milliarden Franken. Vor allem das Ridesharing mit privaten Fahrern wird im städtischen Bereich deutlich zunehmen. Seit rund einem Jahr ist in Zürich der Taxivermittler Uber aktiv und sorgt für Furore.

Bikesharing

Dank dem flächendeckenden Einsatz von E-Bikes soll der weltweite Markt für den Fahrradverleih bis 2020 um rund 20 Prozent jährlich weiterwachsen – auf bis zu 6,4 Milliarden Franken. Grösster Schweizer Anbieter ist nach eigenen Angaben die PostAuto-Tochter PubliBike, die momentan aber noch vornehmlich in der Romandie verbreitet ist. Über 160'000 Personen haben im vergangenen Jahr den Dienst genutzt.

Shared Parking

Dieser Markt steckt noch am meisten in den Kinderschuhen, doch die Parkplatzsuche in Grossstädten ist eine der grössten Hürden für Autofahrer. Durch die mobile Kommunikation und die Einbeziehung von privaten Stellplätzen öffnet sich daher ein neuer, attraktiver Markt. Dieser dürfte voraussichtlich um 25 Prozent jährlich wachsen und bis 2020 ein Geschäftsvolumen von rund 2,5 Milliarden Franken erreichen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Small Stan am 22.07.2014 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    die Rechnung ohne den Wirt gemacht

    nur die Linken sind wieder dagegen. Die Stadt Zürich hat ja schon offiziell ihre Meinung über die Parkplatzsuch-App veröffentlicht und sich beinahe überlegt, diese zu verbieten! So viel zum Thema Fortschritt, wenn Ideologie im Weg steht.......und zudem entgehen ja der Stadt Millionen, wenn man die Abzockerparkhäuserr nicht mehr nutzt.......

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  • Bündner am 22.07.2014 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diese Englischen Begriffe gehen mir auf die Nerven

    Unabgängig vom Inhalt gehen mir silche Nachrichten mit englischen Begriffen auf die Nerven. Fördert insere Landessprachen und habt etwas mehr Fantasie.

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  • De Schneller am 22.07.2014 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... isch de gschwinder

    Beim Parkplätze Teilen gibt es ein Problem: Fixkosten ja, Parkplatzgarantie nein. Gewinner ist derjenige, der das "Geschäft" macht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Seefahn am 23.07.2014 00:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Achtung Mobilityauto

    Ein Mobilitylogo hinten am Auto ist meist das Gütesiegel für schlechte Autofahrer.

  • Kumba am 23.07.2014 00:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wo kann man ein Skateboard mieten?

    Ich würde mir gerne ein Board mieten um einen Kebab zu kaufen. Während man Velo oder Auto fährt kann man ihn leider nicht essen.

  • max am 22.07.2014 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klingt irgendwie nach Kommunismus.

    Und das funktioniert in unserer egoistischen Welt nicht.

    • Hamlet am 22.07.2014 23:11 Report Diesen Beitrag melden

      FALSCH

      Es funktioniert in einer Gruppe, die die gleichen Werte teilt.

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  • Marc am 22.07.2014 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht für alle

    Für einige, wie mich, ist das ok. Ich würde sonst nicht Autofahren da ich selten eines brauche. Es wird aber immer Leute geben die ein eigenes Auto brauchen.

  • Dave McWide am 22.07.2014 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    noch viel meeeehhhhhrrrr

    Es muss noch viel mehr geteilt werden! Werkzeuge, Maschinen, Drucker, Fotoapparate, Zoomobjektive, Sportausrüstung, etc... Für was soll ich z.B. eine Bohrmaschine anschaffen, wenn ich sie 1x im Jahr brauche.

    • Hans am 22.07.2014 14:04 Report Diesen Beitrag melden

      Sicher nicht

      Weil du mir die geliehene Bohrmaschine defekt zurückbringen würdest. Darum.

    • Marco am 22.07.2014 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gibts schon.

      Gibt schon öffentliche Werkstätten mit Sägen, Bohrer und Lötkolben. Und auch schon vorher konnte man ja mal in einer Werkstatt oder so fragen.

    • stan am 22.07.2014 14:26 Report Diesen Beitrag melden

      ach was

      dann geh doch zum Nachbar und leih dir eine Bohrmaschiene aus. Machen Leute schon seit ewig so. Dazu muss das Rad nicht neu erfunden werden.

    • Raffael M. am 22.07.2014 17:36 Report Diesen Beitrag melden

      Gibt's schon!

      Auf Sharely kannst du genau solche dinge mieten und vermieten. Da geht's ganz einfach.

    • Thomas am 22.07.2014 18:08 Report Diesen Beitrag melden

      Man kann es auch übertreiben

      Bohrmaschine kauft man einmal und hat sie 40 Jahre (3 Fr. im Jahr). Zumindest mein Vater, meine ist erst 15 Jahre alt. Drucker, machen Sie Witze, der muss da sein wenn ich ihn brauche, ansonsten gehen Sie in einen Kopierladen, die Drucken ab USB Stick. Foto- und Sportausrüstung ist zu heikel (Beschädigung), ausserdem kann man beides schon lange mieten und dabei gleich was passendes auswählen.

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