Neue Gesetze und Regeln

28. Dezember 2019 17:31; Akt: 28.12.2019 17:31 Print

Das ändert sich im neuen Jahr

Einkaufstouristen müssen neu für mindestens 50 Euro shoppen und es kommt im Zugverkehr zu mehr Verspätungen – 2020 bringt einige Änderungen. Ein Überblick.

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In wenigen Tagen ist Silvester. Im neuen Jahr gibt es einige Änderungen für die Konsumenten. Das sind die wichtigsten: SBB-Kunden müssen sich nächstes Jahr auf Verspätungen, Zugsausfälle und Umleitungen einstellen. Denn 2020 erreicht die Zahl der Baustellen bei der SBB einen neuen Höchstwert. Über 2 Milliarden Franken investieren die Bundesbahnen in ihr Schienennetz. Die grössten Arbeiten finden zwischen Genf und Lausanne, am Zugersee, beim Knoten Bern, zwischen Olten und Aarau sowie in der Nordwestschweiz zwischen Basel und Liestal statt. Einkaufstouristen müssen nächstes Jahr für mindestens 50 Euro in Deutschland einkaufen. Nur für Quittungen ab diesem Betrag erhalten sie den grünen Ausfuhrzettel, um die deutsche Mehrwertsteuer zurückzuerhalten. Das hat das deutsche Finanzministerium beschlossen. Ursprünglich wollte der deutsche Finanzminister Olaf Scholz (SPD) eine Grenze von 175 Euro einführen. Ab dem 1. Januar 2020 müssen Autofahrer nur noch eine obligatorische Weiterausbildung absolvieren. Das hat der Bundesrat bereits 2018 beschlossen. Der Kurs muss innerhalb von 12 Monaten nach dem Erhalt des Führerausweises auf Probe besucht werden. Er dauert 7 Stunden und wird an einem Tag durchgeführt. Bislang mussten Personen, die den Fahrausweis auf Probe besitzen, zwei Weiterbildungen besuchen. Die Deklaration von Auslandssendungen bis zu einem Gewicht von 2 Kilogramm erfolgt ab dem 1. Januar 2020 online. Für Sendungen in die USA gilt diese Regel bereits seit dem 1. Juli dieses Jahres. Wer das Onlineformular am Schalter durchs Postpersonal machen lässt, zahlt dafür 3 Franken. Bisher musste für Pakete ins Ausland nur ein grünes Deklarationspapier ausgefüllt werden. Post-Kunden erhalten ab Anfang Jahr Rabatt auf ihre Päckli: Wer sein Paket im Internet adressiert und frankiert, muss weniger zahlen. So gibt es ab 2020 für ein Paket bis zu 10 Kilogramm 1.50 Franken Abschlag. Ist das Päckli bis zu 30 Kilogramm schwer, sind es 3 Franken weniger. Das hat die Post mit dem Preisüberwacher vereinbart. Ab Juli 2020 erhöht die Postfinance die Gebühren für Einzahlungen am Schalter. Dann müssen Empfänger der Rechnungsbeträge rund 30 Prozent mehr bezahlen. Der Tarif für eine 50-Franken-Einzahlung mit einem orangen Einzahlungsschein oder einer neuen QR-Rechnung wird also von 90 Rappen auf 1.20 Franken erhöht. Postfinance wollte ursprünglich sogar eine noch stärkere Erhöhung der Gebühren, doch der Preisüberwacher legte dagegen sein Veto ein. Ab dem Jahr 2020 gilt für Personenwagen ein Zielwert von 95 Gramm CO2 pro Kilometer. Damit dürfen die Autos einer Hersteller-Flotte im Schnitt nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen. Ansonsten drohen den Herstellern hohe Bussen. Klein- und Privatimporteure müssen vor der Fahrzeugzulassung die CO2-Emissionen beim Bundesamt für Strassen bescheinigen lassen. Die CO2-Limite gilt aber nur für Neuwagen. Ab dem neuen Jahr wird es schwieriger, Früchte, Gemüse oder Pflanzen aus den Ferien heimzubringen: Neu braucht es für die Einfuhr von ausserhalb der EU ein Zeugnis. Denn laut Bundesamt für Landwirtschaft steigt durch Reisen, internationalen Handel und Klimawandel das Risiko, dass Schädlinge oder Pflanzenkrankheiten eingeschleppt werden. Bisher haben die Noten aus früheren Serien ihren Wert nach 20 Jahren verloren. Damit ist jetzt Schluss, wie der Bundesrat und das Parlament beschlossen haben. Ab der sechsten Banknotenserie aus den 1970er-Jahren können alte Banknoten künftig unbegrenzt bei der Nationalbank eingetauscht werden. Diese über 40 Jahre alten Noten haben somit ab dem 1. Januar 2020 wieder ihren aufgedruckten Wert. Die neue mittlere Prämie für alle Krankenkassenversicherten steigt 2020 um durchschnittlich 0,2 Prozent. Damit beläuft sie sich im Schnitt auf 315.40 Franken. Doch in zehn Kantonen müssen die Versicherten sogar weniger bezahlen: AG, BE, BS, LU, SH, SO, SZ, VD, ZG und ZH. In fünf Kantonen (AR, GR, NE, TI und VS) hingegen steigen die Prämien um über 1,5 Prozent. In den übrigen Kantonen beträgt das Plus zwischen 0 und 1,5 Prozent. Ab Anfang Jahr steigen die AHV-Beiträge. Der AHV-Lohnbeitrag wird für Arbeitnehmende um 0,3 Prozentpunkte angehoben und zwar von 8,4 auf 8,7 Prozent. Die Erhöhung wird zur Hälfte von den Arbeitgebern und zur Hälfte von den Arbeitnehmenden getragen. Die auf dem Lohn erhobenen AHV-, IV-, EO-, ALV-Beiträge belaufen sich damit 2020 auf 12,75 Prozent. 2019 waren es noch 12,45 Prozent.

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Im neuen Jahr treten neue Gesetze und Regeln in Kraft: Wer 2020 in Deutschland einkauft und die Mehrwertsteuer zurückerhalten möchte, muss neu für mindestens 50 Euro shoppen. Zudem sollten SBB-Kunden im neuen Jahr mit Verspätungen und Umleitungen rechnen, denn die Bundesbahnen bauen 2020 so viel um wie noch nie.

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(bsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mlööööö am 28.12.2019 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2020

    es wäre wünschenswert wenn es 2020 vorwärts ginge im parlament, kk nach einkommen ca. 4% vom bruttolohn, eine mindestrente von 4000fr. für alle dafür keine ergänzungsleistung, eigenmietwert abschaffen, keine grenzgänger mehr aufnehmen dafür den plus 50 arbeitsplätze beschaffen, importkartelle abschaffen, keine wirtschaftsflüchtlinge mehr aufnehmen wir können und wollen nicht mehr für solche bezahlen genug ist genug, macht mal vorwärts

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  • Madds am 28.12.2019 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Paradox

    Ja, in meinem Kanton sind die Prämien gesunken ( wir sind zu sechst mit 3 erwachsenen Kindern die noch studieren) ABER der Kanton hat gleichzeitig die Prämienverbilligung auf die Hälfte reduziert und jetzt zahlen wir 2020 alle zusammen fast 500.- mehr im Monat. Wie soll das für Normalverdiener denn zu stemmen sein?

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  • Jacqueline am 28.12.2019 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit dem Kartellrecht

    Und wieder eine Hürde mehr um die Hochpreisinsel Schweiz zu zementieren. Schafft endlich das Kartellrecht ab! Darüber wollen wir Konsumenten mal was hören. Von: Kosumentenschutz, Preisüberwacher und allen voran von unseren gewählten Herren in Bern.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Max Peret am 30.12.2019 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Sprachverhunzung

    Und wenn ich nun für unter 50 Euro einkaufe, und nicht shoppe. Shoppen tu ich nämlich nur im Frühshoppen.

  • Markus Blatter am 29.12.2019 23:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ist Geiz wirklich geil?

    Dann geben Sie sich auch mit einem EU-Lohn zufrieden?

  • Ueli Meier am 29.12.2019 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe

    Freut mich das sich viele über die 50 Euro aufregen. Über die anderen Veränderungen machen wir uns keine Gedanken?

    • Erika Huber am 29.12.2019 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ueli Meier

      Wir regen uns gerne über den Nachbarn auf, vielleicht sind wir uns zu ähnlich?

    • Fritz Kunz am 29.12.2019 19:01 Report Diesen Beitrag melden

      @ Erika Huber

      Bitte schliessen Sie nicht von sich auf andere, danke.

    • Walter Hinz am 29.12.2019 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fritz Kunz

      Was meinen Sie, dass wir uns ähnlich sind oder dass wir uns über unsere Nachbarn aufregen? Es gibt allerdings für beides gewisse Häufungspunkte.

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  • HerrZ am 29.12.2019 15:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mehr oder weniger

    Mehr Pflichten weniger Rechte, mehr Arbeit weniger Geld, mehr Überwachung weniger Meinungsfreiheit, mehr Digital weniger Analog, und last but not least mehr Menschen weniger Platz.

  • Olly am 29.12.2019 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was genau ausser.....

    Also ich habe nicht verstanden was sich für mich ändern soll. Ausser natürlich dass ich zu bezahlen habe. Immer mehr. Das kennen wir aber schon oder?