WEF-Rede

21. Januar 2020 14:41; Akt: 21.01.2020 17:34 Print

Das bedeutet Trumps Rede wirklich

von Raphael Knecht - Optimismus und viele Fakten: Trumps Rede am WEF enthielt einige Überraschungen. Auch sein Stil war anders als sonst.

Am WEF gab sich Trump ungewöhnlich optimistisch. (Video: 20M)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Donald Trump hat zum Auftakt des World Economic Forum (WEF) eine knapp 40 Minuten lange Rede gehalten. Darin lobte er sich in hohen Tönen und gab sich ausserordentlich optimistisch. Dass er kein einziges Wort über das Impeachment-Verfahren sagte, überraschte Martin Naville, CEO der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer: «Trump blieb sehr diszipliniert und erlaubte sich kaum Abschweifungen. Er fuchtelte auch weniger herum als sonst.»

Umfrage
Trumps Rede war ...

Und was wollte Trump mit seiner WEF-Ansprache genau bezwecken? Naville gibt seine Einschätzung:

«Der amerikanische Traum ist zurück, grösser und stärker als je zuvor.»

Im Vergleich zu 2018 habe Trump sein Eigenlob in der diesjährigen Rede viel besser mit Fakten unterlegt, sagt Naville: «Ich bin überrascht, wie viele Zahlen er brachte – die meisten davon sind tatsächlich richtig.» Ob alle Erfolge wirklich auf ihn zurückzuführen seien, darüber könne man sich streiten – aber Trump habe sicher mitgewirkt. Für den kommenden Wahlkampf wolle er das vor allem den Amerikanern in Erinnerung rufen.

«Zum ersten Mal seit Jahrzehnten sind wir nicht nur dabei, Wohlstand für wenige zu erzeugen, sondern wir geben allen Amerikanern, egal welcher Hautfarbe, Religion oder welchen Geschlechts, eine Zukunft.»

Tatsächlich war die Arbeitslosigkeit in den USA noch nie so tief wie jetzt, und zwar in allen Bevölkerungsschichten, etwa für Frauen, Schwarze, Hispanics oder Veteranen – und die Reallöhne sind effektiv gestiegen. Trump betone bewusst, dass diese Erfolge allen zugutekämen, so Naville: «Denn seine Achillesferse ist die Steuerreform, von der Kritiker immer sagten, nur die Reichen würden davon profitieren.»

«Ich will andere Nationen aufrufen, unserem Beispiel zu folgen und die Bürokratie abzubauen.»

«Die USA haben ein Experiment gewagt und begonnen, radikal Regulierungen zu reduzieren – das könnte man auch in der Schweiz mal probieren», sagt Naville. Trump wolle signalisieren, dass das Experiment erfolgreich war, und so Amerika auf ein Podest als weltweites Vorbild stellen.

«Unsere Beziehungen mit China sind heute besser als je zuvor.»

Auch hier gibt Naville Trump recht: «Wenn man die letzten zehn bis fünfzehn Jahre anschaut, stimmt das sicher.» Trump habe Glück, dass das Abkommen mit China grad kurz vor dem WEF unterschrieben worden sei, sodass er das jetzt als sein Erfolg verkaufen könne. Man müsse Trump aber jedenfalls zugutehalten, dass er die Probleme im Handel mit China zumindest angehe. «Und dass sie noch lange nicht gelöst sind und auch weitere Zölle eingeführt werden, verschwieg er in seiner Rede nicht.»

«Die USA werden der 1-Billion-Bäume-Initiative beitreten.»

Das war der einzige Punkt in Trumps Rede, wo das Publikum applaudierte. «Trump ist sich bewusst, dass es eine Klimakrise gibt, aber ihm ist es wichtig, dass sie mit technologischen Mitteln, nicht mit Regulierungen bewältigt wird», so Naville. Darum habe er während der Rede immer wieder die technischen Fortschritte der USA betont.

«Wir werden Dinge tun, die niemand für möglich gehalten hat.»

Naville ist erstaunt, dass sich Trump so optimistisch gab: «Das sind neue Töne für ihn – er ist meistens sehr düster.» Gründe für die gute Stimmung gebe es wohl drei: Einerseits habe er in den vergangenen drei Jahren effektiv Erfolge feiern können. Auch weil der Wahlkampf bevorstehe, sei es strategisch sinnvoll, sich optimistisch zu geben. «Und wahrscheinlich glaubt Trump wirklich, dass die USA Dinge erreichen können, die niemand für möglich gehalten hat.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mickey House am 21.01.2020 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Trumps Hinweis...

    ...die Bürokratie in der Schweiz abzubauen, sollte man sich hier dringendst zu Herzen nehmen. Der Staat wuchert überall aus: In der Familienpolitik, der Kesb, dem Sozialstaat, den Steuern, dem Rechtsystem, den Subventionen, mehr Staatsangestellte etc. Überall Regulierungen, Abgaben, Gebühren. Das Mass ist eigentlich längst schon übervoll

    einklappen einklappen
  • Herbie Rudin am 21.01.2020 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Tesla

    Der Schweiz und Europa fehlt tatsächlich ein solcher Leader. Nach wie vor kommen alle Innovationen aus USA. Bei uns wird mit Regulierung alles erstickt.

    einklappen einklappen
  • Jonas am 21.01.2020 14:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tatsache

    Ich stimme mit ihm sicher nicht überein in allen Punkten. Aber im Gegensatz zu den meisten anderen Politikern steht der Mann fast immer zu seinem Wort und hat im Vergleich zu seinem Vorgänger deutlich mehr Erfolge zu verbuchen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mr FiveDucks am 25.01.2020 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hahaha

    So eine lächerliche Figur HAHAHA

  • Wörni am 25.01.2020 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kritik in der Form ist Rufmord

    Wir urteilen über einen Präsidenten, der vom Volk gewählt ist. Wir haben doch keine Ahnung was da alles läuft. Es ist eine Tatsache, dass USA einen Unternehmer gewählt haben und keinen Politiker. Unternehmer handeln viel kurz- fristiger, was nicht nur schlecht ist. Wenn wir all die Jahre die vielen Politiker beobachten, muss man doch zum Schluss kommen "viele Worte und Konferenzen" wenig Lösungen. Die christlichen Werte sind verloren gegangen, sollte man wieder aktivieren. Gilt auch für die Unternehmer.

  • D. Enk-Zettel am 24.01.2020 23:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wetten dass.....

    Der nächste Präsident der USA wird 2 Amtszeiten nutzen müssen, um die Scherben des jetzigen zu beseitigen.

    • Mk am 25.01.2020 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @D. Enk-Zettel

      Falsch, Trump räumt gerade die Scherben seines Vorgängers auf. Die 7 Kriege die Obama angefangen hat beenden, Obamacare, wo nur die Versicherungskonzerne profitieren umbauen, Korruption in den Regierung aufdecken (Zb. Biden in der Ukraine) Massenmigration einschränken,Handelsabkommen neu aushandeln usw...

    einklappen einklappen
  • Tokken am 24.01.2020 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mr. President

    The Best President. Würde ihm Gerne die Hand schütteln und Sagen das er der Beste ist.

  • thom am 24.01.2020 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trum Fans

    die trump fans sind sehr leise. hängt es damit zusammen, dass er mal kurz leute umgebracht hat?