Unerlaubtes Kartell

10. Februar 2011 11:39; Akt: 10.02.2011 11:59 Print

Das faule Geschäft mit Feuerwehrautos

Deutsche Hersteller von Löschfahrzeugen kassieren eine Millionenbusse – wegen verbotenen Preisabsprachen. Getroffen haben sie sich regelmässig auf dem Flughafen Zürich-Kloten.

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Es brennt bei den Herstellern von Feuerwehrfahrzeugen: Das deutsche Bundeskartellamt hat gegen drei Hersteller von Löschfahrzeugen wegen verbotener Preis- und Quotenabsprachen Bussgelder in einer Gesamthöhe von 20,5 Millionen Euro verhängt. Gegen einen vierten Hersteller dauere das Verfahren noch an, berichtete die Wettbewerbsbehörde am Donnerstag.

Kartellamtspräsident Andreas Mund sagte, die Unternehmen hätten seit mindestens 2001 den Markt für Feuerwehrlöschfahrzeuge in Deutschland untereinander aufgeteilt. Dabei ist das Verfahren gegen die Löschfahrzeughersteller möglicherweise nur der Anfang. Denn parallel ermittelt die Aufsichtsbehörde auch noch gegen die Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen mit Drehleitern.

Spur führte nach Zürich

Die vier Mitglieder des Löschfahrzeug-Kartells sollen sich über Jahre hinweg über ihre Verkaufsanteile verständigt haben. Dazu meldeten die Unternehmen laut Kartellamt ihre Auftragseingänge an einen in der Schweiz ansässigen Wirtschaftsprüfer.

Die Einhaltung der vereinbarten Quoten sei bei regelmässigen Kartelltreffen am Züricher Flughafen überprüft worden. Darüber hinaus hätten die Unternehmen Erhöhungen ihrer Angebotspreise abgesprochen.

Neben der «Zürich-Runde» gab es den Ermittlungen zufolge regelmässige Zusammenkünfte auf der Ebene der Vertriebsleiter der Unternehmen. Auf diesen Treffen seien die kommunalen Ausschreibungen von Feuerwehrfahrzeugen untereinander aufgeteilt worden.

(sda)