Negativzinsen

18. Juni 2016 22:02; Akt: 18.06.2016 22:02 Print

Das gilt es beim Bargeldhorten zu beachten

Sinken die Zinsen weiter, dürften Private vermehrt zuhause Geld horten. Kommt das Bargeld weg, sind allerdings nur gewisse Beträge versichert.

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Bei vielen Banken erhalten die Kunden kaum oder gar keine Zinsen für ihr Geld. Das dürfte sich in absehbarer Zeit nicht ändern. Denn die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält weiterhin an ihrem Negativzins von -0,75 Prozent auf Girokontoguthaben in Schweizer Franken fest. Es sei gar möglich, dass die negativen Zinsen noch ausgebaut werden, erklärte die SNB mehrfach.

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Allerdings lassen sich die Minuszinsen nicht beliebig tief ansetzen, denn an einem Punkt werden Private und Unternehmen mit dem Horten von Bargeld beginnen. Das ist allerdings mit einigen Risiken verbunden. Zwar umfassen Hausratsversicherungen für Private auch einen Schutz für Wertsachen und Geldwerte, Bargeld ist aber in der Regel nur bis 5000 Franken versichert.

Grosse Summen nur mit Tresor versichert

Die Versicherungssumme kann jedoch höher sein, falls das Geld in einem Tresor aufbewahrt wird. Bei einem Kassenschrank von über 100 Kilogramm oder einem eingemauerten Tresor erhöht sich die mögliche Entschädigung in der Regel auf 20'000 Franken, teilt die Axa Winterthur mit. Würden noch grössere Summen gelagert, müsse der Tresor zertifiziert oder von einem Versicherungsexperten genehmigt werden.

Nachdem die SNB 2015 Negativzinsen einführte, boomte in den folgenden Monaten der Absatz von Tresoren in der Schweiz. Um das Wachstum zu bewältigen, seien Überstunden geleistet und neue Mitarbeiter eingestellt worden, sagte der CEO vom Zürcher Tresorhersteller Dianit im vergangenen Herbst im Interview mit Cash. Bei den neuen Kunden handle es sich oft um Privatpersonen aus der Generation 50 Plus oder um Treuhänder.

Versicherer hortet Geld und Gold

Doch nicht nur Private versuchen, die Strafzinsen zu umgehen. Auch grosse Unternehmen, wie der weltweit grösste Rückversicherer, Munich Re, horten Bargeld. «Ein zweistelliger Millionenbetrag» sei in bar gelagert, erklärte Konzernchef Nikolaus von Bomhard gemäss der «Süddeutschen Zeitung» im vergangenen März. Zur genauen Summe und dem Ort, wo das Bargeld gebunkert wird, wollte sich von Bomhard nicht äussern. Neben Bargeld horte der Rückversicherer auch Gold.

Allerdings dürfte das Horten von Bargeld bei der Munich Re eher symbolischen Charakter haben – der Rückversicherer verwaltet weltweit rund 224 Milliarden Euro. Trotzdem zeigen die Beispiele, dass die Notenbanken die Negativzinsen nicht immer weiter ausweiten können und es bei den betroffenen Finanzinstituten eine Schmerzgrenze gibt. Wird diese überschritten, kann dies zu Reaktionen führen, die für die Ziele der Notenbanken kontraproduktiv sind.

(lin)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • N.Stadelmann am 18.06.2016 23:05 Report Diesen Beitrag melden

    Die Macht ist beim Volk!

    Wir (Das Volk) dürfen es NIE zulassen, dass das Bargeld abgeschafft wird, wie es einige elitäre Grössen für ihre Zwecke wünschen.

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  • Benz am 18.06.2016 22:12 Report Diesen Beitrag melden

    Tresorfach bei der Bank

    Ganz einfach: wenn es Negativzinsen gibt, miete ich ein Tresorfach bei der Bank, das gibt es schon für einen zweistelligen Frankenbetrag pro Jahr. Das würde sich bei mir schon bei einem Zins von -0.1% lohnen. Was spricht dagegen?

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  • Rapunzel am 18.06.2016 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit der Kohle

    Ab auf Weltreise, Erinnerungen müssen nicht verzinst noch versteuert werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Realist am 19.06.2016 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kauft Wohneigentum

    Das ist der beste Moment, um Wohneigentum zu kaufen.

  • Malo am 19.06.2016 21:33 Report Diesen Beitrag melden

    Schliessfach teilen

    Schliessfach sharing so mach ich es, ich teile mein Schliessfach mit anderen. Momentan sammle ich Fremdwährungen die sicher sind und lehne sie aus, wenn jemand in die Ferien geht. Und fordere das Geld wieder zurück unter dem Ankaufpreis der Bank. So ergibt sich eine Win Win Situation. Das Geld auf dem Konto zu lagern empfehle ich niemanden. Statt eine Lebensversicherung abgschliessen lieber ein Goldbaren ins Schliessfach.

  • Anton am 19.06.2016 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    es gibt nicht nur die Schweiz

    Hier in Europa ist man bereits am ende, ich investiere mein ganzes Geld ins Ausland (Immobilie) Barkauf ohne Hypo, und das Geld auf der Bank bringt immer noch 5%

  • MadChengi am 19.06.2016 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ich werde Banker

    Ich kapier was nicht! Also bei Negativzins zahl ich drauf - wenn jetzt ich einen Millionenkreditaufnehme müsste ich theoretisch zur Belohnung 1% Zins kriegen....10'000.- CHF am nächsten Tag zahl ich die Kohle zurück & bin fein raus - fast wie ein Banker ;OD !?

    • Tom Steiner am 19.06.2016 20:40 Report Diesen Beitrag melden

      kein scherz

      gibt es tatsächlich schon, auch wenn nicht dem umfang

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  • CS Kunde am 19.06.2016 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Faktisch schon jetzt Negativzinsen

    Beispiel Credit Suisse: 0.01% Zins ab 100'000, Kontoführungsgebühren 5 Franken / Monat. Die jährlichen Kontoführungsgebühren (60.00) übersteigen also den jährlichen Zinsertrag bis zu einer Einlage von 600'000. Aber um Glück noch nicht wirklich dramatisch. Allerdings kommt man schon ins Grübeln wenn man bedenkt dass 600'000 die heute 60 Franken Zins abwerfen in den 80ern bei 5% jährlich sage und schreibe 30'000 Franken gebracht haben. Früher konnte man davon leben, heute kann man davon die Kontoführungsgebühren bezahlen...

    • Postfinance Kunde am 19.06.2016 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @CS Kunde

      Du vergisst den Zinseszins und die echte Teuerung.....es herrscht Enteignung auf allen Ebenen

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