Telekommunikation

31. März 2015 21:49; Akt: 31.03.2015 21:49 Print

Das halten Experten vom Orange-Namenswechsel

von Kaspar Wolfensberger - Der Mobilfunk-Anbieter Orange will nicht mehr Orange heissen. Ist das eine gute Idee? Markenexperten sind sich uneins.

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Der Schweizer Mobilfunkanbieter hat sich umtaufen lassen. Der neue Name ist Salt. In der Vergangenheit haben schon viele Firmen in der Schweiz den Namen geändert. In der Diashow zeigen wir Ihnen einige davon. Auch bei der Mobilfunk-Konkurrenz gab es schon Umbenennungen. (im Bild CEO Libor Voncina) hiess bis 2001 Diax. 1994 entstand aus verschiedenen selbstständigen Kabelnetzgesellschaften das Unternehmen , das den Unternehmen Siemens, VEBA und Swisscom gehörte. Heute gehört das Unternehmen der Firma Liberty Global, die dem Namen Cablecom das Kürzel UPC voranstellte. Die mit Sitz in Kloten ist die Eigentümerin und Betreiberin des Flughafens Zürich. Früher verwendete Sie den Namen Unique als Aussenauftritt. Die hiess früher Schweizerische Kreditanstalt SKA (auf dem Bild der designierte CEO Tidjane Thiam). Die heutige Firma ging aus der Fusion der Ciba Geigy und der Sandoz hervor (auf dem Bild der heutige CEO Joseph Jimenez am WEF 2015). Der Technologiekonzern begann seine Geschichte 1906 als Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon und benannte sich 1973 in Oerlikon-Bührle Holding um. 2000 folgte eine Namensänderung in Unaxis, 2006 wiederum eine hin zum heutigen Namen. ging 1997/1998 aus der Union de Banques Suisses und dem Schweizerischen Bankverein hervor. Der Schweizer Stromnetzbetreiber (im Bild die Staumauer am Muttsee, zur Erzeugung von Strom) hiess bis 2009 NOK. Die hat ihren Namen erst seit 1999. Zuvor hiess sie einst Zürcher Ziegeleien. Die Firma hiess früher Rätia Energie. Auf dem Bild sehen Sie Chef Kurt Bobst an einer Medienkonferenz. Die hiess früher ganz einfach Basler Versicherungen. Das Unternehmen hiess früher Matsushita Electric Corporation. Am ersten Januar 2005 entschied die Firma den Namen ihrer beliebtesten Marke zum Firmennamen zu machen. Und das war Panasonic. Als die Stanford-Doktoranden Jerry Yang und David Filo ihre Suchmaschine gründeten, nannten sie sie erst einmal «Jerry's Guide to the World Wide Web». Später tauften sie das Unternehmen in Yahoo um. Die hiess mal Helvetia Patria. wurde im Jahr 1996 unter dem Namen BackRub geschaffen. 1998 benannten Larry Page und Sergey Brin ihre Firma in Google um. Der Hörgerätehersteller hiess früher Phonak. Die Kioskbetreiberin hiess früher Merkur. Die Firma hiess mal Quantum Computer Services. hiess mal Brad's Drink. Allerdings nur von 1893 bis 1898. Die Messe Schweiz nennt sich heute .

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Der Schweizer Mobilfunkanbieter Orange wird umgetauft. Am 23. April wird der neue Namen verraten. Dies, nachdem der französische Telekom-Milliardär Xavier Niel Orange im Februar für 2,8 Milliarden Franken übernommen hatte. Orange sagt, die neue Marken- und Namensgebung sei ein logischer Schritt in der weiteren Entwicklung des Unternehmens unter dem neuen Eigentümer.

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Insgesamt 7576 Teilnehmer

Ein logischer Schritt? Nicht, wenn es nach Markenexperte Stefan Vogler geht. «Jedes Kind weiss: Orange ist keine Farbe, sondern ein Telekom-Anbieter.» Das Unternehmen müsse unter Zwang eine grosse, bekannte Marke mit hohem Wiedererkennungswert aufgeben. Einen neuen Namen bekannt zu machen, werde Jahre dauern und sehr viel Geld kosten.

Wechsel bietet auch Chancen

Nur teilweise einverstanden mit diesen Ausführungen ist Anne Herrmann, Dozentin für Wirtschaftspsychologie an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Tatsächlich gehe durch die Umbenennung die sofortige Wiedererkennung der Marke durch die Kunden verloren. Gleichzeitig sei eine Namensänderung aber auch eine Chance: «Man kann so gezielt an einem positiveren Image arbeiten und für neue Kundengruppen attraktiv werden», so Herrmann. Im recht festgefahrenen Schweizer Mobilmarkt könne dies erstrebenswert sein.

Allgemein gelte: Kunden gewöhnen sich schnell an neue Bezeichnungen. «Zahlreiche Marken haben schon ihren Namen geändert. Allein, dass uns spontan so wenige einfallen, zeigt, wie schnell wir uns umgewöhnen», erklärt Herrmann. Gerade in der Mobilfunkbranche gibt es gute Beispiele hierfür. In der Schweiz verschwand 2001 die Marke Diax und wurde zu Sunrise. In Deutschland wurde aus Viag Interkom neu O2 oder aus E-Plus schliesslich Base.

Hohe Lizenzkosten

Im Fall von Orange spricht ausserdem noch ein weiteres Argument für eine Umbenennung: Die hohen Lizenzgebühren für den Namen. Die Schweizer Firma Orange war nämlich ursprünglich eine Tochter des französischen Mobilfunkkonzerns Orange. Für die Weiterverwendung des Namens bezahlt das Schweizer Unternehmen zurzeit laut Geschäftsbericht jährlich gegen 20 Millionen Schweizer Franken.

Für Brandpulse-Geschäftsführer Thomas Ramseier ist dies der Hauptgrund, weshalb sich die Namensänderung lohnen werde. «Der Aufbau einer neuen Marke kostet am Anfang zwar viel Geld, lohnt sich aber längerfristig dank der gesparten Gebühren.»

Alles andere bleibt gleich

Für die Orange-Kunden bleibt bis auf den Namen sowieso alles beim Alten. An den jetzigen Abos ändere sich nichts, schreibt das Unternehmen in einem Brief. «Was Sie an Orange mögen – die Abos Orange Me, Orange Young oder unsere Roaming-Angebote – wird es auch weiterhin geben.»

sentifi.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jack The Russell am 31.03.2015 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Marketing

    Bei so einem schlechten Ruf muss nicht nur der Name wechseln...

  • PM am 31.03.2015 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Design?

    Neues Design? Das riecht mir schwer nach: Aussen Hui - innen Pfui. Naja nach den letzten Debakeln mussten Sie ja was unternehmen... Aber neuer Name und Design wie die Qualität nicht bessern.

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  • M!tch am 31.03.2015 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Als hätt öper "Diax" vergässe..?!

    Remember diax. Flucht aus einem Namen wird wohl einen Grund haben. Schaut euch kassensturz mal an, verbindet das mit orange - et voila.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Blender am 01.04.2015 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Entwicklung

    Wie Überall. Haupsache Geld für Marketing, Logo und GL. Man sollte besser in die Infrastruktur und den Kundendienst investieren.

  • Hans-Ueli am 01.04.2015 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Preise gesenkt

    Orange hat die Preise gesenkt aber nur wer sich bei Ihnen meldet kann davon profitieren!

  • DeepJ am 01.04.2015 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    Orange

    Ich finde dies eine sehr gute Idee. Iche lieabe das !

  • pimko am 01.04.2015 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Orange

    Dieser Namenswechsel ist doch bloss der Anfang vom Ende... Remember Diax... In diesem Markt überlebt nur das Produkt welches vom Staat unterstützt ist! Antwort an ader

  • Sherlock Holmes am 01.04.2015 13:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    April...?

    Mal an das heutige Datum gedacht...?

    • Sam am 01.04.2015 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sam

      Gesehen, dass der Artikel nicht von heute ist?

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