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25. Oktober 2018 19:14; Akt: 25.10.2018 19:14 Print

Start-up mischt im Hypothekarmarkt mit

Die Hypothekarbörse CredEx, an der die Swisscom beteiligt ist, verspricht, die Finanzierung von Eigenheimen zu vereinfachen.

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Wer eine Hypothek braucht, muss oft mühsam Offerten einholen und mit Kreditfinanzierern verhandeln. Die Schweizer Hypothekenplattform CredEx, die am Digitaltag lanciert wurde, will das ändern. Sie verspricht, die Prozesse rund um die Vergabe von Hypotheken für alle Beteiligten mittels einer Börse einfacher und schneller zu machen. Lanciert wurde CredEx als Joint Venture von der Swisscom, Mobiliar, Vaudoise, Clientis Bank und der Beratungsfirma EY. «Als Kunde nennen Sie Ihrem Finanzberater Ihren Hypothekenbedarf. Dieser platziert Ihr Gesuch auf der Plattform. Danach gehen Hypotheken-Angebote aus dem Netzwerk von Kreditfinanzierern ein», sagt Mediensprecher Urs Knapp. Um den Service nutzen zu können, muss man Kunde eines der Vertriebspartner wie der Clientis Bank sein. Die drei grössten Schweizer Banken UBS, Credit Suisse und Raiffeisen gehören derzeit nicht zum CredEx-Vertriebspartner-Netzwerk. Adrian Wenger, Hypothekarexperte beim VZ Vermögens Zentrum, beurteilt die neue Plattform kritisch: «Dem Kunden wird keine wirkliche Marktübersicht geboten, weil nur die Angebote weniger Kreditanbieter eingeholt werden.» Er sieht CredEx daher als ein Nischenprodukt: «Kleinere Anbieter könnten profitieren, weil Kunden überregional erreicht werden können. Für grössere Anbieter lohnt es sich finanziell kaum, da mitzumachen.» Bei der Eigenheimfinanzierung geht es um Hunderttausende bis Millionen von Franken. Schon eine kleine Zinsdifferenz führt deshalb zu erheblichen Preisunterschieden bei der Hypothek. Laut einer Comparis-Studie wählen trotz des offensichtlichen Sparpotenzials 70 Prozent der Hypothekarnehmer die Hausbank zur Finanzierung ihres Eigenheims. Ein Viertel der Hypothekarnehmer verzichtet komplett auf einen Zinsvergleich der verschiedenen Anbieter. Nur gerade jeder Zehnte schliesst nicht bei einer Bank ab – obwohl alternative Anbieter wie Versicherungen und Pensionskassen oft günstigere Konditionen bieten. Gerade die Nachfrage nach Eigentumswohnungen in der Schweiz ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die aktuelle Studie umfasst die Zeit zwischen Juli 2017 und Juni 2018. Die Zahl der im Internet zum Verkauf angebotenen Wohnungen hat zugenommen. Trotzdem gingen sie schneller weg. Sie waren deutlich kürzer inseriert. In der Region Zürich vergrösserte sich die Zahl der ausgeschriebenen Wohnungen um 8 Prozent: Insgesamt wurden 4787 Eigentumswohnungen auf Internetportalen zum Verkauf angeboten. Trotz dieser Zunahme des Angebotes hat sich die durchschnittliche Zeit, in der die Wohnungen ausgeschrieben waren (Insertionszeit), stark verkürzt. Die mit Abstand meisten Eigentumswohnungen wurden in suburbanen Gemeinden angeboten (dem Agglomerationsgürtel). In der Region Nordwestschweiz wurden 5434 Wohnungen zum Verkauf angeboten. Dies entspricht einer Zunahme der im Internet zum Kauf angebotenen Wohnungen um 5%. Die Insertionszeit hat sich in der Berichtsperiode um 23 Tage auf 73 Insertionstage verkürzt. Mit insgesamt 1925 Wohnungen (35%) bilden suburbane Gemeinden den grössten Markt, gefolgt von den periurbanen Gemeinden mit 995 Objekten (22%). Mit 5870 auf Internetportalen ausgeschriebenen Eigentumswohnungen zählte die Region Espace Mittelland ein um 1% kleineres Angebot als noch in der Vorperiode. Die Region stellte damit nach der Region Waadt/Wallis und der Region Tessin den drittgrössten Schweizer Eigentumswohnungsmarkt. Mit 61 Insertionstagen mussten sich Verkäufer 29 Tage weniger lang gedulden, um einen Abnehmer zu finden als noch in der Vorperiode. Im aktuellen Berichtsjahr konnte in der Region Ostschweiz ein starker Anstieg der Nachfrage ausgemacht werden: Obwohl im Vergleich zur Vorperiode mit 3436 Eigentumswohnungen 4% mehr Objekte auf Onlineportalen angeboten wurden als noch in der Vorperiode, hat sich die Insertionsdauer sehr stark verkürzt. In der Region Ostschweiz stellten die Zentren und die suburbanen Gemeinden den Grossteil des untersuchten Marktes dar. Im Tessin wurden mit 6925 Eigentumswohnungen 10% mehr Objekte auf Internetportalen angeboten als noch in der Vorperiode. Die durchschnittliche Insertionszeit verkürzte sich unter dieser Angebotszunahme um 15 Tage auf 99 Insertionstage. Vor allem in den Zentren wurden mehr Wohnungen angeboten. Die Innerschweiz bildet mit 2698 im Internet ausgeschriebenen Eigentumswohnungen den kleinsten Markt der untersuchten Regionen. Gegenüber dem Vorjahr hat das Angebotsvolumen von 2663 Objekten um 1 Prozent zugelegt. Die mittlere Insertionszeit verkürzte sich in der Berichtsperiode von 106 Tagen auf 75 Insertionstage. Die Region Waadt/Wallis erlebte einen leichten Rückgang des Angebotsvolumens um 3 Prozent von 10'359 auf 10'098 im Internet ausgeschriebene Wohnungen. Die durchschnittliche Insertionszeit sank gleichzeitig deutlich um 27 Tage auf 65 Insertionstage. In allen Gemeindetypen ist ein klarer Rückgang der durchschnittlichen Ausschreibungszeit zu verzeichnen. In der Region Genf verkürzte sich die Insertionsdauer von Eigentumswohnungen in den untersuchten Gemeinden deutlich von 86 auf 69 Insertionstage. Der Rückgang der durchschnittlichen Insertionszeit ist mit dem Rückgang der Anzahl der im Internet inserierten Wohnun- gen um 11 Prozent auf 4711 Objekte einhergegangen.

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Die Schweizer Hypothekenplattform CredEx, die am Digitaltag vorgestellt wurde, will das ändern. Sie verspricht, die Prozesse rund um die Vergabe von Hypotheken für alle Beteiligten einfacher und schneller zu machen. Lanciert wurde CredEx als Joint Venture von der Swisscom, Mobiliar, Vaudoise, Clientis Bank und der Beratungsfirma EY.

Börse für Hypotheken

«CredEx funktioniert wie eine Börse. Als Kunde nennen Sie Ihrem Finanzberater Ihren Hypothekenbedarf. Dieser platziert Ihr Gesuch auf der Plattform. Danach gehen Hypotheken-Angebote aus dem Netzwerk von Kreditfinanzierern ein», erklärt Mediensprecher Urs Knapp. Als Kunde kann man sich danach innerhalb von 48 Stunden für ein Angebot entscheiden.

Berücksichtigt werden dabei allerdings nur Angebote für Hypotheken, die von den 16 beteiligten Kreditfinanzierern auf der Börsen-Plattform platziert worden sind. Darunter sind etwa die Versicherung Vaudoise und die Glarner Kantonalbank.

Grosse Banken machen nicht mit

Um den Service nutzen zu können, muss man Kunde eines der Vertriebspartner wie der Clientis Bank sein. Die drei grössten Schweizer Banken UBS, Credit Suisse und Raiffeisen gehören derzeit nicht zum CredEx-Vertriebspartner-Netzwerk.

Adrian Wenger, Hypothekarexperte beim VZ Vermögens Zentrum, beurteilt die neue Plattform als Nischenprodukt: «Dem Kunden wird keine wirkliche Marktübersicht geboten, weil nur die Angebote weniger Kreditanbieter eingeholt werden.» Für bestimmte Firmen bietet CredEx laut dem Experten Vorteile: «Kleinere Anbieter könnten profitieren, weil sie so überregionale Kunden erreichen. Für grössere Anbieter lohnt es sich finanziell aber kaum.» Die UBS habe zum Beispiel 2016 mit Atrium auch schon eine ähnliche Plattform lanciert.

Wie viele andere Anbieter sei auch das VZ Vermögens Zentrum von CredEx als Hypotheken-Partner angefragt worden. Die Geschäftsmodelle bei der Vergabe von Hypotheken würden aber laut Wenger nicht zusammenpassen.

(vay)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • eigentümerversammler am 25.10.2018 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    juppeidi und juppeida

    wenn da die Swisscom dabei ist, habe ich volles Vertrauen. Hypothekarzinssätze transparent und günstig wie unsere Roaminggebühren.

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  • Jacka am 25.10.2018 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..und wieder so ..

    ..ein Swisscom Kerngeschäft..Resultat kennt man.

  • Kommentator am 25.10.2018 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umfrage

    "ich zahle lieber ein paar Tausend Franken mehr" - was für eine Tendenziöse Umfrage, macht die bei euch der Lehrling?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ehici am 26.10.2018 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Zweiklassengesellschaft

    Wirtschaft hat den Zenit überschritten und man versucht noch das letzte herauszupressen. Der Mittelstand der zur Zeit Baut, Blutet enorm weil er zu viel für dass Objekt bezahlen muss. Die Angepriesene Gesllschaft soll nun noch die Möglichkeit ausnützen, den allerärmsten des Mittelstandes sich zu verschulden. Wenn dann dieses Kapitel durch ist kommt es bestimmt zum Hypotheken Zusammenbruch. Wenn wir jetzt eben nicht konsumieren kommt dieser Zerfall früher und es könnte dann vielleicht einen Neustart geben, dieser Neusart ist unausweichlich aber Bitte dieses Mal für uns alle! Wehrt euch.

    • Peter M am 26.10.2018 11:11 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht ganz. Dank der Politik

      Die zu hohen Immopreise sind eine direkte Folge von verschiedenen politischen Beschlüssen: neues RGP reduzierte die bebaubare Flächen, PFZ überschwemmt unser Land mit Fachkräften, Firmen lässt man mit Steuergeschenken zentralisieren. Neu wird dann wohl noch die Zersiedelumgsinitiativa angenommen, dann steigen die Preise nochmals. Das hat nicht viel mit dem wirtschaftlichem System zu tun, sondern viel mehr wegen der Politik. Das würde auch ein Neustart nicht ändern, denn was rar ist, ist auch teurer. Seit der Steinzeit ist es so.

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  • Peter M am 26.10.2018 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    klar doch

    Und das Portal macht das natürlich auch um sonst. Wer wirklich sparen will, dem bleibt der persönliche Bankenvergleich nicht erspart. Auch die angebotenen Zinssätze sind da nicht in Stein gemeisselt. Oft holt man da nochmals einige 0.1% Prozent raus. Aber wie immer: wer selbst zu faul ist muss dafür bezahlen.

  • Mathias am 26.10.2018 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Vergleichen bringt Global gesehen nichts

    Die Kreditanbieter haben klare Budgets, was aus dem Hypothekarmarkt für Renditen herauszupressen sind. Wenn jeder vergleicht und die billigste nimmt, stellt das System dennoch sicher, dass im Schnitt gleichviel Zinsgeld für die gleiche Menge an Kreditsummen reinkommt. Ein Scheinwettbewerb, wie bei den krankenkassen bringt dort dann auch genauso viel - nichts. Ah doch, wenn alle das Preisdrücker Spielchen mitmachen, haben wir eine echte Change auf viele faule Kredite, überschuldete Häuser (und Besitzer) und darauf eine dolle Immobilienblase mit anschliessendem Ausmisten der ungesunden Banken.

  • tt am 25.10.2018 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    von wegen

    ouuu... wenn die swisscpm die finger im spiel hat, kann es nur nachteilig sein für den verbraucher.

  • Neumann am 25.10.2018 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach was

    Das ist gut gemeint, aber nicht so schlau wie es aussieht. Das einzig Wahre ist die Rückzahlung aller Hypotheken, schuldenfrei ab Pensionierung und endlich Abschaffung des Eigenmiertwertes. Erst dann spart man wirklich Geld!

    • Dejan am 25.10.2018 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Neumann

      Du hast sicher kein Eigenheim in den letzten 5 Jahren gekauft! Und p.s. amortisieren kannst du auch wenn der Eigenmietwert besteht. Und schon mal überlegt dass dieser fair ist? Ohne Eigenheim muss ich meinen Zinsertrag versteuern wie auch Dividenden. Warum soll mein angelegtes Geld einkommenssteuerfrei sein, wenn ich es in einem Eigenheim anlege?

    • Neumann am 25.10.2018 23:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dejan

      Ich fürchte Sie verstehen die wirtschaftlichen Zusammenhänge bezügl. Eigenmietwert etc nicht ganz. PS und ja, ich habe in den letzten 5 Jahren auch... und vor 10 auch...

    • Peter M am 26.10.2018 09:32 Report Diesen Beitrag melden

      Denjan

      Das Geld aus dem Haus wurde ja schon mal als Einkommen versteuert. Also ist hier eine Doppelbesteuerung vorhanden. Darum gehört dieser abgeschafft. Einzige Angst: es werden in Zukunft ohne Eigenmietwert viele Immobilien verlottern, da z.B. Renovationen nicht mehr abzugsfähig sind. Das sieht man z.B. in DE in vielen Orten mit älteren Immobilien. Sie sind zwar abbezahlt, aber die Bewohner haben dann z.B. mit nur der Rente nicht das nötige Cash um das Haus zu unterhalten.

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