WEF-Besuch

20. Dezember 2018 11:12; Akt: 20.12.2018 11:12 Print

Das kommt wegen Trump alles auf Davos zu

von Dominic Benz - Wenn Donald Trump im Januar ans WEF kommt, steht Davos wieder kopf. Die Stadt in den Bergen muss sich auf einiges gefasst machen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

US-Präsident Donald Trump will Ende Januar erneut ans World Economic Forum (WEF) nach Davos kommen. Die Bündner Gemeinde gerät dann in den Ausnahmezustand: Tausende WEF-Teilnehmer und Medienschaffende aus aller Welt sowie Sicherheitskräfte verstopfen Strassen, Restaurants und Hotels. Ohnehin platzt Davos jeweils während des Forums aus allen Nähten. Mit Trumps Teilnahme verschärft sich die Situation.

Umfrage
Begrüssen Sie Trumps Besuch am WEF?

Mehr Sicherheitsvorkehrungen

Scharfschützen auf den Dächern, Polizisten und Securitys an jedem Durchgang – die Sicherheitsvorkehrungen werden gewaltig sein. Die Verantwortlichen geben sich aber gelassen: «Eine besondere Hektik bricht wegen Trump nicht aus», sagt André Kraske, WEF-Sprecher der Bündner Regierung. Das Sicherheitsdispositiv sei darauf ausgerichtet, dass bedeutende Staats- und Regierungschefs ans WEF kämen. Anpassung würden dann im Detail geschehen. So wurde am letzten WEF-Besuch etwa das Flugfeld besonders gut bewacht. Insgesamt standen Polizisten aus allen Kantonen sowie Liechtenstein und rund 4400 Armeeangehörige im Einsatz. Für Absperrungen wurden 51 Kilometer Zaun montiert. Die Kosten für die Sicherheit beliefen sich auf über 9 Millionen Franken.

Besucherflut und Verkehrschaos

Am WEF nehmen rund 2500 Personen teil. Hinzu kommen etliche Organisationen und Firmen, die zwar nichts mit dem WEF zu tun haben, sich aber in Davos einquartieren und in Ladenlokalen einmieten. «Das WEF hat die Grenze erreicht», sagte der Davoser Landammann Tarzisius Caviezel kurz nach dem letzten WEF den Medien. Trump wird erneut mit seiner Anwesenheit zusätzliche Besucher und Medienschaffende anziehen. Der Präsident selbst dürfte allein mit einer Entourage von rund 1500 Leuten anreisen. Die ganzen Menschenmassen verstopften so schon am letzten WEF Strassen und Restaurants. Einen Tisch fürs Abendessen erhielt man spontan kaum. Autokolonnen schlängelten sich im Schneckentempo durch Davos, damals sorgten die riesigen Schneemengen für zusätzliches Verkehrschaos.

Leere Pisten

Während das WEF und Trump den Restaurants, Bars, Hotels und Läden in Davos innerhalb von wenigen Tagen oft ganze Jahresumsätze bescheren, können die Bergbahnen nicht vom WEF-Ansturm profitieren. «Die Pisten sind in Davos Klosters während des WEF nicht besonders gut besucht», sagt Samuel Rosenast von Davos Klosters Tourismus. Unter Insidern sei es sogar ein Geheimtipp, in dieser Zeit auf die Pisten zu gehen, da sie gerade dann wenig befahren seien.

Absurde Hotelpreise

Die Preise steigen während des Forums wegen der hohen Nachfrage ins Astronomische. Dafür sorgt auch Trump. Nach seiner Davos-Ankündigung diese Woche ist etwa der Preis für ein Einzelzimmer im Hotel Derby für drei Nächte um rund 600 Franken auf 5400 Franken gestiegen. Grundsätzlich sind bereits unter dem Jahr kaum Hotelzimmer fürs WEF frei. Die meisten Unterkünfte haben langjährige Verträge mit Firmen und Organisationen abgeschlossen. Auch private Vermieter machen mit dem WEF viel Geld. Ein Zürcher Start-up sagte beim letzten Forum zu 20 Minuten, man habe für den Aufenthalt in einer Davoser 4-Zimmer-Wohnung rund zwei Jahresmieten bezahlt.

Imposante Flugshow

Trumps WEF-Teilnahme lässt die Herzen von Flugzeug- und Helikopter-Fans höherschlagen. In Zürich wird erst das Präsidenten-Flugzeug Air Force One landen. Danach dürfte Trump wie im letzten Jahr mit einem Heli-Konvoi nach Davos fliegen. Dieser bestand im letzten Januar aus sieben Helis, mit dabei waren Super Pumas der Schweizer Armee, Black Hawks und andere Helis der US-Armee. Für Aviatik-Begeisterte bietet das Spektakel eine einmalige Gelegenheit, die imposanten Fluggeräte live zu sehen. Am letzten WEF strömten etliche Zuschauer zum Flugfeld am Rande von Davos.

Goldenes Ei als Festung

Im letzten Januar nächtigte Trump im Intercontinental Hotel in Davos. Steigt der US-Präsident wieder dort ab? «Das wissen wir noch nicht», sagt Hotel-Manager Mario Gubi. Man habe von Trumps neuerlicher WEF-Teilnahme erst aus den Medien erfahren. Die Chance ist aber gross, dass Trump sich wieder im «Goldenen Ei» einquartiert. Laut Gubi habe das Hotel einen direkten Vertrag mit dem WEF, das die Gäste jeweils zuteile. Mit Trump als Gast würde die Luxus-Herberge wieder zur Festung und hermetisch abgeriegelt. Laut Medienberichten hat sich Trump seine Nacht im Hotel während des letzten WEF rund 270'000 Franken kosten lassen.

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rosmarie müller am 20.12.2018 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Steuergelder verschleudert

    komisch für den WEF haben wir Geld aber für uns Rentner , bürger haben wir keins. dieser wef ist nichts als unsere steuer Gelder verschleudert für nichts.für 1nacht 270.000fr. ein hohn ist das .

    einklappen einklappen
  • asdf am 20.12.2018 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    "wegen Trump müssen wir arbeiten"

    wegen jedem anderen US-Präsident der je ans WEF kam wurden grösste Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Das wird mal wieder nur deshalb negativ dargestellt weil es halt Trump ist.

    einklappen einklappen
  • dvnb am 20.12.2018 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    echt cool

    darf zuerst mit der securitas dort hin und dann mit dem militär, super

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dominic Ruch am 20.12.2018 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Air Force One

    Ich gehe an den Flughafen aber nur wegen der Air Force One und sicher nicht wegen Trump

  • Fan am 20.12.2018 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welcome Mr. President!

    Wie gut gibt es Trump! Worüber sollen wir denn sonst auch reden? Über unsere Probleme vielleicht? Ach nö, lassen wir die....

  • Melanie am 20.12.2018 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ideen mehr?

    Liebe Journalisten Habt Ihr das nicht schon alles vor einem Jahr durchgekaut? Und was kommt noch? Bericht zur Air Force One? Dann gefühlte 100 Mal Föteli von Trumps Flugis und Helis, wenn sie kommen, wenn sie fliegen usw. usw. usw. Es wird langweilig...

  • estelle am 20.12.2018 15:22 Report Diesen Beitrag melden

    klima ist da egal...

    da jetten all diese zahlreichen köpfe nach davos und verpesten das klima und die ganze berglandschaft. in diesen tagen tummelt sich alles zwielichtige, leichtlebige und anrüchige in davos. in solchen fällen in das klima vollkommen egal. und was besprechen sie am WEF? wie sie uns noch mehr versklaven können. was für eine geisteskranke welt. ohne diese globalisierung bräuchte man all diesen teuren show-mist nicht.

  • maport am 20.12.2018 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WWF

    Warum muss dieses WEF immer in Österreich stattfinden? Wir haben doch auch schöne Berge!