Billag-Debatte

11. Dezember 2017 13:07; Akt: 11.12.2017 13:51 Print

Das kosten die Mitarbeiter und Sendungen der SRG

Roger de Weck erhielt über eine halbe Million Franken, der «Tatort» kostet mehr als zwei Millionen: Das sind die Saläre und TV-Ausgaben der SRG.

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Am 4. März stimmen die Schweizer über die Billag-Gebühren ab. Vom Wahl-Resultat hängt die Zukunft der SRG ab. Wer abstimmt, sollte auch Bescheid über einige Facts und Zahlen des öffentlich-rechtlichen Senders kennen. Das sind die Löhne der Angestellten: 2016 erhielten Mitarbeiter in der Logistik im Schnitt 77'521 Franken. In der Administration 83'174 Franken. Mitarbeiter in der Technik und Ausstattung 90'949 Franken. Informatiker und Web-Verantwortliche erhielten im Schnitt 102'378 Franken. In der Redaktion lag der Lohn 2016 durchschnittlich bei 106'666 Franken. Experten und Spezialisten erhielten 114'176 Franken im Schnitt. Im Bereich Journalismus kriegten Junior-Redaktoren durchschnittlich 90'000 Franken. Grafiker und Designer im Multimedia-Bereich 91'000 Franken. Redaktionsleitende einer kleineren Redaktion verdienten im Schnitt 122'000 Franken. Senior-Redaktoren 124'000 Franken. Redaktionsleitende grosser Redaktionen erhielten durchschnittlich 114'176 Franken. Der höchste Lohn im letzten Jahr kassierte der mittlerweile zurückgetretene SRG-Chef Roger de Weck. Sein Salär betrug 536'314 Franken. Die Ausgaben für SRG-Sendungen fallen unterschiedlich aus. Am günstigsten war im letzten Jahr eine Ausgabe der People-Sendung «Glanz & Gloria» mit 14'000 Franken. «Sternstunde Religion» kostete ebenfalls 14'000 Franken. «Schawinski» kostete pro Sendung 16'000 Franken. «Sportaktuell» kostete 21'000 Franken. Eigenproduktionen wie «Mini Beiz, dini Beiz» oder «Hoch hinaus» 22'000 Franken. «Der Club» kostete pro Ausgabe 25'000 Franken. Die Ausgaben für «Sternstunde Philosophie» beliefen sich ebenfalls auf 25'000 Franken. Deutlich teurer war etwa eine Sendung von «Netz Natur» mit 242'000 Franken. «Hallo SRF» kostete 435'000 Franken. Bei einmaligen Shows wie «SwissAward» beliefen sich die Ausgaben auf 512'000 Franken. Showreihen wie «Die grössten Schweizer Talente» oder «Happy Day» kosteten 591'000 Franken. Die Serie «Der Bestatter» mit Mike Müller in der Hauptrolle kostete pro Folge 705'000 Franken. Die Kosten für einen Schweizer Film betrugen 1,6 Millionen Franken. Am teuersten war der Schweizer «Tatort» mit Stefan Gubser. Die Ausgaben beliefen sich auf 2,1 Millionen Franken.

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Am 4. März stimmen die Schweizer über die «No Billag»-Initiative ab. Die Debatte erhitzt schon seit Monaten die Gemüter. Wer bei der Abstimmung richtig mitreden will, sollte das Wichtigste über die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) wissen. Der «Tages-Anzeiger» hat die wichtigsten Fakten und Zahlen rund um das Unternehmen zusammengetragen.

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Dazu gehört unter anderem das Salär der SRG-Mitarbeiter. Der durchschnittliche Brutto-Jahreslohn betrug im letzten Jahr 107'354 Franken. Das erscheint bei einem Durchschnittsalter von 45 Jahren ziemlich hoch. Grund dafür sei die gute Ausbildung der rund 6000 Angestellten, schreibt der «Tages-Anzeiger». So hätten 42 Prozent einen Hoch- oder Fachhochschulabschluss. Bei den Journalisten sind es 65 Prozent.

De Weck kassierte 536'314 Franken

Wie viel die bekannten SRG-Gesichter verdienen, ist nicht bekannt. Anfang 2011 verkündete Reto Lipp, Moderator der Wirtschaftssendung «Eco», in seiner Sendung, dass er 120'000 Franken jährlich verdiene. «Tagesschau»-Moderator Franz Fischlin kassierte laut eigenen Aussagen 100'000 Franken im Jahr 2012 .

Gemäss «Tages-Anzeiger» hat der Grossteil des SRG-Personals einen komfortablen Gesamtarbeitsvertrag. Angestellte mit einem Vollzeitpensum müssen keine Billag-Gebühren zahlen und haben Anspruch auf 5,4 Wochen Ferien im Jahr. Im letzten Jahr betrug das tiefste Salär 52'000 Franken. Zehnmal mehr verdiente die Person mit dem höchsten Salär: Der im Herbst zurückgetretene SRG-Chef Roger de Weck erhielt 536'314 Franken.

Wie viel die SRG-Mitarbeiter im Schnitt verdienen, sehen Sie in der obigen Bildstrecke.

Die Produktionskosten für Sendungen fallen ebenfalls unterschiedlich aus. Am teuersten sind die Ausgaben für die Kult-Krimi-Serie «Tatort». Sie betrugen im letzten Jahr über zwei Millionen Franken. Die Talk-Runde «Schawinski» kostete hingegen nur 16'000 Franken.

Wie hoch die Produktionskosten für die anderen Sendungen sind, sehen Sie ebenfalls in der obigen Bildstrecke.

Lesen Sie alle Fakten und Zahlen auf «Tages-Anzeiger».


(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • markus am 11.12.2017 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Löhne in der Realität viel höher

    Das ist der Durchschnitt der Löhne und zwar von allen Mitarbeitern ohne Rücksicht ob diese dann auch 100% arbeiten. Die Löhne sind massiv höher wenn man diese auf 100% anschaut wie bei allen anderen Unternehmen auch! Und wer hat schon fast 6 Wochen Ferien pro Jahr.

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  • Dr Besserwisser am 11.12.2017 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    freie Marktwirtschaft

    Drum JA zur No-Billag! Der Markt entscheidet über den Preis und wir müssen uns nicht mehr schröpfen lassen um die NATO-Propaganda zu unterstützen!

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  • Hugop am 11.12.2017 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augenwischerei

    Augenwischerei. Die Löhne hat man pro Stelle im Schnitt angegeben, und nicht pro Vollzeitstelle umgerechnet. Viele arbeiten mit kleinen Pensen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bryan Guldenfels am 02.01.2018 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Verschwige e Kosten ?

    Leider fehlen einige Zahlen, z.B.: - wieviel kostet der neue Leutschenbach Neubau und wie wird dieser Finanziert ?

  • Markus Rudolf am 02.01.2018 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Am Thema vorbei

    Die Löhne sind für Zürich eher am unteren Rand, also sicherlich nicht kritikwürdig. Dazu gehts das völlig am Billagthema vorbei. Nicht die Löhne werden kritisiert, sondern die Zwangssteuer unabhängig von Nutzung und Einkommen. Ausserdem ist die SRG durch das Billagfutter viel zu gross uns marktbeherrschend geworden.

  • Karl Kern am 19.12.2017 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    Nein aber!

    Es ist unbestritten, dass unser Land das an TV Stationen und Radio Sendern braucht was es Heute hat. Die ausgestrahlten Sendungen jedoch sind nicht immer den Batzen wert, den sie kosten. Und es schafft kein Vertrauen wenn ehemalige Moderatoren und andere Radio oder TV-Leute in selbstständiger Stellung für unsere Sendungen in ferne Länder reisen, dort Menschen suchen, oder unnütze Reiseberichte gestalten, die jeweils viel kosten. Solche Sendungen sind auch nicht von grossem Interesse und haben den Beigeschmack von Seilschaften... Schade dass man das nicht wahrnimmt bei der SRG.

  • Ein Zuhseher am 19.12.2017 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum ...

    Warum braucht es bei Sportsendungen immer zwei Kommentatoren. Daür aber mitten drinn immer wieder Werbung. Das kann ich bei Eurosport au haben !

  • Infinity am 16.12.2017 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NO BILLAG

    Zwangs Subventionierung vom feinsten. Gabs doch schon im frühen Mittelalter ;) Heute ziehen Manager unter dem Vorwand der Kultur (Unter- oder Erhaltung) daraus ungerechfertigte Saläre. NO BILLAG!! Gibt genug Unterhaltung auf anderen Kanälen.