Klimaschutz-Demo

08. Februar 2019 05:52; Akt: 08.02.2019 06:25 Print

Nicht mal Greenpeace gibt Mitarbeitern frei

von Dominic Benz - Die Klimaschutz-Bewegung fordert Firmen auf, ihren Mitarbeitern für die Monster-Demo im März freizugeben. Die Firmen aber sträuben sich.

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Am Freitag, 15. März, findet der internationale Klimastreiktag statt. Das Ziel der Klimakämpfer ist, dass in der Schweiz 100'000 Menschen auf die Strassen gehen. Die Klimabewegung Zürich fordert, dass nicht nur die Schüler an diesem Tag frei kriegen, sondern auch die Mitarbeiter von Unternehmen. Kommen die Unternehmen der Forderung nach? Die Swisscom teilt mit, dass man sich am Streiktag nicht beteilige. «Wir bieten unseren Mitarbeitenden flexible Arbeitsmöglichkeiten und in Absprache mit ihrem Team sowie dem Vorgesetzten können Abwesenheiten festgelegt werden», sagt eine Sprecherin. Ähnlich klingt es bei der SBB, ... ... der Zurich Versicherung, ... ... Nestlé ... ... und Roche. Seit Dezember demonstrieren Schüler und Studenten für mehr Klimaschutz. Am 2. Februar streikten rund in der ganzen Schweiz für das Klima. Es ist die grösste Jugendbewegung, die es hierzulande je gab. auf die Strassen, um für gleiche Rechte und gleichen Lohn sowie gegen Gewalt an Frauen zu kämpfen. zu einer Nuklearkatastrophe gekommen. in Bern gegen einen Krieg im Irak. Vor allem Jugendliche und Familien mit Kindern fanden sich zur Kundgebung ein. Auf den zahlreichen Transparenten hiess es beispielsweise «Stopp Bush» oder «Kein Krieg gegen Öl». (Quelle: gsoa.ch) in Bern für den sofortigen Rückzug der israelischen Armee aus den palästinensischen Gebieten. : «Wenn Frau will, steht alles still», lautete das Motto des schweizweiten Frauenstreiktags am 14. Juni 1991. Rund gingen auf die Strasse und forderten ein Gleichstellungsgesetz. Dieses trat schliesslich 1996 trat in Kraft. Menschen an einer Kundgebung in Gösgen gegen die Atomenergie teil. demonstrierten am 6. April 1975 gegen das geplante Kernkraftwerk Kaiseraugst im Kanton Aargau. Das Baugelände wurde elf Wochen besetzt. 1988 wurde das Projekt endgültig fallen gelassen. Teilnehmenden in Zürich statt. Ziel waren bessere Arbeiterrechte. Hier ein Bild aus dem Jahr 1968. Die Gewerkschaften marschierten durch die Zürcher Innenstadt.

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Der internationale Klimastreiktag am 15. März soll bisherige Rekorde brechen: Hierzulande peilt die Klima-Jugendbewegung eine Monster-Demo mit 100'000 Menschen an – so viel wie kaum zuvor in der Schweiz. Seit Dezember gehen Tausende Schüler und Studenten immer wieder für mehr Klimaschutz auf die Strassen. Die Bewegung ist weltweit aktiv.

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Um für die März-Demo noch eins draufsetzen zu können, wollen die Organisatoren zusätzlich Mitarbeiter von Unternehmen mobilisieren. Jedoch findet die Demo an einem Freitag statt. Die Klimabewegung Zürich fordert die Unternehmen auf, ihren Angestellten an diesem Tag freizugeben. Doch wie gehen die Firmen mit dieser Forderung um?

Demonstrieren nur in der Freizeit

Die Swisscom teilt etwa mit, dass man sich am Streiktag nicht beteilige. Man setze auf die Selbstverantwortung der Mitarbeitenden. «Wir bieten unseren Mitarbeitenden flexible Arbeitsmöglichkeiten und in Absprache mit ihrem Team sowie dem Vorgesetzten können Abwesenheiten festgelegt werden», sagt eine Sprecherin.

Ähnlich klingt es bei Nestlé, Roche, der Zurich Versicherung und der SBB. Sie alle geben ihren Mitarbeitern nicht extra für die März-Demo frei. Auf Anfrage verweisen sie aber einstimmig auf die Möglichkeit von flexiblen Arbeitszeiten oder den Gebrauch von Ferientagen. Das sagt auch der Bund: «Die Abwesenheit geht zulasten der Freizeit der Mitarbeitenden», sagt ein Sprecher des Eidgenössischen Personalamts. Alle Unternehmen betonen aber, dass sie sich für den Klimaschutz einsetzen.

Keine rechtliche Grundlage

Auch Greenpeace gibt ihren rund 80 Schweizer Mitarbeitern am 15. März nicht frei. Die Umweltorganisation sagt zwar, dass man die Proteste unterstütze und diese sehr wichtig für die Klimawende seien. «Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter kann gern an der Demonstration teilnehmen, es ist jedoch keine Arbeitszeit», sagt eine Sprecherin.

Doch was passiert, wenn man keine flexiblen Arbeitszeiten hat und einfach der Arbeit fernbleibt, um demonstrieren zu können? Laut Roger Rudolph, Rechtsanwalt und Professor für Arbeitsrecht an der Uni Zürich, gibt es für das Fernbleiben von der Arbeit wegen politischen Interessen keine gesetzliche Grundlage. Wer aufgrund einer Demonstration nicht am Arbeitsplatz erscheine, verletze die Arbeitspflicht. «Rein rechtlich droht dem Mitarbeiter das Gleiche, wie wenn er blaumacht», sagt Rudolph zu 20 Minuten. Dann könne es mindestens eine Verwarnung geben. Allenfalls drohe sogar eine Kündigung.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nico am 08.02.2019 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Am Samstag

    Macht die Demo doch an Samstag und schaut wieviele Leute wirklich für das Klima kommen und welche nur zum Blau machen...

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  • Bat Man am 08.02.2019 06:21 Report Diesen Beitrag melden

    Na na na

    Was man da Faszinierendes erkennen kann auf den Fotos: Daunenjacken (Daunenproduktion ist ethisch hochkontrovers, Jacke aus China), Regenjacken der neuesten Generation aus erölbasierten Synthetikfasern, eine Redbull-Dose (Aluminiumabbau & -verhüttung ist energieintensiv, zudem keine regionalen Vorkommen), wohl zig Smartphones, die allesamt in China produziert wurden. Erbärmlich, diese Heuchelei, die sich die Gut- und Bessermenschen auf die Fahne schreiben. Ändern sollen sich immer nur die Anderen, nie man selbst.

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  • Schüler am 08.02.2019 06:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mist!

    Schade,am 15.März kann ich nicht.Ich fliege dann nach New York...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sterblicher Mensch am 10.02.2019 00:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fanatiker...

    Es gab schon so viele böse Menschen und auch viele Weltverbesserer. Die Lebenserwartung steigt trotz all dieser Hysterie stetig. Und doch: Alle werden wir sterben, ob gut oder böse. Blinder Fanatismus bringt uns auch nicht weiter. Die Welt würde selbst an einer Überbevölkerung von Grünen ersticken. Ob sie das in 100 oder 1000 Jahren tut, macht leider nicht wirklich einen Unterschied. Irgendeine Generation wird's treffen.

  • Tobi 43 am 09.02.2019 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlose Demo

    Ich finde es gut das niemand einen tag frei bekommt für eine wirtschaftsfeindliche Demo. Das Greeenpees nicht frei gibt zeigt wie geheuchelt die ganze demo ist.

  • Der Seher am 09.02.2019 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder streiken fürs Klima

    In 5 Jahren verpesten sie dann die Luft mit geleasten Protzkarren.

  • Ugur der sprechende Papagei am 09.02.2019 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bester Job der Welt

    Wenn ihr wüsstet was ich weiss, wärt ihr froh das wir noch ein Klima haben.

  • gehöre nicht zu den LINKEN am 09.02.2019 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    unethische Demonstrationen

    Demonstrationen sind unETHisch, da diese suggerieren, dass es sich um eine Mehrheit handele. Tut es aber nicht. Es ist der Versuch, die Meinung einer kleinen Minderheit, der Mehrheit durch Trick und Täuschung aufzuzwingen. Z.B. 1/2 Million Frauen als Demo repräsentiert nur eine Minderheit, nicht die Mehrheit! Demos sind die Denkweise der Linken die sich grösser geben wollen als sie sind. Es ist der Versuch uns zu täuschen. Das ist was sie tun.

    • Böser Hund am 09.02.2019 18:20 Report Diesen Beitrag melden

      MinderheitenDiktatur

      Das ist nun mal Demokratie! In dieser Staatsform kann die Minderheit per Verfassung der Mehrheit vorschreiben, was sie zu tun hat. Überrascht?

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