Schweizer Banknotenserie

06. April 2016 12:54; Akt: 06.04.2016 16:50 Print

Das müssen Sie über die neuen Nötli wissen

Die Nationalbank hat den neuen 50er präsentiert. Warum kommt gerade er zuerst? Was bedeutet das Motiv? Und was kostet die Herstellung?

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Das ist sie also: Die neue 50er-Note der Schweizer Nationalbank. Wie gewohnt ist sie grün. Neu ist das Format - und vor allem das Motiv. Vorne sind eine Hand, ein Löwenzahn und ein Globus zu sehen. Hinten ein Paraglider vor dem Schin- und dem Aletschhorn. Die Interpretation: Es geht um die «weltoffene und erlebnisorientierte Schweiz». Auch die weiteren neuen Noten werden mit ähnlichen Gestaltungselementen versehen - es geht um Zeit, Licht, Wasser, Materie und Sprache. Das Nationalbank-Direktorium präsentiert die neue 50er-Note. Die 50er-Note wird zugeschnitten. Der neue Schein verfügt über 15 Sicherheitsmerkmale. Strahlen vor der neuen Note: Manuela Pfrunder, Gestalterin der neuen Banknotenserie, Fritz Zurbruegg, Vizepräsident der SNB, SNB-Präsidnet Thomas Jordan und Andrea Mächler, Mitglied des Direktoriums. Die definitve Version der 50er-Note sieht etwas anders aus als der Entwurf. Kurz vor der Präsentation. Die Note ist noch verhüllt. Die Grafikerin Manuela Pfrunder hat die Note entworfen. Die Nationalbank präsentiert am 6 April die neue 50er-Note. Im Bild zu sehen ist der Entwurf der Grafikerin Manuela Pfrunder. Definitiv in Umlauf kommt die Note am 12 April 2016. Das sind die ersten Entwürfe der neuen Schweizer Banknoten-Serie. Als zweite Note soll 2017 die 20-Franken-Note ersetzt werden. Die restlichen Noten werden mit einem Abstand von einem halben bis einem Jahr in Umlauf gebracht. Bis 2019 sollen sämtliche Noten durch neue ersetzt werden. Die Entwürfe für die neue Banknotenserie wurden im November 2005 erstmals gezeigt. Diese Vorschläge reichte die Schweizer Designerin Manuela Pfrunder ein. Sie gewann damit den zweiten Rang, erhielt aber dennoch den Auftrag zur Feinausarbeitung der Notenserie. Das Thema, welches die Nationalbank vorgegeben hatte, lautete: Weltoffene Schweiz. So hat dies Pfrunder umgesetzt. Sie überarbeitete ihre Vorschläge für die endgültige neue Banknotenserie in den letzten Jahren. Das endgültige Design ist noch nicht öffentlich bekannt. 2005 war der Sieger des Design-Wettbewerbs erkoren worden. Der Zürcher Manuel Krebs gewann damals den Wettbewerb, nicht aber den Auftrag. Zusammen auf dem zweiten Rang mit Pfrunder landete Martin Woodtli aus Zürich. Davide Ackermann aus Lugano sandte diese Entwürfe ein und landete auf dem vierten Rang. Der Pariser Grafiker André Baldinger erreichte den fünften Rang mit seinem Retro-Design. Manuela Pfrunder, Gestalterin der neuen Banknotenserie, praesentiert die neue Schweizer 50-Franken-Note der Schweizerischen Nationalbank im Salon du Palais in Bern, am Mittwoch, 6. April 2016. Die neue Schweizer Banknote kommt am Dienstag, 12. April 2016, in Umlauf. Die 50er-Note ist die erste Note der neuen Banknotenserie, die in Umlauf gebracht und praesentiert wird. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

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Wieso gibt es überhaupt neue Noten?
Eines der Hauptziele bei der Entwicklung einer neuen Banknotenserie ist es laut SNB, eine höhere Fälschungssicherheit und somit einen Vorsprung gegenüber Betrügern zu erreichen. Gleichzeitig sollen die Noten handlich, strapazierfähig und gut unterscheidbar – also angenehm im täglichen Gebrauch – sein.

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Warum kommt die 50er-Note als Erstes?
Die 50-Franken-Note ist ein Geldschein, der in mittelgrosser Stückzahl im Umlauf ist. Deshalb ist es für die Logistik der SNB einfacher zuerst diese Note auszutauschen. Als zweite Note soll 2017 die 20-Franken-Note ersetzt werden, die restlichen Noten mit einem Abstand von einem halben bis einem Jahr.

Wie viele Banknoten befinden sich in der Schweiz im Umlauf?
Im Jahr 2015 betrug der durchschnittliche Notenumlauf 407 Millionen Stück im Wert von 67,4 Milliarden Franken. Darunter befanden sich knapp 49 Millionen 50er-Noten mit einem Gesamtwert von knapp 2,5 Milliarden Franken. Die Note mit der grössten Anzahl Scheine im Umlauf ist aber der Hunderter.

Was bedeutet das Motiv auf der neuen 50er-Note?
Manuela Pfrunder, die Schöpferin der neuen Noten, erklärte an der Präsentation: «Auf der 50-Franken-Note erzählen wir die Geschichte vom Wind.» Und weiter: «Wind ist eine druckausgleichende Kraft, welche die unterschiedlichsten Regionen unseres Planeten miteinander verbindet. Wind ist eine Kraft, die aber auch uns Menschen gegeben ist und die wir selber erzeugen können, wenn wir beispielsweise die Samen einer Pusteblume – eines Löwenzahns – fortblasen.» Die Note steht mit den anderen Noten in einem Gesamtkonzept, das die Schweiz als erlebnisreich zeigen soll. SNB-Präsident Thomas Jordan zeigte sich vom neuen Design begeistert: «Wir schauen diese Note jeden Tag mit grösstem Vergnügen an.»

Wie lange ist die alte 50er-Note noch gültig?
Mit den alten Noten kann auch nach der Lancierung der neuen Scheine bezahlt werden. «Für einige Zeit werden also die neue und die alte 50-Franken-Note gleichzeitig zirkulieren», so SNB-Vize Fritz Zurbrügg. Die zur SNB zurückgebrachten Noten werden laufend vernichtet. Nach einem halben Jahr sollten etwa zwei Drittel aller alten Noten ausgetauscht sein. Insgesamt können die alten Noten noch 20 Jahre bei der SNB gegen neue umgetauscht werden. Nach Ablauf dieser Frist verlieren sie ihren Wert.

Wie sicher ist der neue Schein?
Die neuen Noten seien in Sachen Sicherheit Weltspitze, erklärt SNB-Chef Thomas Jordan. Insgesamt wurden 15 Sicherheitsmerkmale auf der Vorder- und Rückseite eingearbeitet. Ein wichtiges Sicherheitselement ist der Globus: Kippt man die Note von links nach rechts, bewegt sich ein goldener Bogen über den Globus. Hält man die Note vor sich und kippt diese nach hinten, so wechselt die Farbe des Globus. Laut Zurbrügg hat die SNB für die Noten kein gängiges Sicherheitspapier verwendet, sondern einen besonderen dreischichtigen Druckstoff entwickeln lassen. Details zu den Sicherheitsmerkmalen sehen Sie hier.

Was kostet das Umrüsten der Bancomaten?
Die Umrüstung kostet laut Banken zwischen 175 und 450 Franken pro Gerät, je nach Modell und je nachdem, welche Funktionen möglich sind. Je nach Anzahl Automaten wird die Umrüstung somit unterschiedlich teuer. Die PostFinance muss beispielsweise rund 1000 Postomaten in der Schweiz umbauen. Im Gegensatz dazu entstehen den SBB bei ihren Billetautomaten durch die neue Note kaum Kosten, da diese lediglich ein Software-Update für die Notenleser brauchen. Das Update erfolgt zentral und ermöglicht die Annahme der neuen 50er-Note ab dem Ausgabetag am 12. April 2016, so eine Sprecherin zu 20 Minuten.

Wie häufig gibt es neue Banknoten?
Erstmals gab die Schweizerische Nationalbank 1907 eine Banknotenserie heraus. Zuvor lag der Druck in der Hand der einzelnen Kantone. Seither gab es acht verschiedene Banknotenserien, die neue 50er-Note gehört zur neunten Serie. Die achte Serie wurde dabei 1995 herausgegeben, die sechste Serie 1976. Dazwischen gab es 1984 die siebte Serie, die aber nie ausgegeben und wieder vernichtet wurde.

Was kostet die Herstellung einer neuen Banknote?
Die Herstellkosten der Banknoten hängen von der Notengrösse und der Produktionsmenge ab. Sie belaufen sich bei der neuen Notenserie durchschnittlich auf rund 40 Rappen pro Note. Somit sind die Kosten pro Note rund 10 Rappen höher als bei der vorherigen achten Banknotenserie.

Braucht es heute überhaupt noch Bargeld?
«Trotz rasanter technologischer Entwicklungen im Bereich des Bezahlens wurde das Bargeld bisher nicht verdrängt. In der Schweiz ist Bargeld noch immer weit verbreitet und populär», betonte SNB-Chef Thomas Jordan an der Pressekonferenz. Eine komplette Ablösung des Bargelds in der Schweiz durch elektronische Zahlungsmethoden ist somit noch nicht in Sicht.

Wieso kam die neue Note so viel zu spät?
Die Ausgabe der neuen Banknotenserie war ursprünglich für das vierte Quartal 2012 vorgesehen, doch verzögerte sich die Ausgabe wegen technischer Probleme und eines Diebstahls von 1800 1000er-Noten. Die SNB hielt Orell Füssli trotz aller Schwierigkeiten die Stange.

(kwo/sas/lin)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A.B. am 06.04.2016 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch klar...?!

    Es ist die Erde: oben recht sieht man Europa, mitte-rechts Afrika. Die Pfeile sind Wind-Indikatoren, passen zum verblasenen Loewenzahn sowie dem Gleitschrim auf der Rueckseite.

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  • S.G. am 06.04.2016 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Luftströme auf der Erde..?

    Es scheint sich ja um das Thema Luft/Wind zu handeln, wäre also logisch dass es sich um die Luftströme auf der Erde handeln könnte, wenn auch etwas vereinfacht..

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  • Patricia am 06.04.2016 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Franken

    Ist mir egal wie die aussieht, Hauptsache da steht weiterhin Franken und nicht Euro drauf.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • sej.jas am 07.04.2016 23:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    500 Franken Note

    wie wäre es mit einer 500 Franken Note und die 1000 Franken Note vernichten?! Mit einem Tausender kann man sowieso fast niergens bezahlen...

  • LuckyRalf am 07.04.2016 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gebrauchshinweise bitte gleich aufdrucken

    Muss man schon Sachen über Noten wissen? Wenn ja, bitte gleich aufdrucken. Meist ist es Geld, wenn es sich so anfühlt und bestätigt wird es, wenn ich etwas dafür bekomme. :)

  • brigitul am 07.04.2016 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    unser Land - ein verblühter Löwenzahn?

    Die Schweiz wird ausgepustet werden, ihre Bewohner über die ganze Erde verstreut...retten wird sich nur können, wer einen Paraglier besitzt und wegfliegen kann...

  • Gopfried am 07.04.2016 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stutz

    Ich muss nur wissen dass ich damit bezahlen kann. Wenn ich einen Einführungskurs belegen muss bevor ich das neue Nötli ausgeben kann taugt es nix. Dann können sie es gleich wieder einstampfen.

  • roland r. am 07.04.2016 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Weltoffen

    Die Schweiz und weltoffen - mit dem heutigen politischen Klima bald eine Vergangenheit. Schade, denn mit Offenheit kommt Wohlstand - oder geht bei Abwesenheit. Arme junge Generationen, die das dann ausbaden müssen.