Geldwäscherei-Verdacht

18. Februar 2015 12:31; Akt: 19.02.2015 13:43 Print

Das sagt die Finma zur Razzia bei HSBC in Genf

von Isabel Strassheim - Heute Mittwoch wurden die Räume der HSBC in Genf durchsucht. Die Vorwürfe beziehen sich aber auf alte Fälle. Inzwischen habe sich die Bank geändert, sagt die Finma.

storybild

Ermittlungen gegen die HSBC-Tochter in Genf. (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Mitarbeiter der Genfer Staatsanwaltschaft haben am Mittwoch in den frühen Morgenstunden die Räume der Genfer Bank HSBC durchsucht. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma ist über das Geldwäschereiverfahren der Genfer Staatsanwaltschaft gegen die HSBC Private Bank (Suisse) informiert, wie Mediensprecher Vinzenz Mathys zu 20 Minuten sagt. «Die Finma ist mit der Bank diesbezüglich in Kontakt», erklärt Mathys weiter. Das laufende Verfahren betrifft offenbar jedoch Fälle vor dem Jahr 2007.

Denn auch die Finma selbst hatte in den vergangenen Jahren bei dem HSBC-Ableger in Genf zwei Verfahren wegen Geldwäscherei durchgeführt. «Die Finma hat in der Folge Massnahmen angeordnet. Die Bank hat diese umgesetzt», sagt der Sprecher weiter.

Änderungen dank Finma

Die Finma selbst sei nicht für konkrete strafrechtliche Ermittlungen zuständig, wie Mathys betont. Die Behörde überwacht die Einhaltung des Aufsichtsrechts.

«Wir haben keine Hinweise, dass HSBC heute sowohl hinsichtlich ihrer IT wie auch hinsichtlich der Prozesse in der Geldwäschereibekämpfung gegen die aufsichtsrechtlichen Vorgaben verstossen würde», wie Finma-Sprecher Mathys betont. Das Geschäftsgebaren bei der HSBC in Genf habe sich auch aufgrund der Intervention der Finma inzwischen geändert.

Vorwürfe wegen schwerer Geldwäscherei

Bei den aktuellen strafrechtlichen Untersuchungen handelt es sich offenbar um Fälle aus der Vergangenheit: Die Genfer Staatsanwaltschaft gab bekannt, dass sie eine Untersuchung wegen Geldwäscherei gegen die HSBC in Genf sowie gegen unbekannt eröffnet hat. Es kam es zu einer Hausdurchsuchung bei der Bank. Hintergrund ist ein Bericht, wonach die Bank wissentlich illegale Aktivitäten von Waffen- und Diamantenhändlern ignoriert haben soll. Zudem habe sie wohlhabenden Menschen geholfen, Steuern zu umgehen. Die treibenden Kräfte hinter der Hausdurchsuchung sind der Genfer Generalstaatsanwalt Olivier Jornot und der Staatsanwalt Yves Bertossa.

Der Schweizer Ableger der britischen Grossbank HSBC stand letzte Woche im Fokus der internationalen Presse. Im Rahmen der sogenannten «Swissleaks»-Affäre wurde der Genfer Filiale von HSBC vorgeworfen, für Delikte wie Geldwäscherei, Terrorfinanzierung sowie Drogen- oder Waffenhandel Hand geboten zu haben. Basis für «Swissleaks» bilden von einem internationalen Journalistennetzwerk ausgewertete Daten, die der Informatiker Hervé Falciani 2007 bei HSBC gestohlen hatte.

HSBC ist grösste Schweizer Auslandsbank

So stehen mehrere HSBC-Kunden aus Saudi-Arabien unter Verdacht, Osama Bin Laden Geld gespendet zu haben. Weiter soll der Schweizer Ableger von HSBC Konten des Clans von Syriens Diktator Baschar al-Assad beherbergt und Millionenvermögen für Händler von Blutdiamanten im Liberia-Konflikt verwaltet haben.

Bei HSBC Schweiz handelt es sich nicht um eine klassische Schweizer Bank. Die Hongkong & Shanghai Banking Corporation ist eine international tätige Grossbank mit Sitz in London. Ihr hiesiger Ableger ist aber die mit Abstand grösste Schweizer Auslandsbank. 2013 schrieb die Bank laut der Statistik der Auslandsbanken einen Gewinn von 2 Milliarden Franken und beschäftigte rund 1400 Personen.

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alain tibeu am 18.02.2015 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augenwischerei

    naja...busse gibt es und man macht frölich weiter. Leute gehen fein raus...

    einklappen einklappen
  • Unmögliche Bank am 18.02.2015 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    HSBC ist das nicht die Bank

    die ihre Mitarbeiter den Amis verkauft hat? Die hat doch nach ein wenig Druck gleich Mitarbeiter Daten an die Amis raus gegeben.

  • Reto Rolliger am 18.02.2015 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endscheidung wichtig

    Wir Schweizer müssen ins langsam endscheiden. Entweder lassen wir diese Leute ihr Geld bei uns aufheben oder das Weckli kostet morgen 3 Frankenund wir verdienen nur noch 10 Franken pro Stunde. Ehrlichkeit gehört nunmahl dazu.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Susi Sorglos am 19.02.2015 04:00 Report Diesen Beitrag melden

    HSBC Schweizer Bank?

    Heisst Hongkong-Shanghai Banking Company und ist KEINE Schweizer Bank, sondern die Genfer Filiale des britischen Mutterhauses. Müssen wir jetzt wirklich für jede ausländische Bank, die in der Schweiz Filialen hat (ohne deren spezifischen Sinn und Zweck zu verneinen) den Kopf hinhalten? NEIN, sicher nicht!

    • KULT-Urbanause am 19.02.2015 15:20 Report Diesen Beitrag melden

      bischen einfach

      Es ist eine Tochtergesellschaft nach Schweizer Recht unter Schweizer Aufsicht.... ergo geht es uns was an. Und wo wir gerade dabei sind. Ein Teil der Fälle aif Swiss-Leaks geht vom Zeitraum her auf eine Zeit zurück, wo es noch die Guyerzeller Bank AG war... und das waren definitv Schweizer.

    einklappen einklappen
  • A. Tscharner am 18.02.2015 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    Gängsterbank

    Warum ist diese Bank in Genf stationiert, weil es eine Gängsterbank ist.

  • Unmögliche Bank am 18.02.2015 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    HSBC ist das nicht die Bank

    die ihre Mitarbeiter den Amis verkauft hat? Die hat doch nach ein wenig Druck gleich Mitarbeiter Daten an die Amis raus gegeben.

  • Reto Rolliger am 18.02.2015 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endscheidung wichtig

    Wir Schweizer müssen ins langsam endscheiden. Entweder lassen wir diese Leute ihr Geld bei uns aufheben oder das Weckli kostet morgen 3 Frankenund wir verdienen nur noch 10 Franken pro Stunde. Ehrlichkeit gehört nunmahl dazu.

    • c. f. meyer am 18.02.2015 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      vor dieser Entscheidung stehen wir schon seit Gene

      Nur ist das seit Ende des Kalten Krieges nicht mehr so opportun sondern kriminell geworden. Und diejenigen, die geglaubt haben, der Schweizer an sich sei das Wirtschaftsgenie, haben jetzt so langsam ein echtes Identifikationsproblem.

    einklappen einklappen
  • Alain tibeu am 18.02.2015 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augenwischerei

    naja...busse gibt es und man macht frölich weiter. Leute gehen fein raus...

    • Andreas Cingros am 18.02.2015 13:21 Report Diesen Beitrag melden

      Checklisten Regulator

      HSBC ist kein Einzelfall, HSBC hat sich nur erwischen lassen... Finma redet sich wieder raus, wie auch bei Bank Espirito Santo

    • Steff am 18.02.2015 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ist schon klar

      Wahrscheinlich gibts nicht mal ne busse, da zu lange her und niemand verantwortlich...

    einklappen einklappen