Shoppen mit gutem Gewissen

25. Oktober 2018 21:03; Akt: 25.10.2018 21:03 Print

Das sind die Alternativen zu Fast Fashion

Sich von grossen Modeketten unabhängig zu machen, ohne viel Geld auszugeben, ist möglich. Fünf Alternativen.

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Laut Konsum-Expertin Christine Schäfer vom Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) wünschen sich Kunden beim Kleiderkauf mehr Transparenz und Nachhaltigkeit. Bis sich das im Massenmarkt durchgesetzt hat, könnte es aber noch Jahre dauern. Was können Konsumenten also heute schon tun? Hier sind fünf Alternativen zum Shopping bei Moderiesen. Wer gebrauchte Kleider kauft, spart Ressourcen, denn die Textilien werden weiter gebraucht statt weggeworfen. Auch das Bankkonto wird geschont. Das negative Image von Kleidung aus zweiter Hand ist laut Schäfer im Wandel: «Die Konsumenten wünschen sich Individualität und mit Vintage-Stücken erhalten sie diese.» Besonders wenn es um spezielle Anlässe wie Feste geht, bietet es sich an, Kleider zu mieten statt neue zu kaufen, die nach einmal tragen im Schrank verstauben und bald darauf in der Kleidersammlung landen. In der Schweiz kann man sich bei Anbietern wie Fashion Emergency oder Kleihd Festtagskleidung leihen. Dieses Konzept ähnelt dem des Kleidermietens. Der Unterschied ist, dass man eine ganze Garderobe oder mehrere Outfits mietet und dafür pro Tag, Woche oder Monat eine Abo-Gebühr zahlt. Manchmal ist die Reparatur der Kleider darin inbegriffen. In der Schweiz ist das Angebot an Kleider-Abos noch relativ dürftig. Im Bereich von Baby-Kleidern gibt es ein Start-up namens Babybox. Bei Fair-Fashion-Labels einzukaufen, ist die teuerste Alternative, aber auch die bequemste. Voraussetzung ist, man kennt sich im Label-Dschungel etwas aus und weiss, was man will. Apps wie Good On You helfen dabei, faire Hersteller zu finden. Dank privaten Kleidertauschpartys oder von Walk-in-Closet Schweiz organisierten Events kann man Kleider, die einem nicht mehr gefallen oder passen, gegen andere tauschen. Wer an einem Kleidertausch teilnimmt, bringt zum Beispiel eine Jeans mit und geht mit einem Pullover eines anderen Teilnehmers nach Hause.

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Modeketten lassen ihre Kleider oft unter umweltschädlichen und ausbeuterischen Zuständen in Billiglohnländern produzieren. Erst Mitte Oktober wurde bekannt, dass in einer Textilfabrik, in der auch Lidl-Kleider produziert wurden, ein Schlägertrupp Arbeiterinnen attackiert haben soll.

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Die Verunsicherung bei den Konsumenten ist daher gross. Laut Konsum-Expertin Christine Schäfer vom Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) wünschen sich Kunden beim Kleiderkauf mehr Transparenz und Nachhaltigkeit. Bis sich das im Massenmarkt durchgesetzt hat, könnte es aber noch Jahre dauern. Was können Konsumenten also heute schon tun? Hier sind fünf Alternativen zum Shopping bei Moderiesen:

• Kleider aus zweiter Hand kaufen
Wer gebrauchte Kleider kauft, spart Ressourcen, denn die Textilien werden weiter gebraucht statt weggeworfen. Auch das Bankkonto wird geschont. Das negative Image von Kleidung aus zweiter Hand ist laut Schäfer im Wandel: «Die Konsumenten wünschen sich Individualität und mit Vintage-Stücken erhalten sie diese. Wenn Verkäufer die Kleidung dann noch mit einem ‹Pre-Loved›-Etikett versehen, erhalten sie einen emotionalen Wert.» Das Geschäft mit Secondhand soll laut dem Resale Report 2018 in Zukunft 24-mal schneller wachsen als der klassische Kleiderhandel.

• Kleider mieten
Besonders wenn es um spezielle Anlässe wie Feste geht, bietet es sich an, Kleider zu mieten statt neue zu kaufen, die nach einmaligem Tragen im Schrank verstauben und bald darauf in der Kleidersammlung landen. In der Schweiz kann man sich bei Anbietern wie Fashion Emergency oder Kleihd Festtagskleidung leihen. Bei vielen Mietangeboten ist die Reinigung und Rücksendung der Kleidungsstücke schon im Mietpreis inbegriffen.

• Kleider abonnieren
Dieses Konzept ähnelt dem des Kleidermietens. Der Unterschied besteht darin, dass man eine ganze Garderobe oder mehrere Outfits mietet und dafür pro Tag, Woche oder Monat eine Abo-Gebühr zahlt. In den USA und China ist dieses Modell der Sharing Economy schon verbreitet: Alibaba und Amazon investieren laut BBC bereits in Kleider-Leih-Start-ups wie Rent The Runway und YCloset. In der Schweiz ist das Angebot an Kleider-Abos noch relativ dürftig. Im Bereich von Baby-Kleidern gibt es ein Start-up namens Babybox.

• Kleider von Fair-Fashion-Labels
Bei Fair-Fashion-Labels einzukaufen, ist die teuerste Alternative, aber auch die bequemste. Voraussetzung ist, man kennt sich im Label-Dschungel etwas aus und weiss, was man will. Da Nachhaltigkeit auch eine Marketing-Strategie ist, wird von manchen Marken Greenwashing betrieben. Auf den Internetseiten der Clean Clothing Campaign und von Fashion Revolution erhält man Informationen zu verschiedenen Labels und Zertifikaten. Auch Apps wie Good On You helfen dabei, faire Hersteller zu finden.

• Kleider tauschen
Dank privaten Kleidertauschpartys oder von Walk-in-Closet Schweiz organisierten Events kann man Kleider, die einem nicht mehr gefallen oder passen, gegen andere tauschen. Wer an einem Kleidertausch teilnimmt, bringt zum Beispiel eine Jeans mit und geht mit einem Pullover eines anderen Teilnehmers nach Hause. Viele dieser Events sind gratis oder haben einen tiefen Eintrittspreis.

(vay)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Carla Berg am 25.10.2018 21:33 Report Diesen Beitrag melden

    weniger kaufen

    Die einfachste Antwort: Zeitlose Kleider kaufen und sie tragen, bis sie kaputt sind...

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  • Katrin am 25.10.2018 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "ethischer Konsum"

    Die ethischste Form des Konsums ist immer noch: der Verzicht.

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  • Paula am 25.10.2018 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selber nähen

    ich kaufe Stoffe die in der Schweiz produziert werden und Nähe meine Garderobe selbst.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fantomas am 26.10.2018 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    In der Schweiz

    sind Kleider ziemlich teuer also muss ich nicht noch extra drauf zahlen!

  • Jasmin Nyff am 26.10.2018 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Billige Kleidung

    Nicht alles kommt aus Billiglohnländern, man muss halt darauf achten beim shopping und nicht nur die Dollarzeichen mie Dagobert Duck auf den Augen haben. Seit doch mal ehrlich wer kann für ein Produkt das im Laden fast nichts kostet das produzieren oder bekommt ihr alle auch nur einen Hungerlohn am Monatsende

  • BauarbeiterPilz am 26.10.2018 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Kleider Lebenslauf

    Meine Kleider haben alle den gleichen Lebenslauf. Wenn ich mir etwas schönes neues kaufe, dann ziehe ich es zuert nur im Ausgang oder zu besonderen Anlässen an. Wenn es denn schon einige mal getragen worden und es verwaschen ist oder sonst nicht mehr wie neu aussieht wird es degradiert zu Alltags Kleidung. Wenn diese Kleider dann auch ein paar Jahre darunter gelitten haben, werden sie nochmals degradiert zu Kleidern die ich auf der Arbeit auf dem Bau trage. Das heisst Kleider mit denen man mich heute sieht, werde ich in 3-5 Jahren auf der Baustelle tragen undzwar bis sie kaputt sind.

  • Sven am 26.10.2018 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Used-Look

    Ich trage auch noch kaputte, verwschene oder löchriche Kleider und nenne es dann einfach Used-Look. :)

  • Nanadina90 am 26.10.2018 00:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Slow...

    Schon mal was vo Slow Fashion gehört? Diese sind nachhaltig und qualitativ sehr hochwärtig. Aber ja, ein H&M ist natürlich viel günstiger... PS: mit ein bisschen Übung kann man sich Kleider auch selbst machen. Ich mach das so! Und spare damit imens... Auch Abfall wird verringert, was in der Modeindustrie einen haufen ist!

    • MAegi am 26.10.2018 14:40 Report Diesen Beitrag melden

      Nanadina90

      ..., ich wuerd das auch machen "selber", aber diese Kleider koennte man weder tragen, noch ansehen, denn ich bin ein richtiges Antinaehtalent..., schaade!

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