Bilanz-Ranking

28. November 2019 21:58; Akt: 29.11.2019 08:35 Print

Die Reichen in der Schweiz sind so reich wie nie zuvor

Die 300 Reichsten sind reicher geworden: Ihr Vermögen stieg um 4 Prozent auf total 702 Milliarden Franken. Alle Fakten – und wer am meisten Geld besitzt.

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Platz 10: Es war ein bewegtes Jahr für die Familie Jacobs. Im Januar scheiterte der Versuch von Andreas Jacobs (54), sich adoptieren zu lassen vom 82-jährigen Kaffeekönig Albert Darboven. Er wollte adoptiert werden, um den Konzern übernehmen zu können. Denn dieser darf laut «Bilanz» nur von einer Person der Familie geleitet werden. Die leiblichen Erben von Darboven verhinderten die Adoption. Platz 9: Sie führt das Bierimperium Heineken. Dabei fällt der Profit dieses Jahr in Asien mehr als Doppelt so hoch aus wie in den europäischen Ländern. Laut Bilanz weist Heineken fast ein Drittel der Erlöse aus dem fernöstlichen Biergeschäft in Höhe von 2,9 Milliarden Euro als Reingewinn aus. Platz 8: Die Familie ist im Textilhandel (C&A) und mit Immobilien reich geworden. Doch laut «Bilanz» schrumpften die Umsätze dieses Jahr um fast 100 Millionen Euro auf 2,14 Milliarden. Speziell der Onlinehandel harzt. Im Bild: C&A-Schweiz-Chef Albert Brenninkmeijer mit Gattin Carolina (die übrigens eine holländische Prinzessin ist) bei ihrer Hochzeit im Jahr 2012. Platz 7: Das Familienunternehmen Serono haben die Bertarellis 2007 für 16 Milliarden Franken verkauft. Ernesto baute Investmentfirmen auf, mit denen er erfolgreich sein Geld vermehrt. Er hat zweimal den America's Cup im Segeln gewonnen, sich aber mittlerweile vom Sport zurückgezogen. Gattin Kirsty (47) versucht sich derweil als Sängerin. Platz 6: Im Jahr 2000 gründete der in Armenien geborene Russe mit seinem schwedischen Partner das Unternehmen Gunvor. Innert weniger Jahre wuchs die Genfer Firma zu einem der Grössten Rohölhändler der Welt an. Timtschenko zählt zu den grössten Aufsteigern dieses Jahres: Sein Vermögen ist um 5 Milliarden Franken gestiegen. Platz 5: Die Familie Safra ist von Platz 4 auf Platz 5 gerutscht. Doch das Geschäft läuft rund: 2018 vermochte die Privatbank J. Safra Sarasin ihren Gewinn um 10 Prozent auf 350 Millionen Franken zu steigern, wie die «Bilanz» schreibt. Zudem ist Joseph Safra der reichste Banker in der Schweiz. Im Bild: Joseph Safra mit Gattin Vicky. Platz 4: Im letzten Jahr belegte der Brasilien-Schweizer noch den 3. Platz. 2018 schrumpfte sein Vermögen um sieben Milliarden Franken innert 52 Wochen. Dieses Jahr läuft es dafür etwas besser, so wuchs sein Vermögen unterm Strich um eine Milliarde Franken, wie die «Bilanz» mitteilt. Im Bild: Jorge Lemann mit seiner Frau Susanna. Platz 3: Der Chanel-Mitbesitzer Gérard Wertheimer ist auf Platz 3 vorgerückt. 2018 steigerte das Luxuslabel seinen Umsatz um 10,5 Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar, wie die «Bilanz» schreibt. Wertheimer zählt zu den Aufsteigern: Sein Vermögen hat sich um 5 Milliarden Franken erhöht. Im Bild: Queen Elizabeth II, Gérard (Mitte) und Alain Wertheimer. Platz 2: Die Nachfahren der Roche-Gründerfamilien kontrollieren 50,1 Prozent der Stimmen am Pharma-Konzern und 9,3 Prozent des Kapitals. Roche meldete für die ersten neun Monate schon ein zweistelliges Umsatzwachstum, so viel wie seit zehn Jahren nicht mehr, wie die «Bilanz» schreibt. Im Bild: Roche-Verwaltungsrat André Hoffmann (2. v. r.) an einem Anlass von Swisscleantech im August 2013. Platz 1: Die Ikea-Familie Kamprad hält seit 17 Jahren unangefochten den Spitzenplatz unter den 300 Reichsten. Die Herrscher über das IKEA-Imperium sind die Söhne des verstorbenen Firmengründers Ingvar Kamprad: Jonas, Peter und Mathias (v. l. n. r) besitzen den Schweizer Pass. Der grösster Absteiger ist Ivan Glasenberg: Er ist einer der Hauptaktionäre und oberster Lenker des Rohstoffkonzerns Glencore. Ihm schmolzen 1,25 Milliarden Franken im letzten Jahr weg. Zu den Gewinnern zählt Telekom-Mogul Patrick Drahi. Sein Vermögen hat sich um 5 Milliarden Franken erhöht.

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Die 300 Reichsten in der Schweiz sind dieses Jahr einiges reicher geworden: Um 27 Milliarden Franken ist ihr Vermögen angewachsen. Das entspricht 4 Prozent. Damit besitzen die Superreichen nun 702 Milliarden Franken, wie die «Bilanz» mitteilt. Somit sind die Reichsten so reich wie nie zuvor.

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Dass das Vermögen gewachsen ist, liegt laut «Bilanz» unter anderem daran, dass der Goldpreis im vergangen Jahr stark in die Höhe gestiegen ist. Zudem wurde an den Aktienmärkten kräftig gehandelt und mit Immobilien sind immer noch gute Renditen zu holen. So befinden sich dieses Jahr 139 Milliardäre unter den 300 Reichsten – fünf mehr als im Vorjahr.

Trotz des Vermögenszuwachses ist aber nur jeder Sechste reicher geworden. Bei 223 der reichsten Personen und Familien ist das Vermögen nicht angewachsen. 29 Superreiche haben sogar Geld verloren. Viel mehr Geld haben nur einige wenige verdient. Das sind die Zahlen und Fakten rund um die Schweizer Superreichen:

Die zehn Reichsten (siehe Bildergalerie oben) konnten ihr Vermögen dieses Jahr um 18 Milliarden Franken erhöhen. Damit besitzen sie zusammen 221 Milliarden.

• Würde man das Vermögen der 300 Reichsten auf die Bevölkerung der Schweiz verteilen, ergäbe das für jeden Einwohner 81'650 Franken bar auf die Hand.

Am reichsten ist die Familie Kamprad. Seit 18 Jahren hält die Ikea-Familie die Spitze der 300 Reichsten in der Schweiz. 2019 hat sich ihr Vermögen um 4 Milliarden Franken vermehrt. Damit besitzt die Familie zwischen 54 und 55 Milliarden Franken. Firmengründer Ingvar Kamprad ist vor zwei Jahren gestorben. Seine drei Söhne Peter, Jonas und Mathias besitzen alle den Schweizer Pass.

Der reichste Banker ist Joseph Safra, der von Brasilien ins Wallis gezogen ist. Er herrscht über mehrere Banken und Investmentfirmen und hat ein umfangreiches Immobilienportfolio im Wert von 21 bis 22 Milliarden Franken.

• Unter den 300 Reichsten in der Schweiz befinden sich etwa 20 Frauen und rund 145 Männer, der Rest sind Familien. Die reichste Frau ist Charlene de Carvalho-Heineken. Sie steuert den Bierkonzern Heineken und besitzt zwischen 14 und 15 Milliarden Franken.

Die grössten Aufsteiger sind Investor Gennadi Timtschenko, Telecom-Mogul Patrick Drahi und Chanel-Mitaktionär Gérard Wertheimer. Alle drei haben ihr Vermögen um je 5 Milliarden Franken gesteigert.

Der grösster Absteiger ist Ivan Glasenberg. Er ist einer der Hauptaktionäre und oberster Lenker des Rohstoffkonzerns Glencore. Ihm schmolzen 1,25 Milliarden Franken im letzten Jahr weg. Schlecht geht es ihm deswegen aber nicht: 242 Millionen an Dividenden fliessen jedes Jahr in seine Taschen.

Die meisten Superreichen sind Ausländer, die in der Schweiz leben, hier angemeldet sind und dementsprechend Steuern zahlen.

• Seit 1989 ist das Vermögen der Reichsten in der Schweiz auf das 3,5-Fache gewachsen. Damals haben die 100 Reichsten zusammen 66 Milliarden Franken besessen.

2153 Milliardäre gibt es laut dem US-Magazin «Forbes» auf der ganzen Welt. Jeder Fünfzehnte lebt demnach in der Schweiz.

(bsc)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Me am 28.11.2019 22:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Untere mittelklasse

    Und die mittelklasse wird zur unteren mittelklasse. Anders gesagt die normalos haben immer weniger und die reichen immer mehr

    einklappen einklappen
  • Bürger am 28.11.2019 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das können wir noch besser

    Da liegt bestimmt noch mehr drinn! Ein paar Steuergeschenke mehr und wir knacken auch diesen Rekord! Der Mittelstand bezahlt doch gerne, damit die Superreichen noch reicher werden! /Sarkasmus-off

    einklappen einklappen
  • Arbeiter am 28.11.2019 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    5000 Brutto = Arm!

    Es ist und bleibt das Spiel 'rich get richer'

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Die neusten Leser-Kommentare

  • sumpfland am 04.12.2019 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    nur die reichen . wie schön

    mit betonung auf "die reichen in der schweiz..." denn alle anderen werden nur ärmer

  • Max münzberg am 04.12.2019 00:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lasst sie zahlen

    ja genau darum bin ich für eine gewaltige reichen Steuer die direkt ein bedingungsloses Grundeinkommen finanziert.. Steuern auf Transaktionen an der Börse und für eine Lobby für die Bevölkerung im bundeshaus Interessen durchsetzen kann

  • Seppli am 02.12.2019 20:31 Report Diesen Beitrag melden

    Die Reichen

    Die Reichen die nur auf dem Papier reich sind, sie sind der Stolz unserer Nation, denn Sie werden immer reicher, meine Güte wo leben wir?

  • Berni L. am 02.12.2019 01:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wann investiert man ins Volk

    Und nicht umgekehert, das Volk in solche Leute. So ein reiches Land, aber überall nur Dönerläden in Sicht. Pommes und Bratwurst, das wars.

  • Mark Müller am 01.12.2019 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Verschiedenen Leute und Verstand

    Reiche wissen was 50 Rp Wert sind und würden ihn niemals liegen lassen, die "armen" die ich kenne fliegen 2 mal pro Jahr in die Ferien kaufen die neusten elektro Gatgets und fahren Autos die sie sich nicht leisten können und viele würden sich nicht wegen 50 Rp bücken. Oder anders gesagt gebt allen 50000 Franken auf die Hand, die einen hätten nach 1 Monat den Betrag verdoppelt die anderen nach einer Woche nichts mehr, ist so.