«Bilanz»-Ranking

29. November 2018 22:00; Akt: 29.11.2018 22:00 Print

Das sind die 300 Reichsten in der Schweiz

Die Reichsten der Schweiz sind in diesem Jahr nochmals reicher geworden. Das sind die wichtigsten Fakten – und die zehn mit dem grössten Vermögen.

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Platz 10: Alfred N. Schindler ist der Firmenpatriarch des weltweit wichtigsten Lift- und Rolltreppenkonzerns Schindler. Dieser hatte ein gutes Jahr. Der Umsatz lag erstmals über 10 Milliarden Franken. Zudem hat die Familie durch jährliche Aktienrückkäufe kontinuierlich die Stimmkraft gesteigert. Mittlerweile hält die Familie 71 Prozent der Stimmen. Die sonst eher knausrige Familie hat zudem überraschenderweise die Dividende erhöht. Davon profitiert die Familie selber auch. Platz 9: Der 54-Jährige Andreas Jacobs und seine Familie ist mit dem Handel von Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade steinreich geworden. Heute sind die Jacobs vor allem für ihre milliardenschweren Beteiligungen bekannt. Diese schenkten auch 2018 ein. Platz 8: Die Chefin von Heineken und Wahlbündnerin Charlene de Carvalho-Heineken rutschte vom 7. auf den 8. Rang. Der weltweit zweitgrösste Braugigant Heineken hat im Sommer für rund 2.7 Milliarden Euro 40 Prozent der China Resources Beer Holding gekauft. Die Chinesen übernahmen dafür 5.2 Millionen Heineken-Aktien. Zum Bierimperium von Heineken gehören auch die Marken Eichhof, Calanda, Haldengut, Amber und Ziegelhof. Platz 7: Das Familienunternehmen Serono haben die Bertarellis 2007 für 16 Milliarden Franken verkauft. Ernesto baute Investmentfirmen auf, mit denen er erfolgreich sein Geld vermehrt. Er hat zweimal den America's Cup im Segeln gewonnen, sich aber mittlerweile vom Sport zurückgezogen. Gattin Kirsty (47) versucht sich derweil als Sängerin. Platz 6: Von Platz 5 auf Platz 6 zurückgefallen in der Liste ist die Familie Brenninkmeijer. Sie ist im Textilhandel (C&A) und mit Immobilien reich geworden. Im Bild: C&A-Schweiz-Chef Albert Brenninkmeijer mit Gattin Carolina (die übrigens eine holländische Prinzessin ist) bei ihrer Hochzeit im Jahr 2012. Platz 5: Der Chanel-Mitbesitzer Gérard Wertheimer ist neu in die Top 10 vorgerückt. Sein Vermögen ist um 8 Milliarden Franken gestiegen. Grund ist eine Neubewertung seines Modehauses. Wertheimer ist an Chanel zusammen mit seinem Bruder Alain zu je 50 Prozent beteiligt. Im Bild: Queen Elizabeth II, Gérard (Mitte) und Alain Wertheimer. Platz 4: Wie im letzten Jahr ist Joseph Safra auf Rang 4. Er ist der reichste Banker der Welt und lebt in Crans-Montana und in Brasilien. Zu seinem Imperium gehört auch die Basler Bank J. Safra Sarasin. Links im Bild: seine Gattin Vicky. Platz 3: Im letzten Jahr belegte der Brasilien-Schweizer noch den 2. Platz. Doch die schwachen Aktienmärkte liessen das Vermögen von Jorge Lemann (im Bild mit seiner Frau Susanna) um 7 Milliarden Franken schrumpfen. Allein seine Beteiligung am weltgrössten Bierbrauer AB InBev sackte um 6 Milliarden Franken ab. Der 78-Jährige lebt in einer Villa am Zürichsee. Platz 2: Die Nachfahren der Roche-Gründerfamilien kontrollieren 50,1 Prozent der Stimmen am Pharma-Konzern und 9.3 Prozent des Kapitals. Roche verdient weiterhin viel Geld und weist steigende Gewinne aus. Davon profitieren die Besitzerfamilien, wie die «Bilanz» schreibt. Im Bild: Roche-Verwaltungsrat André Hoffmann (2. v. r.) an einem Anlass von Swisscleantech im August 2013. Platz 1: Die Ikea-Familie Kamprad hält seit 17 Jahren unangefochten den Spitzenplatz unter den 300 Reichsten. Die Herrscher über das IKEA-Imperium sind die Söhne des verstorbenen Firmengründers Ingvar Kamprad: Jonas, Mathias und Peter besitzen den Schweizer Pass. Nachdem es die Blochers im letzten Jahr erstmals in die Top 10 geschafft haben, gehört die Familie 2018 zu den Verlierern. Grund ist der Preiszerfall der Aktien von Ems-Chemie. Das verkleinerte das Blocher-Vermögen um . Damit fällt die Blocher-Familie aus den Top 10. Beteiligt an der Ems-Chemie sind neben Magdalena Martullo-Blocher auch ihre Schwestern ... ... Miriam und ... ... Rahel. Der Mehrheitsaktionär des Logistikkonzerns Kühne + Nagel hat in diesem Jahr viel Geld verloren. Schuld ist das Abrutschen der Firmenpapiere. Kühne besitzt 53.3 Prozent des Konzerns. Er musste insgesamt ein Minus von hinnehmen. Patrick Drahi gehört der Telekommunikationskonzern Altice. Der israelisch-französische Unternehmer spaltete den Konzern in eine amerikanische und eine europäische Gesellschaft auf. Den US-Teil brachte er an die Börse. Doch die plötzliche Talfahrt von zwei Aktien brachte Drahi hohe Verluste. Altice USA brach um ein Drittel ein, Altice Europe verlor mehr als vier Fünftel. Insgesamt schrumpfte das Vermögen von Drahi um 2 Milliarden Franken. Die USA setzten den russischen Oligarchen und Investor auf ihre Russland-Sanktionsliste. Plötzlich konnte er mit seiner Renova Holding und anderen Firmen keine Geschäfte mehr in den USA machen. Auch wurden US-Gelder eingefroren. Vekselberg reagierte und verkleinerte etliche Beteiligungen. Den Aktienkursen tat das nicht gut. Vekselbergs Vermögen sank so um Franken. Und noch einmal Bierbaron Lemann: Weil sein Vermögen um Franken schrumpfte, gehört er zu den grössten Verlierern in der Reichenliste der «Bilanz». Das Möbelhaus IKEA boomt noch immer. Dafür sorgen die ehrgeizigen Kamprad-Söhne Jonas, Mathias und Peter. Sie bauen das Imperium weiter kräftig aus. In diesem Jahr eröffneten sie 18 neue Möbelhäuser, 15 sind im kommenden Jahr geplant. Zudem streben sie den Markteintritt in Lettland und Indien an. Das gut laufende Geschäft lässt das Vermögen der Kamprads anschwellen – um Die Familie Jacobs verdiente unter anderem auch mit Beteiligungen in diesem Jahr schön dazu. Das Vermögen wuchs um. Dafür gesorgt haben vor allem die 64-Prozent-Beteiligung am weltgrössten Schokolandehersteller Barry Callebaut. Im Bild: Andreas Jacobs. Der in Armenien geborene Investor ist mit 23,5 Prozent am russischen Gasproduzenten Novatek beteiligt. Der Konzern ist mittlerweile ein Schwergewicht und plant riesige Projekte. Zudem zieht die Nachfrage nach Flüssiggas an. Die Novatek-Aktien sind um die Hälfte gestiegen. Zusammen mit anderen Beteiligungen bläht das Timtschenkos Konto immer mehr auf. Hinzugekommen sind Der Belgier Alexandre Van Damme lebt seit 2016 in der Schweiz und besitzt etliche Beteiligungen. Eine der grössten ist jene am Bierimperium AB InBev. Dort sitzt er auch im Verwaltungsrat. Wie ein Journalist laut «Bilanz» enthüllte, besitzt Van Damme deutlich mehr Anteile am Bierkonzern. Daher gehört der Investor mit einem Plus von zu den grossen Aufsteigern in diesem Jahr. Die Bewertung des Modehauses Chanel musste deutlich nach oben korrigiert werden, denn erstmals in der über 100 Jahre alten Firmengeschichte hat das Modehaus Ertragszahlen vorgelegt. Folglich musste auch das Vermögen des Besitzers Gérard Wertheimer neu geschätzt werden.Es ist nun um angeschwollen. Damit ist Wertheimer der grösste Aufsteiger in der aktuellen Liste.

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Die 300 Reichsten der Schweiz sind in diesem Jahr nochmals reicher geworden. Sie haben zusammen so viel Geld wie noch nie angehäuft, wie die «Bilanz» schreibt.

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Allerdings fällt das Plus gegenüber den Vorjahren deutlich kleiner aus – obwohl es mit der weltweiten Wirtschaft gut läuft. Denn bestimmte Wertanlagen der Superreichen haben Verluste verzeichnet. So verlor Gold an Wert, und auch die Preise von einigen Rohstoffen sanken.

Am meisten belasteten aber die rückläufigen Aktienkurse an den europäischen Börsen den Kontostand vieler Millionäre und Milliardäre. Auch die Familie Blocher gehört zu den grössten Absteigern in diesem Jahr.

Doch wie reich sind die reichsten Schweizer in diesem Jahr wirklich? Das sind die wichtigsten Zahlen und Fakten der Reichenliste:

• Zusammen besitzen die 300 Reichsten der Schweiz 675 Milliarden Franken.

• Rechnet man das Gesamtvermögen auf die einzelnen Personen herunter, besitzen die 300 Reichsten ein Pro-Kopf-Vermögen von 2251 Millionen Franken.

• Unter dem Strich sind die Reichsten um 1,7 Milliarden Franken reicher geworden. Das ist ein Plus von lediglich 0,2 Prozent.

• Würde man das Vermögen der 300 Reichsten auf die Bevölkerung der Schweiz verteilen, ergäbe das für jeden Einwohner 79'400 Franken bar auf die Hand.

• Das durchschnittliche Vermögen der Reichen ist seit 1989 dreimal stärker gewachsen als das Bruttoinlandprodukt der Schweiz.

• Die zehn Reichsten (siehe Bildergalerie oben) haben in diesem Jahr 2 Milliarden Franken dazugewonnen und besitzen zusammen 203 Milliarden Franken. Somit halten 3 Prozent in der Liste rund ein Drittel des Gesamtvermögens der Reichsten.

Grösster Aufsteiger ist Chanel-Besitzer Gérard Wertheimer. Sein Vermögen ist um 8 Milliarden Franken gestiegen. Grund ist eine Neubewertung des Modehauses. Wertheimer ist an Chanel zusammen mit seinem Bruder Alain zu je 50 Prozent beteiligt.

• Unter den grössten Absteigern befindet sich die Familie Blocher. Grund ist der Preiszerfall der Aktien von Ems-Chemie. Das verkleinerte das Blocher-Vermögen um eine Milliarde Franken. Damit fällt die Blocher-Familie aus den Top 10.

• Unter den 300 Reichsten ist rund jeder zweite ein Milliardär.

• Die Mehrheit der Milliardäre sind Ausländer, die in der Schweiz wohnen, hier angemeldet sind und Steuern zahlen.

• Weltweit gibt es laut Forbes 2208 Milliardäre. Davon lebt jeder 16. in der Schweiz.

• In der Liste sind 15 neue Reiche aufgetaucht. Sie häufen zusammen 6.6 Milliarden Franken an.

• Um es auf die Reichenliste der «Bilanz» zu schaffen, muss man über ein Vermögen mindestens 100 Millionen Franken verfügen.

Wer in diesem Jahr in den Top 10 der Superreichen ist und wer zu den grössten Absteigern sowie Aufsteigern gehört, sehen Sie in der Bildstrecke oben.


(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klaus07 am 29.11.2018 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Idee!

    Macht doch einmal so einen Bericht über die 300 ärmsten Schweizer. Das wäre als Gegenpol hoch interessant.

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  • Don Logan am 29.11.2018 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Zwischen reich und arm

    Weshalb wird in der Schweiz immer nur über die Reichsten berichtet? Damit der Neid noch mehr steigt? Es gibt auch sehr viel Armut in unserem Land, mehr als man glaubt. Darüber wird oft stillgeschwiegen.

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  • Pitri am 29.11.2018 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ätzend

    Und wir normalen Bürger müssen den Franken zwei mal umdrehen, bis wir ihn ausgeben können,

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fragender am 01.12.2018 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Bares ist Wahres

    Gibt es auch eine echte Reichenliste, bei der die gebundenen und schlecht bzw. nur mit Verlust liquidierbaren Vermögenswerte ausgeklammert sind?

  • Eva am 01.12.2018 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realität von Gleichberechtigung

    Ich wäre schon Reich wenn ich mal in die Ferien könnt , aber leider holt der Staat mir das Geld aus der Tasche und so bin ich halt für die Steuer am arbeiten und nicht um mir auch mal was zu gönnen. DANKE das die Reichen verschont bleiben mehr abzugeben und dafür der arme sich 0 keisten kann.

    • Germane am 09.12.2018 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Eva

      Eine solche Aussage ist für eine(n) Schweizer(in) völlig absurd. Hier ist man von niedrigen Steuern so verwöhnt, dass man es gar nicht mehr zu schätzen weiss. Schaut mal über die Grenzen, das sind echte Steuerbelastungen ... bei weit niedrigen Löhnen und Gehältern.

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  • Tomy am 01.12.2018 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Sparfuchd

    Bin nur einfach Millionär ohne Auto oder Luxus, hier meine Sicht. Reiche: hatten auch mal nix in der bank( bzw deren Vorfahren), haben nix geschenkt bekommen, geben nicht auf, haben viele Haters Arme: meckern, nörgeln, fordern immer von anderen, und vorallem geben gern Daumen runter im Blog wenn jemand mehr hat als sie :-)

  • Kurt am 30.11.2018 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Es gibt Menschen die können nie genug haben. Viele gehen dabei über Leichen.

  • Freier Mensch am 30.11.2018 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    Erspart Euch den Neid!

    Die Reichsten der Reichsten erscheinen in diesem Heft gar nicht weil sie ihr Vermögen in eine steuerbefreite, gemeinnützige Stiftung eingebracht haben und dort als Stiftungsrat eingetragen sind und von allen Annehmlichkeiten der Stiftung profitieren und natürlich auch darüber bestimmen. Da sehen die Linken echt alt aus!

    • Mary J am 03.12.2018 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      Wer lesen kann

      Logisch, geht ja um die reichsten Schweizer und nicht weltweit!!

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