Gadgets, Avatare, 5G

03. Januar 2019 07:22; Akt: 03.01.2019 07:29 Print

Das erwarten die Konsumenten 2019

von R. Knecht - Das Handy kennt unseren Gemütszustand, der Smart Speaker streitet mit uns, und das Pendeln wird digital – diese Tech-Entwicklungen kommen 2019.

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Konsumenten sind heutzutage vernetzt und «smart». Das sind ihre Erwartungen für die Zukunft. Nutzer von virtuellen Assistenten wie Alexa, Google Now oder Siri rechnen damit, dass ihr Smartphone sie bald nicht nur sprachlich, sondern auch verstehen wird. Technologie soll dabei helfen, die langweiligen Aspekte des Lebens zu automatisieren. Das gilt etwa auch für . Bereits jetzt gibt es Smart-Kühlschränke, die ihren eigenen Inhalt überwachen und selbstständig Produkte im Onlineshop bestellen können. Digitale Stellvertreter, sogenannte Avatare, werden nicht nur immer üblicher – die virtuellen Repräsentationen sehen auch immer lebensechter aus. Die UBS etwa hat bereits 2018 eine lanciert. In nur drei Jahren soll es laut der grossen Mehrheit der Befragten üblich sein, dass Konsumenten mittels interaktivem Video oder dergleichen neue Dinge lernen, die sie noch nie zuvor ausprobiert haben. Grosse Hoffnung haben Konsumenten diesbezüglich vor allem für VR und AR. Bald kommt 5G und damit eine ganze Reihe neuer Anwendungsbereiche für Funktechnologie. Besonders Alarmsysteme, Onlineshopping in VR und selbstfahrende Autos dürften laut der Umfrage von 5G profitieren. Verschiedene digitale Assistenten geben unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage, davon sind viele Nutzer überzeugt. Darum sollten etwa Personen in einer Beziehung kompatible Assistenten haben – also solche, die sich nicht widersprechen. Laut Ericsson könnten solche Smart-Speaker sonst nämlich auch zu Streit zwischen ihren Besitzern führen. Viele Konsumenten glauben, dass virtuelle Assistenten dazu führen werden, dass wir vergessen, wie wir unsere eigenen Entscheidungen treffen. Darum werde es künftig «Fitnessstudios fürs Hirn» brauchen, um das Denken zu üben. Umweltbewusste Konsumenten wollen künftig digital pendeln: Statt per Zug oder Auto ins ferne Büro zu fahren, kommt man mittels digitaler Hilfsmittel an den Arbeitsort – also per VR, AR oder verbesserte Konferenztools. Es braucht global gültige Prinzipien zum Schutz von Personendaten, sagt die Mehrheit der Befragten. Die meisten sind überzeugt, dass beliebte Apps auch dann per Kamera, Mikrofon und GPS Daten über den Besitzer des Geräts sammeln, während dieser die App gar nicht benutzt. Nutzungsbedingungen zu akzeptieren nervt Konsumenten schon lange – meistens klickt man sich durch, ohne ein einziges Wort zu lesen. Die meisten Befragten plädieren darum für ein standardisiertes Formular, das alle Firmen nutzen müssen. Die Digitalisierung bringt vor allem auch im Handel viele Veränderungen. Der Online-Handel verdrängt die Läden. Zwischen 2010 und 2017 sind laut Schätzung des Marktforschungsinstituts GFK rund 6000 Läden verschwunden. Doch das ist erst der Anfang. Für die Konsumenten verändert sich das Einkaufen immer mehr. Das Marktforschungsinstitut GFK nennt 6 Aspekte. Der Onlinehandel wird den Detailhandel weiterhin durcheinanderwirbeln. Die Veränderungen dürften schnell passieren. Das zeigt das Beispiel bereits einen ersten Laden in den USA eröffnet. Zudem würden immer mehr Anbieter in den Markt drängen, sagt der Detailhandelsexperte Thomas Hochreutener von der GFK. «Konsumenten wissen heute oft mehr als der Verkäufer im Laden», sagt Hochreutener. Hat man früher den Kaufentscheid erst im Laden gefällt, geht heute dem Einkauf in der Regel eine intensive daher immer wichtiger. Etliche Anbieter versuchen bereits, die Produkte in ihren Filialen erlebbar zu machen, um die Kunden zurück in die Läden zu holen. Die Kundenansprache, der Service und auch die Produkte selber werden immer personalisierter. Das geht so weit, dass Kunden teils Produkte können. Längst gibt es nicht mehr nur ein Produkt für alle. So unterscheiden sich die Angebote heute immer schon stark in Sachen Qualität, Nachhaltigkeit oder Regionalität. Dieser Trend wird sich verstärken. Neue Technologien sollen nicht nur das Einkaufserlebnis steigern, sondern das Shoppen vielseitiger und einfacher gestalten. . Zudem wird Shopping immer mehr jederzeit und überall möglich sein. Der Detailhandel vernetzt sich zunehmend rund um die Welt. Das erfordert neue Gesetze und Vorschriften. Auch . Konsumenten sind oft für die sofortige Zustellung von Päckli eingesetzt.

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Konsumenten wollen virtuell tanzen lernen und rechnen damit, dass ihr Hirn bald ins Fitnessstudio muss. Grund dafür sind die Entwicklungen rund um digitale Assistenten, künstliche Intelligenz (KI) sowie Virtual und Augmented Reality (VR und AR). Ericsson hat die zehn Konsum-Trends aufgelistet. Sie sind das Resultat einer Umfrage bei rund 5000 Internetnutzern. Diese schätzten ein, wie es mit den aktuellen Technologien weitergeht, und was sie sich davon erhoffen:

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Emotionale Gadgets

Nutzer von virtuellen Assistenten wie Alexa, Google Now oder Siri rechnen damit, dass ihr Smartphone sie bald nicht nur sprachlich, sondern auch emotional verstehen wird. Dann könnte der Smart Speaker etwa von selbst leiser werden, wenn es um ein intimes Thema geht. Konsumenten erhoffen sich auch eine App, die Einträge auf Social Media automatisch auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft, wenn sie im Gesicht des Nutzers Überraschung wahrnimmt.

Shoppender Kühlschrank

Technologie soll dabei helfen, die langweiligen Aspekte des Lebens zu automatisieren. Das gilt auch für Lebensmitteleinkäufe, Rechnungen und die Steuererklärung. Bereits jetzt gibt es Smart-Kühlschränke, die ihren eigenen Inhalt überwachen und selbstständig Produkte im Onlineshop bestellen können.

Digitale Doppelgänger

Digitale Stellvertreter, sogenannte Avatare, werden nicht nur immer üblicher – die virtuellen Repräsentationen sehen auch immer lebensechter aus. Die UBS etwa hat bereits 2018 eine digitale Version ihres Chefökonomen lanciert. Konsumenten erwarten, dass vor allem im Kundendienst, wo Automatisierung schon länger im Zentrum steht, bald nur noch Avatare zum Einsatz kommen.

Virtuelle Lehrer

In nur drei Jahren soll es laut der grossen Mehrheit der Befragten üblich sein, dass Konsumenten mittels interaktivem Video oder dergleichen neue Dinge lernen, die sie noch nie zuvor ausprobiert haben. Jemand, der noch nie einen Hammer in der Hand hatte, soll durch das Internet etwa befähigt werden, einen kaputten Stuhl zu flicken. Grosse Hoffnung setzen Konsumenten diesbezüglich vor allem auf VR und AR. Mehr als die Hälfte der Befragten will etwa mit AR tanzen lernen.

5G-Gadget

Bald kommt 5G und damit eine ganze Reihe neuer Anwendungsbereiche für Funktechnologie. Besonders Alarmsysteme, Onlineshopping in VR und selbstfahrende Autos dürften laut der Umfrage von 5G profitieren. Ericsson geht davon aus, dass sich ein neues 5G-Gadget etablieren wird. Was genau das sein wird, ist unklar. Es werde aber einen ähnlichen Effekt auf den Markt haben wie 2007 das erste iPhone.

Smarter Streit

Verschiedene digitale Assistenten geben unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage, davon sind viele Nutzer überzeugt. Darum sollten etwa Personen in einer Beziehung kompatible Assistenten haben – also solche, die sich nicht widersprechen. Laut Ericsson könnten solche Smart Speaker sonst nämlich auch zu Streit zwischen ihren Besitzern führen.

Fitnessstudio fürs Hirn

Der Grossteil der Befragten will, dass das Smartphone den Besitzer künftig vor Krankheit oder Stress warnt – bevor der Konsument selbst etwas davon spürt. Die KI soll den Besitzer auch gleich zum Arzt, Zahnarzt oder Coiffeur schicken, egal, ob die betroffene Person weiss, dass es nötig ist. Viele Konsumenten glauben, dass das dazu führen wird, dass wir vergessen, wie wir unsere eigenen Entscheidungen treffen. Darum werde es künftig «Fitnessstudios fürs Hirn» brauchen, um das Denken zu üben.

Digitales Pendeln

Umweltbewusste Konsumenten wollen künftig digital pendeln: Statt per Zug oder Auto ins ferne Büro zu fahren, kommt man mittels digitaler Hilfsmittel an den Arbeitsort – also per VR, AR oder verbesserter Konferenztools. Und nicht nur der Arbeitsweg wird digitalisiert: Innert fünf Jahren soll es sogar üblich sein, zum Schutz der Umwelt per VR Ferien zu machen.

Spionage-Apps

Es braucht global gültige Prinzipien zum Schutz von Personendaten, sagt die Mehrheit der Befragten. Die meisten sind überzeugt, dass beliebte Apps auch dann per Kamera, Mikrofon und GPS Daten über den Besitzer des Geräts sammeln, während dieser die App gar nicht benutzt. Zudem fürchten Konsumenten, dass die Daten ohne Einwilligung verkauft werden.

Simple Nutzungsbedingungen

Nutzungsbedingungen zu akzeptieren, nervt Konsumenten schon lange – meistens klickt man sich durch, ohne ein einziges Wort zu lesen. Zudem werden sie misstrauisch, wenn sie einen Dienst nur nutzen dürfen, nachdem sie zuerst ein langes und kompliziertes Dokument akzeptieren. Die meisten Befragten plädieren darum für ein standardisiertes Formular, das alle Firmen nutzen müssen. Es sollte Konsumenten zumindest eine einfache Auswahl geben, zu welchem Grad die Daten genutzt werden dürfen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sue Ann am 03.01.2019 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Entwicklung

    Wenn ich das so lese, dann macht mir das Angst! Geht das richtige Menschsein verloren?

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  • MH20 am 03.01.2019 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Technisch interessiert

    Vieles davon ist für mich persönlich sehr interessant. Wenn ich aber lese, dass eine Antwort eines digitalen Assistenten für Streit in einer Beziehung sorgen kann, mache ich mir Gedanken wie gut die Technologie ist, wenn der Mensch dabei das Denken verlernt.

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  • carin am 03.01.2019 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    4G ist doch gut

    Wer sagt wir wollen 5G zu den aktuellen Bedingungen? Ich würde lieber die Strahlengrenzwerte nicht erhöhen und auf meinem 4G bleiben. Das sehen aber Konzerne anders, nicht der private Nutzer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mr. Jister am 03.01.2019 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Düstere Zukunft

    Empfehle jedem die Arte Doku - Digitale Nebenwirkungen, wenn das Gehirn überfordert wird. Auf YouTube zu finden

  • Ui Ui Ui am 03.01.2019 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haha

    Das Studio fürs Hirn ist ja die Härte :D Da verblödet man bei vollem Bewusstsein wortwortlich aufgrund der Technik, und hat dafür präventiv schon die nächste technische Lösung parat. Danach natürlich direkt zum Stressabbau.. Der Pharmaindustrie läuft sicher schon das Wasser im Mund zusammen^^ oder vlt. den Naherholungsgebieten? Man sollte sich lieber selber auf seinen Körper fokussieren und diesen deuten zu lernen. Wo führt das noch hin? Zur KI, die uns sagt, welche Emotion wir gerade empfinden? Oder besser: empfinden sollten? Gar: werden? Spannende Zeiten. Völlig Crazy, dennoch spannend...

  • Das Leben wird immer lustiger :-(( am 03.01.2019 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Neuerungen für 2020

    Bargeld wird abgeschafft. Jeder Mensch bekommt einen Chip eingepflanzt. Bachelor-Sendung zu schauen wird zur Pflicht u.s.w...

  • Josef am 03.01.2019 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lebensmittel

    Also ich finde Lebensmittel Einkaufen spannend. Kann sein das es für Leute aus Fast Food und Discounter Nationen, langweilig ist. Man sieht es diesen Menschen aber auch an.

  • Against the Mainstream am 03.01.2019 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Research it!

    5G --> schwer Gesundheitschädigend!