«Bilanz»-Liste

30. November 2018 16:56; Akt: 30.11.2018 16:56 Print

Das sind die Neulinge unter den Reichsten

Unter den 300 Reichsten der Schweiz sind etliche neue Namen zu finden, so etwa ein Google-Urgestein. Das sind die Neueinsteiger.

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Der 70-Jährige ist ein Nachkomme der Familie, die einst die Brauerei Stella Artois gegründet hat. Die Marke verkauften die Besitzer an den Bier-Riesen AB InBev. Übrig geblieben ist ein milliardenschweres Paket an AB InBev-Aktien. Die grosse Leidenschaft des Milliardärs ist aber nicht mehr das Bier, sondern sein Motorrad-Rennstall. Letztes Jahr ist van der Straten-Ponthoz von Belgien nach Genf gezogen. Der Schweizer gehörte zu den ersten zehn Mitarbeitern von Google. Das machte Hölzle steinreich. Noch heute ist er als Technologiechef beim Konzern tätig. Sein Vermögen besteht vor allem aus Aktien und Optionen. Die drei Familien besitzen den Konzern Ameropa, einen der weltweit grössten Agrarhändler. Im letzten Jahr hat der Konzern erstmals die Bücher öffentlich gemacht und einen Umsatz von 5,6 Milliarden Franken verkündet. Das katapultierte die Besitzerfamilien folglich in die Reichsten-Liste. Nicole Miescher (im Bild) selber ist Mitglied im Vorstand des Konzerns. Die Bottinellis sind Hauptaktionäre der Uhrenmarke Audemars Piguet und sind zudem an Handelsfirmen und Medizinalunternehmen beteiligt. Auch in den Energie-, Lebensmittel- und Gastrosektor hat die Familie investiert. Oliviero Bottinelli (im Bild) vertritt seine Familie im Verwaltungsrat von Audemars Piguet. Das Schraubenunternehmen Bossard liefert unter anderem auch Teile an den US-Elektroautohersteller Tesla. Seit der Firmengründung 1831 herrscht die Familie über den Konzern. Kommenden April soll der 48-jährige Daniel Bossard CEO werden. Der Ex-Nationalrat kümmert sich um seine Hess-Investment-Gruppe. Sie verfügt über ein Immobilienportfolio von 400 Millionen Franken. Zudem will Hess am Hafen von Romanshorn ein grosses Hotel bauen. Der von der Queen zum Ritter geschlagene Angest hat sein Vermögen als Banker angehäuft. Bei der Arbuthnot Banking Group in London ist er Hauptaktionär, CEO und Präsident. Angest soll immer wieder die englischen Konservativen von Premierministerin Theresa May mit Spenden unterstützt haben. Der 66-jährige Unternehmer war ursprünglich als Frauenarzt tätig. Als Enddreissiger gab er die Tätigkeit aber auf und widmet sich seither der Pharmazie. Er verkaufte eine eigene Firma für über 400 Millionen Franken und ging mit einer weiteren in New York und Zürich an die Börse. Loumaye wohnt seit vielen Jahren in Genf. Der ehemalige Stuntman kam zum grossen Geld, weil er 2004 in ein Software-Start-up investierte, dort die Führung übernahm und es dann 2013 für 1,5 Milliarden Franken an den Giganten SAP verkaufte. Seither ist er als Investor tätig und macht Kleinfirmen gross. Die promovierte Theologin wohnt im Kanton Schwyz und ist Vorstandsvorsitzende der einst von ihrem Grossvater gegründeten Ahlers AG. Der Herrenmodekonzern gehört zu den grössten in Europa und besitzt Marken wie Otto Kern, Pierre Cardin oder Pioneer. Stella Ahlers hat viel in Kunst investiert, unter anderem in Objekte von Kandinsky, Emil Nolde oder Joseph Beuys. Der studierte ETH-Mathematiker arbeitete bei der damaligen Schweizerischen Kreditanstalt (jetzige Credit Suisse) und machte sich später als Finanzunternehmer selbstständig, was ihn reich machte. Mit seiner Firma ist er etwa Hauptaktionär beim Baukonzern Implenia. Der ETH ist er verbunden geblieben und stiftet dort den jährlichen Rössler-Preis für ETH-Talente. Tudor war schon in seiner Kindheit an Technologie interessiert und bastelte als Teenager an TV-Geräten und anderen Elektrodingen rum. Er gründete Mitte der 90er-Jahre seine eigene Firma. Mit der Mircea Tudo Scan Tech entwickelt und produziert er Flugzeugscanner. Mit ihnen lassen sich Flugzeuge auf Mikrorisse, Sprengstoff oder Schmuggelware durchleuchten. Die Produktion holte er von Rumänien in die Schweiz. Erst im September wurde der neue Standort eröffnet. Platz 10: Alfred N. Schindler ist der Firmenpatriarch des weltweit wichtigsten Lift- und Rolltreppenkonzerns Schindler. Dieser hatte ein gutes Jahr. Der Umsatz lag erstmals über 10 Milliarden Franken. Zudem hat die Familie durch jährliche Aktienrückkäufe kontinuierlich die Stimmkraft gesteigert. Mittlerweile hält die Familie 71 Prozent der Stimmen. Die sonst eher knausrige Familie hat zudem überraschenderweise die Dividende erhöht. Davon profitiert die Familie selber auch. Platz 9: Der 54-Jährige Andreas Jacobs und seine Familie sind mit dem Handel von Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade steinreich geworden. Heute sind die Jacobs vor allem für ihre milliardenschweren Beteiligungen bekannt. Diese schenkten auch 2018 ein. Platz 8: Die Chefin von Heineken und Wahlbündnerin Charlene de Carvalho-Heineken rutschte vom 7. auf den 8. Rang. Der weltweit zweitgrösste Braugigant Heineken hat im Sommer für rund 2,7 Milliarden Euro 40 Prozent der China Resources Beer Holding gekauft. Die Chinesen übernahmen dafür 5,2 Millionen Heineken-Aktien. Zum Bierimperium von Heineken gehören auch die Marken Eichhof, Calanda, Haldengut, Amber und Ziegelhof. Platz 7: Das Familienunternehmen Serono haben die Bertarellis 2007 für 16 Milliarden Franken verkauft. Ernesto baute Investmentfirmen auf, mit denen er erfolgreich sein Geld vermehrt. Er hat zweimal den America's Cup im Segeln gewonnen, sich aber mittlerweile vom Sport zurückgezogen. Gattin Kirsty (47) versucht sich derweil als Sängerin. Platz 6: Von Platz 5 auf Platz 6 zurückgefallen in der Liste ist die Familie Brenninkmeijer. Sie ist im Textilhandel (C&A) und mit Immobilien reich geworden. Im Bild: C&A-Schweiz-Chef Albert Brenninkmeijer mit Gattin Carolina (die übrigens eine holländische Prinzessin ist) bei ihrer Hochzeit im Jahr 2012. Platz 5: Der Chanel-Mitbesitzer Gérard Wertheimer ist neu in die Top 10 vorgerückt. Sein Vermögen ist um 8 Milliarden Franken gestiegen. Grund ist eine Neubewertung seines Modehauses. Wertheimer ist an Chanel zusammen mit seinem Bruder Alain zu je 50 Prozent beteiligt. Im Bild: Queen Elizabeth II, Gérard (Mitte) und Alain Wertheimer. Platz 4: Wie im letzten Jahr ist Joseph Safra auf Rang 4. Er ist der reichste Banker der Welt und lebt in Crans-Montana und in Brasilien. Zu seinem Imperium gehört auch die Basler Bank J. Safra Sarasin. Links im Bild: seine Gattin Vicky. Platz 3: Im letzten Jahr belegte der Brasilien-Schweizer noch den 2. Platz. Doch die schwachen Aktienmärkte liessen das Vermögen von Jorge Lemann (im Bild mit seiner Frau Susanna) um 7 Milliarden Franken schrumpfen. Allein seine Beteiligung am weltgrössten Bierbrauer AB InBev sackte um 6 Milliarden Franken ab. Der 78-Jährige lebt in einer Villa am Zürichsee. Platz 2: Die Nachfahren der Roche-Gründerfamilien kontrollieren 50,1 Prozent der Stimmen am Pharma-Konzern und 9,3 Prozent des Kapitals. Roche verdient weiterhin viel Geld und weist steigende Gewinne aus. Davon profitieren die Besitzerfamilien, wie die «Bilanz» schreibt. Im Bild: Roche-Verwaltungsrat André Hoffmann (2. v. r.) an einem Anlass von Swisscleantech im August 2013. Platz 1: Die Ikea-Familie Kamprad hält seit 17 Jahren unangefochten den Spitzenplatz unter den 300 Reichsten. Die Herrscher über das IKEA-Imperium sind die Söhne des verstorbenen Firmengründers Ingvar Kamprad: Jonas, Mathias und Peter besitzen den Schweizer Pass. Nachdem es die Blochers im letzten Jahr erstmals in die Top 10 geschafft haben, gehört die Familie 2018 zu den Verlierern. Grund ist der Preiszerfall der Aktien von Ems-Chemie. Das verkleinerte das Blocher-Vermögen um . Damit fällt die Blocher-Familie aus den Top 10. Beteiligt an der Ems-Chemie sind neben Magdalena Martullo-Blocher auch ihre Schwestern ... ... Miriam und ... ... Rahel. Der Mehrheitsaktionär des Logistikkonzerns Kühne + Nagel hat in diesem Jahr viel Geld verloren. Schuld ist das Abrutschen der Firmenpapiere. Kühne besitzt 53,3 Prozent des Konzerns. Er musste insgesamt ein Minus von hinnehmen. Patrick Drahi gehört der Telekommunikationskonzern Altice. Der israelisch-französische Unternehmer spaltete den Konzern in eine amerikanische und eine europäische Gesellschaft auf. Den US-Teil brachte er an die Börse. Doch die plötzliche Talfahrt von zwei Aktien brachte Drahi hohe Verluste. Altice USA brach um ein Drittel ein, Altice Europe verlor mehr als vier Fünftel. Insgesamt schrumpfte das Vermögen von Drahi um 2 Milliarden Franken. Die USA setzten den russischen Oligarchen und Investor auf ihre Russland-Sanktionsliste. Plötzlich konnte er mit seiner Renova Holding und anderen Firmen keine Geschäfte mehr in den USA machen. Auch wurden US-Gelder eingefroren. Vekselberg reagierte und verkleinerte etliche Beteiligungen. Den Aktienkursen tat das nicht gut. Vekselbergs Vermögen sank so um Franken. Und noch einmal Bierbaron Lemann: Weil sein Vermögen um Franken schrumpfte, gehört er zu den grössten Verlierern in der Reichenliste der «Bilanz». Das Möbelhaus IKEA boomt noch immer. Dafür sorgen die ehrgeizigen Kamprad-Söhne Jonas, Mathias und Peter. Sie bauen das Imperium weiter kräftig aus. In diesem Jahr eröffneten sie 18 neue Möbelhäuser, 15 sind im kommenden Jahr geplant. Zudem streben sie den Markteintritt in Lettland und Indien an. Das gut laufende Geschäft lässt das Vermögen der Kamprads anschwellen – um Die Familie Jacobs verdiente unter anderem auch mit Beteiligungen in diesem Jahr schön dazu. Das Vermögen wuchs um. Dafür gesorgt haben vor allem die 64-Prozent-Beteiligung am weltgrössten Schokolandehersteller Barry Callebaut. Im Bild: Andreas Jacobs. Der in Armenien geborene Investor ist mit 23,5 Prozent am russischen Gasproduzenten Novatek beteiligt. Der Konzern ist mittlerweile ein Schwergewicht und plant riesige Projekte. Zudem zieht die Nachfrage nach Flüssiggas an. Die Novatek-Aktien sind um die Hälfte gestiegen. Zusammen mit anderen Beteiligungen bläht das Timtschenkos Konto immer mehr auf. Hinzugekommen sind Der Belgier Alexandre Van Damme lebt seit 2016 in der Schweiz und besitzt etliche Beteiligungen. Eine der grössten ist jene am Bierimperium AB InBev. Dort sitzt er auch im Verwaltungsrat. Wie ein Journalist laut «Bilanz» enthüllte, besitzt Van Damme deutlich mehr Anteile am Bierkonzern. Daher gehört der Investor mit einem Plus von zu den grossen Aufsteigern in diesem Jahr. Die Bewertung des Modehauses Chanel musste deutlich nach oben korrigiert werden, denn erstmals in der über 100 Jahre alten Firmengeschichte hat das Modehaus Ertragszahlen vorgelegt. Folglich musste auch das Vermögen des Besitzers Gérard Wertheimer neu geschätzt werden.Es ist nun um angeschwollen. Damit ist Wertheimer der grösste Aufsteiger in der aktuellen Liste. Der deutsche Modedesigner Philipp Plein hat mit seinem eigenen Label ein Vermögen gescheffelt. Dieses soll sich auf belaufen. Seine Luxuskleider sind vor allem in Asien der Renner. Die Firma des 39-Jährigen hat ihren Sitz im Tessin. Auf Instagram postet er gern Bilder aus seinem Luxusleben, gern auch mit Freundin Justyna Gradek. Michelle und Tomaso Trussardi-Hunzikers Familienvermögen wird auf geschätzt. Dies vor allem dank Tomasos Beteiligung am Modekonzern Trussardi. Aber auch Michelle ist unter die Unternehmerinnen gegangen. Sie ist an The Good Vibes Company beteiligt. Diese stellt Naturkosmetik und Babyprodukte her. Robert Heuberger ist mit seinen 96 Jahren der älteste unter den 300 Reichsten. Sein Sohn Günter räumt im Immobilienkonzern kräftig auf, das Vermögen ist inzwischen auf 1 geschmolzen. Marina Ruiz-Picasso ist die Enkelin von Pablo Picasso und verkauft regelmässig Werke ihres berühmten Künstlergrossvaters, den sie kaum kannte. Ein grosser Teil des Verkaufserlöses fliesst in Wohlfahrtsprojekte. Gegenüber dem «Guardian» sagte sie, dass der Verkauf der Kunst für sie «heilend» sei. Er helfe ihr, ihre traumatische Kindheit zu verarbeiten: Ruiz-Picassos Eltern waren Alkoholiker. Ihr Vermögen wird auf geschätzt. Dieter Meiers Vermögen wird auf geschätzt. Zu verdanken hat er dies vor allem geerbten Wertpapieren. Meier investiert das Geld fleissig in verschiedene Projekte wie seine Musik, aber auch Nussplantagen und seit neustem sein Schokoladenlabel «Oro de Cacao».

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Die 300 Reichsten in der Schweiz besitzen in diesem Jahr zusammen 675 Milliarden Franken Vermögen – ein Rekord. Einen grossen Batzen beigesteuert haben auch Reiche, die neu in der jährlich erscheinenden Liste der «Bilanz» aufgetaucht sind. Um das zu schaffen, muss man ein Vermögen von mindestens 100 Millionen Franken haben.

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Die Mehrheit der Milliardäre und Millionäre sind Ausländer, die aber in der Schweiz wohnen, hier angemeldet sind und Steuern zahlen. Ein Newcomer in der Liste ist der Schweizer Urs Hölzle. Als Google-Mitarbeiter der ersten Stunde häufte er mit Aktien und Optionen ein Vermögen von 0,9 bis 1 Milliarde Franken an.

Welche Reiche es sonst noch neu in die Liste geschafft haben, sehen Sie in der Bildstrecke.

(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sepp Hitz am 30.11.2018 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    Die Reichsten

    Hab mich heute bei meinem Hausarzt untersuchen lassen und mein Hausarzt hat nach x-Tests festgestellt dass ich trotz meines Alters Kern gesund bin. Jetzt gehöre ich auch zu Reichsten dieser Welt.

  • Der Peter am 30.11.2018 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wie wäre es mit ein Liste der Ärmsten

    Aber das würde natürlich nicht veröffentlicht. Niemals.

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  • Arbeiter am 30.11.2018 17:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld

    ...in einer Welt wo sich alles nur um das liebe Geld dreht...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rhone Strand am 04.12.2018 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Die letzten Sekunden im Leben

    Alle reichen Leute haben grosse Angst dass Ihnen das zuletzt das Geld ausgehen könnte aber sie denken nicht daran dass diesen zuletzt auch ganz bestimmt die Luft ausgeht.

  • Heinz Hug am 03.12.2018 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Habt Geduld

    Der wahre Reichtum kommt bei den Armen erst später, im Gegensatz zu den Reichen. Ich sehe sie jetzt schon, wie sie versuchen, durchs Nadelöhr zu kriechen.

  • Kurt Nachdenker am 03.12.2018 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nehmen und haben

    Wenn es Leute gibt, die reicher werden, gibt es notgedrungen auch Leute, die deswegen ärmer werden. Welche haben nun ein ruhigeres Gewissen, von denen die eines haben?

  • Heinz Hug am 03.12.2018 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht mal andersherum?

    Wann wird die Liste der 300 Ärmsten in der Schweiz veröffentlicht? Dies würde keinen Neid schaffen, aber vielleicht Mitleid und Unterstützungswille.

    • Max Höfler am 03.12.2018 17:00 Report Diesen Beitrag melden

      @Heinz Hug

      Diese Idee würde gut zur Vorweihnachtszeit passen.

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  • justus am 01.12.2018 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Stolz sein

    Reichtum in dieser Form ensteht nur durch Ausbeutung von Mensch und Natur. Bravo weiter so!!!