Super-Shopping-Tag

15. November 2018 05:40; Akt: 14.02.2019 11:54 Print

Black Friday 2018 bringt halbe Milliarde Umsatz

von R. Knecht - Die Black-Friday-Woche steht unmittelbar bevor. Schweizer Händler können allein am Black Friday mit fast einer halben Milliarde Franken Umsatz rechnen.

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Die grosse Rabattschlacht um Black Friday steht kurz bevor. Laut Schätzungen von Blackfridaydeals.ch dürften Schweizer Händler innert 24 Stunden einen Umsatz von 440 Millionen Franken erzielen. Eigentlich gilt der Black Friday als Startschuss für das Weihnachtsgeschäft. Dieses Jahr lancierte aber bereits der Singles' Day am 11. November den Weihnachtsverkauf in der Schweiz. Firmen bieten nicht nur Deals auf typische Produkte wie Fernseher oder Kleider, sondern auch zunehmend Abos und Dienstleistungen. Sogar beim Coiffeur gibts Black-Friday-Rabatt. Die Zahl der Geschäfte, die zum Black Friday spezielle Deals machen, steigt immer weiter. Sogar Globus ist dabei, obwohl die Firma dem Black Friday gegenüber bisher eher skeptisch war. Rund 20 Prozent des Umsatzes am Black Friday soll laut Schätzungen online erzielt werden. Das entspricht 88 Millionen Franken. Konsumenten sparen auf den Black Friday hin, wie Zrotz von Blackfridaydeals.ch zu 20 Minuten sagt: «Das Interesse an Black Friday ist bereits im Vorfeld riesig.» Die Schweizer Plattform Rabattcorner hat für dieses Jahr einen Service lanciert, der das Cashback-Prinzip mit Black-Friday-Angeboten kombiniert. Cashback bedeutet: Die Website vermittelt die Besucher an Onlineshops, kassiert dafür eine Provision und teilt diese dann mit den Shoppern. Schweizer können am Black Friday auch direkt von Rabatten in den USA profitieren: Die US-Firma Big Apple Buddy ermöglicht es Online-Shoppern, bei Händlern aus dem Heimatland des Black Friday zu bestellen. Singles' Day 2018: Nach nur einer Stunde knackte Alibaba beim verkauften Gesamtwarenvolumen die Marke von 10 Milliarden Dollar. Das ist fast die Hälfte des Umsatzes, den Alibaba am Singles' Day 2017 erwirtschaftete. Über die gesamten 24 Stunden gaben Konsumenten vergangenes Jahr zum «11.11. Global Shopping Festival» von Alibaba rund 24 Milliarden Dollar aus. Auch in der Schweiz ist der Singles' Day angekommen: Über 50 Händler bieten dieses Jahr Spezialangebote zum 11. November, darunter Vögele-Shoes, Media-Markt und Dosenbach. Der Singles' Day hat seinen Ursprung an chinesischen Universitäten. Sein Zweck war zu Beginn, den Single-Status der Studenten zu feiern. Innerhalb von zehn Jahren hat sich der Feiertag zum Grossevent gemausert. (Im Bild: ein Shopping-Festival von Alibaba in Shanghai.) Am 23. November ist Black Friday. Dann bieten sowohl der stationäre als auch der Online-Handel in der Schweiz viele Sonderangebote. Der Singles' Day am 11. November ist vor allem im asiatischen Raum sehr bekannt und beliebt. Letztes Jahr erzielte die Alibaba Group in 24 Stunden einen Umsatz von 25 Milliarden US-Dollar. Jetzt kommt dieser Shopping-Tag auch in die Schweiz. Weltweit wird am Singles' Day mehr Umsatz erzielt als am Black Friday. Das Datum 11.11. mit den vielen Einsen soll die Freiheit eines Singles symbolisieren. Da der Singles' Day in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel, war er 2018 primär ein Onlineshopping-Event. Für Onlineshops ist der Sonntag klassischerweise der wichtigste Wochentag. Die Spezialangebote von Black Friday und Singles' Day klingen manchmal besser, als sie in Wirklichkeit sind. Die Preisreduktionen beziehen sich in vielen Fällen nicht auf den aktuellen Marktpreis, sondern auf die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers. Dieser kann oft merklich höher sein, weshalb die Aktion grosszügiger wirke, als sie wirklich ist. Vor allem im Elektronikhandel fallen Preisunterschiede auf. Ein Preisvergleich lohnt sich. Und man sollte sich nicht von psychologischen Tricks beeinflussen lassen. Der Black Friday ist eine US-Tradition. Inzwischen etabliert sich das Phänomen auch in der Schweiz. In den USA warten die Kunden oft schon um Mitternacht oder in den frühen Morgenstunden auf die Öffnung der Geschäfte, um das beste Schnäppchen zu ergattern. Teilweise harren sie dabei auch in der Kälte aus ... ... und freuen sich dann, wenn sie zum Beispiel einen günstigen Fernseher abstauben können.

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Der erste Singles' Day in der Schweiz hat am Sonntag das Weihnachtsgeschäft eröffnet (siehe Box). Nun kommt bereits der nächste Grossanlass für Schnäppchenjäger: die Black-Friday-Woche. Schon jetzt erscheinen die ersten Black-Friday-Aktionen, etwa bei SuperDeal auf 20min.ch. Vom 19. bis 26. November werden Schweizer Händler geschätzte 1,5 Milliarden Franken Umsatz erzielen, wie die Schnäppchenplattform Blackfridaydeals.ch in einer Mitteilung schreibt. Allein am Black Friday dürften es insgesamt 440 Millionen Franken sein.

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Der Super-Shopping-Tag aus den USA findet dieses Jahr schon zum vierten Mal in der Schweiz statt. Das sind sechs Trends rund um den Black Friday 2018:

• Abos und Dienstleistungen
Firmen bieten nicht nur Deals auf typische Produkte wie Fernseher oder Kleider, sondern auch zunehmend auf Abos und Dienstleistungen. Laut Julian Zrotz von Blackfridaydeals.ch liegen dieses Jahr etwa Handy-, TV- und Heftli-Abos im Trend. Und wer einen neuen Look sucht, könne dieses Jahr auch beim Coiffeur auf einen grossen Rabatt hoffen.

• Alle machen mit
Die Zahl der Geschäfte, die zum Black Friday spezielle Deals machen, steigt immer weiter. Ob man Craft-Bier trinken oder seine Lippen aufspritzen lassen will, es gibt Rabatt. Sogar ehemalige Skeptiker haben es sich anders überlegt: So heisst es etwa auf der Website von Globus, der Händler starte bereits am Donnerstag mit den Black-Friday-Deals. Vor einem Jahr sagte Globus-CEO Thomas Herbert noch zu 20 Minuten, dass der amerikanische Brauch nicht in die Schweizer Vorweihnachtszeit passe.


Thomas Herbert, CEO bei Globus, war vor einem Jahr noch skeptisch gegenüber dem Black Friday. (Video: rkn)

• Online-Handel
Rund 20 Prozent des Umsatzes am Black Friday soll laut der Mitteilung online erzielt werden. Das entspricht 88 Millionen Franken. Dadurch, dass die Angebote in vielen Fällen zu bestimmten Zeitpunkten aufgeschaltet werden, müssen Schnäppchenjäger jeweils stündlich in den verschiedenen Onlineshops vorbeischauen. «Dies ist im stationären Handel nicht möglich», sagt Zrotz. Dadurch werde nicht nur der Black Friday, sondern die ganze Woche zum Event.

• Vorfreude
Konsumenten sparen auf den Black Friday hin, wie Experte Zrotz zu 20 Minuten sagt. Er erhalte seit über einem Monat regelmässig Anfragen zu aktuellen Sonderangeboten: Kunden wollen wissen, ob es sich lohne, zuzuschlagen oder auf Black Friday zu warten. «Das Interesse an Black Friday ist bereits im Vorfeld riesig», so Zrotz.

• Cashback
Im Onlinehandel haben sich sogenannte Cashback-Plattformen schon länger etabliert: Das sind Websites, die Besucher an Onlineshops vermitteln, dafür eine Provision kassieren und diese dann mit den Shoppern teilen. Die Schweizer Plattform Rabattcorner hat für dieses Jahr einen Service lanciert, der das Cashback-Prinzip mit Black-Friday-Angeboten kombiniert. Auf der Website wirbt Rabattcorner damit, dass Käufer bis zu 25 Prozent des Kaufpreises zurückerhalten können.

• Zwischenhändler
Schweizer können am Black Friday auch direkt von Rabatten in den USA profitieren: Die US-Firma Big Apple Buddy ermöglicht es Online-Shoppern, bei amerikanischen Händlern zu bestellen. Das Unternehmen nimmt dabei die Rolle eines Zwischenhändlers ein und kassiert eine Gebühr vom Käufer. Auf diese Weise sollen ausländische Kunden auch in den Genuss von Sonderaktionen aus dem Heimatland des Black Friday kommen.


So sah es im Sihlcity in Zürich am Black Friday vor einem Jahr aus. (Video: rkn)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lena K. am 15.11.2018 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hirnrissig....

    wie Menschen sich steuern und sich das Geld aus den Taschen schnorren lassen, für Dinge die sie gar nicht brauchen.

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  • Hene Michu am 15.11.2018 05:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue Zeit Trend

    Umsatz ist das eine es werden auch viele Hobbylose einfach einkaufen weil Black Friday ist und es wird sicher etliche geben welche sich sogar Schulden anhäufen, eine goldene Nase für die Shoppingcenter

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  • Maler50 am 15.11.2018 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kundenfängerei

    Das Geld kann nur einmal Ausgegeben werden,dazu sind viele der Rabatte reine Kundenfängerei.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ganz am 16.11.2018 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach

    Da an diesem Tag die Kaufkraft extrem ansteigt, gehen die Preise in die Höhe. Es gibt dann vermeintliche Rabatte. Der Ursprungpreis ist meisten die UVP, der immer sehr hoch ist. Schlussendlich zahlt man den gleichen Preis, oder mehr. Die Kunden werden aber mit Lockvogelprodukten in den Laden gelohlt. Die sind auch extrem limitiert.

  • rené am 15.11.2018 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sparen? wirklich?

    Wenn ich etwas für 80% kaufe, habe ich nicht 20% gespart sondern 80% ausgegeben.

  • Cavi33 am 15.11.2018 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Preisfindung by Black Friday

    Also, ich möchte eigentlich einen Drucker kaufen. Von ursprünglich 199 CHF steigt er bei Digitec nun auf 265CHF um dann am besagten Freitag mit einem Superrabatt zu kaufen zu sein. Der Haken, der Drucker ist dann immer noch teurer als an einem gewöhnlichen Tag, das nennt Digitec dann Schnäppchen.

  • Aenisbrötli am 15.11.2018 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Brauchen

    Was ich nicht unbedingt brauche, das kaufe ich auch nicht. Ich lasse mir doch das Geld nicht aus der Tasche ziehen. Nimmt mich wunder wer alles das unnütze Zeug kauft.

  • Asterix am 15.11.2018 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Was denn noch?

    Valentinstag, Muttertag, Vatertag, Black Friday, Single Day, Haloween, Ostern, Weihnachten.....was dem Kommerz wohl als nächstes einfällt? Micht stösst das ganze nur noch ab. Ich kaufe schon seit längerem nur noch, was ich brauche. Und zwar DANN, wenn ich es brauche. All Eure Hyperdays könnt Ihr Euch sonst wo hin schieben.

    • Pauline Jg 36 am 15.11.2018 16:28 Report Diesen Beitrag melden

      Asterix

      Bravo. Das mache ich genau gleich.

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