Schätzung

01. Februar 2019 18:50; Akt: 01.02.2019 20:36 Print

Post-Reise verursachte über 450 Tonnen CO2

von R. Knecht - 5-Sterne-Hotel, Luxusparty und riesige Emissionen: Die Vietnam-Reise macht mehr als die Hälfte des CO2-Ausstosses des gesamten Jahres 2017 bei der Post aus.

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Aus der Schweiz und vielen anderen Ländern reisten rund 100 Manager der Swiss Post Solutions (SPS) im Januar nach Vietnam für ein luxuriöses Kadermeeting. Das hat neben Kosten von rund 200'000 Franken riesige CO2-Emissionen verursacht, wie eine Hochrechnung von 20 Minuten zeigt: Rund 450 Tonnen CO2 dürften alleine wegen der Flugreisen in die Atmosphäre gelangt sein.

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Das Luxus-Reisli und der damit verbundene CO2-Ausstoss steht im Widerspruch zur Nachhaltigkeitsstrategie, die sich die Post selbst auferlegt hat. Dort schreibt das Unternehmen: «Das Engagement für Nachhaltigkeit ist bei der Post gelebte Unternehmenskultur.» Deshalb handle die Post nach klaren Grundsätzen und nehme ihre soziale, ökologische und wirtschaftliche Verantwortung war.

Auf Anfrage sagt eine Sprecherin der Post, dass das Unternehmen Treibhausgasemissionen der geschäftlichen Flugreisen mit CO2-Reduktionszertifikaten aus Klimaschutzprojekten kompensiere.
2017 waren das 704 Tonnen CO2-Äquivalente – die Vietnam-Reise von Ende Januar 2019 macht also mehr als die Hälfte des CO2-Ausstosses des gesamten Jahres 2017 aus. Nach Schätzungen anhand von Daten des Onlineportals Myclimate.org würden sich die Kompensationskosten auf rund 13'000 Franken belaufen.

Auffällig: Die 12 Businessflüge der Geschäftsleitung von SPS führen zu fast so hohen CO2-Emissionen wie diejenigen der übrigen Schweizer Belegschaft, die nach Vietnam flog. Dabei waren das mit 24 Personen doppelt so viele Manager wie in der Business Class.

SPS und der Mutterkonzern Post stehen für die Luxusreise nach Vietnam vor allem deswegen in der Kritik, weil für die oberste Kaderetage geprotzt wurde: «Für die Angestellten sind die Arbeitsbedingungen bei der SPS miserabel. Für das Management ganz offensichtlich nicht», sagt Syndicom-Sprecher David Roth. Alleine die Flugtickets fürs Luxus-Reisli kosteten 100'000 Franken, 19'000 Franken gingen für eine einzige Party drauf und knapp 32'000 Fanken kosteten die Übernachtungen.

In seiner Nachhaltigkeitsstrategie schreibt der Gelbe Riese: Wenn die Post zur Umwelt Sorge trägt, sich gegenüber ihren Mitarbeitenden fair verhält und sich für ein starkes Gemeinwesen engagiert, ist sie langfristig erfolgreich.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mfox89 am 01.02.2019 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist jetzt okay....

    Mann kann es auch übertreiben mit der berichterstattung...

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  • Donald Trumpf am 01.02.2019 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CO2 Extremisten

    Na und? Ihr könnt jeden anklagen der lebt und atmet. Wieviel CO2 stossen die Redaktionsmitglieder pro Sekunde aus?

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  • Spidi am 01.02.2019 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    OK

    Alles Neider mit diesen Argumenten. Schaut bei euch selber wenn ihr Ferien macht. Jeder nur für sich ist die Devise. Irgend wo müssen die Pöstler noch eine Poststelle besichtigen, wenn es bei uns bald keine mehr gibt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alfred A. am 05.02.2019 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Würde ich...

    ...nach Bali in die Ferien fliegen, würde ich auch so viel CO2 in die Atmosphäre freisetzen wie einer der Manager, der am Vietnam Reisli teilgenommen hat. Also halte ich die Schnauze, weil ich nicht ausschliessen will, dass ich mir Ferien in Bali vielleicht noch mal leisten könnte. Es gibt mir bereits viel zu viele Gebote und Verbote und vom Gutmenscheln halte ich gar nichts, vom Ressourcen schonen jedoch sehr viel. Also wird es dann wohl, Vernunft halber, doch nichts mit Ferien in Bali.

  • Armin am 04.02.2019 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    @Kein Verhältnis..

    450 Tonnen für 100 Manager? Das ist ja nichts. Man stelle sich bloss vor, was man an CO2 eingespart hätte, wenn die 10'000, welche am Samstag in Zürich schreien gingen, nicht in die Ferien gehen würden oder schon gar nicht gezeugt worden wären. Und deren heuchlerische Eltern, zeugen Kindern und hetzen sie danach gegen andere Mitmenschen auf, weil ja immer nur die anderen Schuld sind... An die Klimademo gehen und dort dann Rauchpetarden zünden. Was für Witzfiguren!

  • Sergio am 04.02.2019 06:47 Report Diesen Beitrag melden

    Auch nicht besser als in Italien

    Da lachen die Schweizer immer über die Vetterliwirtschaft in Italien, aber hier ist es auch nicht besser. Geschieht euch recht. hahaha

    • Gebe am 06.02.2019 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sergio

      Dir zu 100% recht,das Schweizer Bünzlitum ist langsam wie eine Pestwelle..? Aber das Fussvolk läuft auch bei uns am Boden..!

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  • Peter am 03.02.2019 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Macht, Kapital und Wirtschaft geht vor

    Das ist ein kleiner Tropfen auf den heissen Stein. Was glaubt ihr wird an Flügen von Magistraten nach Brüssel für die Bewirtschaftung der EU-Beziehungen gebucht? Da spielt der unsinnige CO2-Ausstoss keine Rolle, Demonstrationen von jungen Bürgern hier im Lande hin oder her.

  • Robert Müller am 03.02.2019 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Ich frage mich überhaupt warum der Flugverkehr nicht an erster Stelle der Umweltverschmutzung steht.Weniger shoppingflüge nach irgenwo den Preis verdreifachen und wir hätten tausende Tonnen CO2 weniger.Warum geht das nicht?