Prämiengelder

10. Oktober 2019 19:22; Akt: 10.10.2019 19:22 Print

So teuer ist die Verwaltung bei deiner Krankenkasse

von B. Scherer - Die CSS gibt weniger als 3 Prozent der Prämiengelder für Verwaltungskosten aus. Doch andere Krankenkassen geben mehr als zweimal so viel Geld dafür aus.

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Versicherte möchten ihr Geld gut versorgt wissen, deshalb ist es wichtig, dass die Krankenkassen effizient mit den Prämiengeldern umgehen. Die CSS ist laut dem Online-Vergleichsdienst Comparis.ch die effizienteste Kasse. Sie investiert nur 2,9 Prozent der Prämiengelder in Verwaltungsarbeiten. Auch die Visana schneidet gut ab. Sie investiert 3 Prozent der Prämien in ihre Verwaltungstätigkeiten. Auf dem hintersten Platz landet die Glarner Krankenversicherung mit Sitz im Kanton Glarus. Die effizientesten Krankenkassen laut Comparis. Die Krankenkassen, die am meisten Geld in ihre Verwaltungskosten stecken. Im Vergleich die drei Gewinner-Kassen und die drei Verlierer-Kassen und wie viel Geld sie jährlich pro Versicherten in die Verwaltungskosten stecken. Laut Simon Wieser, Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie der ZHAW, sind hohe Verwaltungskosten aber nicht unbedingt schlecht: Wer Geld in die korrekte Prüfung der Rechnungen stecke, könne schlussendlich sparen. «Denn so wird sichergestellt, dass keine unnötigen Leistungen bezahlt werden.» Im Vergleich zum Vorjahr geben die meisten Versicherungen mehr Geld für ihre Verwaltungstätigkeiten aus. Grund dafür sind laut Comparis-Krankenkassen-Experte Felix Schneuwly «die zunehmenden administrativen Vorschriften des Bundesamtes für Gesundheit an die Kassen.» Dabei zahlen Versicherte nicht unbedingt wegen Verwaltungskosten mehr, sondern je nachdem, wo sie wohnen: Moneyland.ch hat die Prämiendaten aller Krankenkassen in allen 42 Prämienregionen analysiert. In Basel-Stadt zahlen Versicherte für die günstigste Prämie am meisten. In Appenzell Innerrhoden zahlen Erwachsene für die günstigste Prämie rund 70 Prozent weniger als in Basel. Dabei zahlen Versicherte (teils auch je nach Gemeinde) unterscheidlich viel. Denn die Kantone Zürich und Bern kennen jeweils drei unterschiedliche Prämienregionen. Deshalb zahlen Versicherte je nach Gemeinde unterschiedlich viel für ihre Krankenkasse. Dass Versicherte je nach Region mehr zahlen, liegt auch daran, dass Menschen in der Stadt zum Beispiel öfter zum Arzt gehen. Neben den Prämienregionen hat Moneyland auch die Krankenkassen auf ihre Preise untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass Kolping, die zu Sympany gehört, am häufigsten am teuersten ist. Eine der günstigsten Kassen in vielen Regionen ist Swica.

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Arztrechnungen prüfen, die Hotline betreuen, Akten anlegen – die Verwaltung einer Krankenkasse hat die unterschiedlichsten Aufgaben. Diese kosten aber auch unterschiedlich viel. Wie effizient die Krankenkassen mit den Prämiengeldern umgehen, hat der Online-Vergleichsdienst Comparis.ch untersucht.

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Besonders umsichtig geht die CSS mit den Prämiengeldern um: Sie wendet gerade einmal 2,9 Prozent der Prämiengelder für ihre Verwaltung auf. Im Jahr fliessen also pro versicherte Person 118 Franken in die Verwaltungskosten der Versicherung.

Die Visana und die Sumiswalder Krankenkasse schaffen es mit 3 Prozent der Prämien für Verwaltungstätigkeiten ebenfalls auf das Siegerpodest. So gibt die Visana pro Versicherten jährlich 134 Franken aus und die Sumiswalder Krankenkasse 100 Franken.

«Mit einer guten Organisation und weniger Personal können die Krankenkassen Verwaltungskosten einsparen», sagt Simon Wieser, Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie der ZHAW zu 20 Minuten. Wichtig sei, Leerläufe im Arbeitsprozess zu vermeiden und die Löhne einzugrenzen.

Hohe Verwaltungskosten sind nicht unbedingt schlecht

Am meisten Prämiengelder steckt die Glarner Krankenversicherung in ihre Verwaltung: 8,5 Prozent. Das entspricht 233 Franken jährlich pro Versicherten. Auch die Compact Versicherungen wendet 8,5 Prozent der Prämien für ihre Verwaltungskosten auf. Auf dem drittletzten Platz landet Sanagate mit 8,4 Prozent.

«Hohe Verwaltungskosten sind nicht unbedingt schlecht», sagt Wieser. Wer Geld in die korrekte Prüfung der Arzt- und Spitalrechnungen stecke, könne schlussendlich sparen. «Denn so wird sichergestellt, dass keine unnötigen Leistungen bezahlt werden.»

Durchschnittlich fünf Prozent für die Verwaltung

Gesamthaft gesehen gibt die Hälfte aller 51 Schweizer Krankenkassen aber weniger als 5 Prozent der Prämiengelder für ihre Verwaltung aus.

Im Vergleich zum Vorjahr geben die meisten Versicherungen jedoch mehr Geld für ihre Verwaltungstätigkeiten aus. Grund dafür sind laut Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly «die zunehmenden administrativen Vorschriften des Bundesamtes für Gesundheit an die Kassen.» Positiv sei dafür, dass sich die Kassen auf den hintersten Rängen trotz steigendem Bürokratieaufwand aber im Durchschnitt verbessert hätten.

Aufgrund der hohen Verwaltungskosten die Krankenkasse wechseln, ist aber nicht nötig: Bei einem Durchschnitt der Verwaltungskosten von rund 4,5 Prozent der Prämien, haben diese bei den meisten Kassen im Vergleich zu medizinischen Leistungskosten und Risikoausgleich einen kleinen Einfluss auf die Prämien, wie Schneuwly im Live-Chat mit 20 Minuten sagt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 10.10.2019 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kunde/Patient

    Und was ist mit den Provisionen, die den Angestellten der Krankenkasse ausbezahlt wird, wenn diese neue Kunden anwerben? So schaffen es viele Angestellte am Monatsende das doppelte zu verdienen! Diese Provision gehört eigentlich dem neuen Kunden! Oder würde zur Prämie Reduktion beitragen.

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  • Claudia am 10.10.2019 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kosten sind zu hoch!

    Hätten wir eine Einheitskasse deren Prämien dem Einkommen entsprechend wäre wären nicht nur die Verwaltungskosten viel tiefer sondern die Prämien viel gerechter!

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  • A. B. am 10.10.2019 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    VK andere Branchen?

    Wie sieht es bei den Verwaltungskosten bei den Banken aus? Ich persönlich finde die Verwaltungskosten bei den KK nicht so hoch. Es wäre mal spannend eine Branchenübergreifende Statistik.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Die am 11.10.2019 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur

    Einheitskasse kann da helfen! Und seriöse Arzt Abrechnungen! 2/3 von meinen Abrechnungen sind für mich unverständlich?

  • utop am 11.10.2019 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1 Million Jahresgehalt

    für einen CEO einer Krankenkasse in einem Geschäftsbereich der vom Bund bis ins Kleinste geregelt ist, ist eine Anmassung sondergleichen. CHF 150000.00 sind genug und die Prämien sinken markant - aber eben diese sind mit den PolitikerInnnen verbandelt

  • Rock'n'Roll am 11.10.2019 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das soll wenig sein?

    3% ist meiner Meinung nach in Anbetracht der gesamten Menge bereits schon frech bis luxuriös, sprich ineffizient!

    • Reto am 11.10.2019 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rock'n'Roll

      Du wirst es ja beurteilen können - als ausgewiesener Fachmann...

    • Daniel am 11.10.2019 19:14 Report Diesen Beitrag melden

      Ich halte rein gar nix...

      aufgrund eines Kostenanteils zwischen 3 und 9% auf die Effizienz zu schliessen. Denn auch so bestehen mehr als 90% der Ausgaben aus der gesetzlich vorgegebenen Entschädigung an Aerzte und Spitäler.

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  • Markus Lanz am 11.10.2019 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Marketing und Provisionsausgaben

    Ich fände es sehr Interessant zu wissen, wie hoch die Marketing und Provisionsausgaben sind.

    • Susi am 11.10.2019 20:05 Report Diesen Beitrag melden

      Fragwürdig

      sanagate ist zu hinterst und bei den Prämien doch bei den Günstigsten? Komische Sache.

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  • Eveline am 11.10.2019 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte präzisieren mit Grösse der Kasse

    Dieser Aufwand richtet sich ja wohl auch nach der Mitgliedergrösse der Kassen. Man müsste wissen wie dann der Prozentuale Aufwand aussieht. Ist leider nur wieder eine wischiwaschi nichtssagende Information. Bravo, super Leistung.