Garantiefragen und Lieferprobleme

12. Dezember 2019 09:43; Akt: 12.12.2019 10:38 Print

Darüber ärgern sich Konsumenten am meisten

Ob Garantiefragen oder Telefonterror: Schweizer Konsumenten hatten auch 2019 viele Gründe, sich aufzuregen. Das sind die am häufigsten genannten.

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Besonders regen sich Schweizer Konsumenten über Produktemängel, Garantiefragen, Lieferprobleme und aggressive Verkaufsmethoden auf. Dies zeigt die Ärgerliste 2019 der Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen. Mit 6365 Meldungen betreffen über ein Drittel (36 Prozent) der Beschwerden Kaufverträge, insbesondere Garantiefragen oder nicht erfolgte Lieferungen, wie es in einer Mitteilung heisst.

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So werden bei Handys und Fotokameras Garantieleistungen oft abgelehnt, dies infolge von angeblichem Selbstverschulden. Demnach müssen Konsumenten das Gegenteil beweisen, zum Beispiel, indem eine Expertise erstellt wird.

Konsumenten werden hingehalten

Diesen Beweis zu erbringen, sei in der Regel ein Ding der Unmöglichkeit, heisst es. Seit Jahren würden deshalb die Schweizer Konsumentenschutz-Organisationen die Beweislastumkehr fordern, wie sie auch im EU-Raum gilt.

Auch Lieferverzögerungen träten häufig auf, vor allem beim Onlineshopping. Wenn die Ware bereits per Vorauskasse beglichen werde, so befinde sich der Konsument oft am kürzeren Hebel. Nicht selten würden Konsumenten über längere Zeit hingehalten.

17 Prozent von Werbeanrufen genervt

Zum Thema unlautere Geschäftspraktiken gingen 17 Prozent der Beschwerden ein, 2944 an der Zahl. Trotz Callfilter von Swisscom, Sunrise und anderen Anbietern finden sich auch dieses Jahr die unerwünschten Werbeanrufe und andere unlautere Verkaufsmethoden auf dem Podest der schweizerischen Ärgerliste.

Schon bald werden die Werbeanruffilter für alle Anbieter gesetzlich obligatorisch. Das konnte der Konsumentenschutz durchsetzen, wie es in der Mitteilung heisst.

Telecom-Anbieter auf Platz 3

Auf dem dritten Platz (10 Prozent, 1831 Beschwerden) landen die Telecom-Anbieter. Diese steigerten ihre Gewinne, indem sie Kundendienste abbauten oder sie mit Gebühren versähen, beispielsweise für Papierrechnungen.

Auch würden Preiserhöhungen intransparent kommuniziert und Kündigungen erschwert, heisst es in der Mitteilung weiter. Regelmässig interveniere der Konsumentenschutz bei allen Telecom-Anbietern wegen Problemen mit dem Kundendienst.

17'614 Beschwerden

Weiter gingen Beschwerden zu unerlaubten Inkasso-Forderungen, Versicherungen, Gesundheit, Lebensmitteldeklarationen, Finanzdienstleistungen und Service public ein.

Die Allianz der Schweizer Konsumentenschutz-Organisationen (Konsumentenschutz, ACSI, FRC) präsentierte zum vierten Mal die gesamtschweizerische Ärgerliste, eine Statistik über alle Anfragen, Beschwerden und Meldungen, die die Organisationen im Jahr 2019 per Telefon, Briefpost, E-Mail und ihre Websites erreichten. Insgesamt gingen bei den Organisationen bis im November 17'614 Beschwerden ein.

(rkn/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • doeni am 12.12.2019 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Lieferungen aus dem Ausland

    Am meisten ärgert mich, wenn ich etwas auf einer Schweizer Seite (.ch) in SFr. bestelle. Geliefert wird es dann aus dem Ausland von einem privaten Paketdienst, wo ich die Annahme nicht verweigern kann. 2 Wochen nach der Auslieferung kommen dann noch Zollauslagen per Brief.

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  • Aquarello am 12.12.2019 10:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2019

    Greta und die Farbe rot/ grün.

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  • Fredi Loong am 12.12.2019 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nerv, Nerv

    Zu den Dingen, die vergangenes Jahr genervt haben, gehören auch Berichte über Dinge, die im vergangenen Jahr genervt haben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Com Com am 13.12.2019 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Leere Versprechungen, kurze Umfrage

    Das Unternehmen ist nicht fähig die versprochene Bandbreite bereitzustellen, bezogen auf das Internet per Mobile. Grün für Swisscom. Rot für Sunrise.

  • iBeast am 12.12.2019 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lernen wir daraus

    1. im Laden Kaufen. Da hat man die Ware sofort und unterstützt die Filialen. (evtl. Auch Verkäuferprovision) Wenn ich ein Problem habe gehe ich ja auch in den Laden und beschwere mich nicht online. 2. Rücksicht mit dem Verkaufspersonal. Diese Leute schicken die Ware auch nur zum Hersteller/Servicevertretung. Die können am wenigsten für einen defektes Gerät.

  • Daniel am 12.12.2019 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ich ärgere mich...

    über die unzufriedenen und frustrierten Dauerstänkerer. Das undankbare CH-Volk ist viel zu verwöhnt. Deshalb müssen die Löhne des meckernden Mittelstandes runter auf EU Niveau. Dann sinken auch die Preise und die Verschwendung von Energie und Erzeugung von Abfall sinkt.

  • Fredy am 12.12.2019 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Regierung

    Das grösste Aergernis ist unsere Regierung mit einem sackschwachen und naiven Bundesrat, der nicht merkt, dass die Welt sich verändert. Wir als Schweizer Volk werden dafür einen hohen Preis bezahlen, aber leider geht es uns noch zu gut, als dass wir endlich die Augen öffnen und uns wehren.

    • Willi Tell am 12.12.2019 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fredy

      Die Welt hat sich bis jetzt immer verändert und wird sich immer ändern. Uns gehts nach ihrer Auffassung noch zu gut. An wen haben wir das nicht zuletzt zu verdanken: genau an das Parlament und an die Regierung. Nichts von Sackschwach

    • Ephraim Lercher am 13.12.2019 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Willi Tell

      Uns geht es trotz Regierung und Parlament noch vergleichsweise gut. Und nicht dank...

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  • Andreas G. am 12.12.2019 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Gehts noch?

    Was mich am meisten aufregt: wenn Verkäufer/innen schnippisch werden und den Kunden mit Desinteresse abservieren, oder einfach irgendetwas behaupten, auch wenn sie es nicht wissen, wenn man etwas fragt. 0 Interesse. Da wundert es mich dann nicht, wenn dort irgendwann Roboter stehen, die sind dann zumindest auf freundlich progammiert.

    • Selina Iten am 12.12.2019 14:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andreas G.

      Komisch zu mir ist nie jemand schnippisch. Einfach freundlich sein und es kommt freundlich zurück. Jeden Morgen können wir entscheiden wie wir durch die Welt gehen. Fröhlich sein kostet weniger Kraft wie als Granthauer.

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