Rangliste

17. Dezember 2018 10:28; Akt: 18.12.2018 15:32 Print

Das sind die grössten Konsumenten-Ärgernisse

Ob Produktemängel oder Garantieprobleme – Konsumenten verzweifeln beim Shoppen oft. Das ist die Ärgerliste 2018.

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Konsumenten müssen sich oft ärgern. So gibt es häufig Probleme bei der Lieferung der bestellten Ware, Produktemängel oder Garantiefragen. Die drei grossen Schweizer Konsumentenorganisationen stellen jährlich die Ärgerliste der Konsumenten zusammen. Die Rangliste: Der grösste Ärger bei den Konsumenten entstand in diesem Jahr wegen Problemen bei Konsumverträgen. Insbesondere Lieferverzögerungen beim Online-Shopping gaben Anlass zur Reklamation. Vor allem bei Vorauszahlung sind die Kunden verunsichert, wenn es zu Verzögerungen der Lieferung kommt. Sie fragen sich dann, ob beim Versand etwas schiefgelaufen ist oder ob man gar einem Fake-Shop aufgesessen ist. Auf dem zweiten Platz finden sich die Telekom-Anbieter. Speziell die unfreiwilligen Abo-Wechsel der Swisscom waren dieses Jahr ein grosses Ärgernis. Zur grossen Zahl trugen aber beispielsweise auch nicht nachvollziehbare Roaming-Gebühren, zu kurze Zahlungsfristen und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Telekom-Unternehmen bei. AGB von Telekom-Anbietern sind immer wieder für Überraschungen gut – leider nicht für positive. Auf dem dritten Platz liegen aggressive Verkaufsmethoden, meist unerlaubte Telefonwerbung, und andere unlautere Geschäftspraktiken wie beispielsweise Konsumfallen bei Streamingdiensten im Internet. Neben den hohen Versicherungsprämien beschäftigen die Konsumenten auch teure Medikamente, undurchsichtige Rechnungen von Ärzten, Zahnärzten und Spitälern sowie unseriöse Ärzte und Therapeuten. Bei den Konsumenten sorgen Inkasso-Forderungen für grosse Verunsicherung. Teilweise erheben die Inkassounternehmen einen unerlaubten Verzugsschaden. Dennoch kommen die Konsumenten der Aufforderung der Inkassofirma oft nach, um einen grundlosen, störenden Eintrag im Betreibungsregister zu vermeiden. Bankkunden beklagen sich ganz allgemein über stets steigende – oft intransparente – Kosten, die für Dienstleistungen verrechnet werden. Zudem werden Dienstleistungen fortlaufend abgebaut (wie Kundenschalterschliessungen, verkürzte Öffnungszeiten, kostenpflichtige Zustellung von Dokumenten). Den Kunden bleiben oft nur die Alternative, die Änderung anzunehmen – oder zu kündigen.

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Wer einkaufen geht, der ärgert sich oft. So sind in diesem Jahr Lieferprobleme, Produktemängel und Garantieanfragen für Konsumenten das grösste Ärgernis. Ebenso die Telecom-Unternehmen und aggressive Verkaufsmethoden bringen die Schweizer immer wieder zur Verzweiflung. Das ist die aktuelle Ärgerliste der Konsumenten, die die drei grossen hiesigen Konsumentenschutzorganisationen jährlich zusammenstellen:

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Rang 1: Probleme mit Konsumverträgen
Der grösste Ärger bei den Konsumenten entstand in diesem Jahr wegen Problemen bei Konsumverträgen. Insbesondere Lieferverzögerungen beim Online-Shopping gaben Anlass zur Reklamation. Vor allem bei Vorauszahlung sind die Kunden verunsichert, wenn es zu Verzögerungen der Lieferung kommt. Sie fragen sich dann, ob beim Versand etwas schiefgelaufen ist oder ob man gar einem Fake-Shop aufgesessen ist. Ist die Lieferung mal da, gebe es bei mangelhaften Produkten von den Anbietern oft Widerstand und nicht selten würden Garantieansprüche bestritten.

Rang 2: Telecom-Anbieter
Auf dem zweiten Platz finden sich die Telecom-Anbieter. Speziell die unfreiwilligen Abo-Wechsel der Swisscom waren dieses Jahr ein grosses Ärgernis. Zur grossen Zahl trugen aber beispielsweise auch nicht nachvollziehbare Roaming-Gebühren, zu kurze Zahlungsfristen und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Telecom-Unternehmen bei. AGB von Telecom-Anbietern sind immer wieder für Überraschungen gut – leider nicht für positive.

Rang 3: Aggressive Verkaufsmethoden und unlautere Geschäftspraktiken
Auf dem dritten Platz liegen aggressive Verkaufsmethoden, meist unerlaubte Telefonwerbung, und andere unlautere Geschäftspraktiken wie beispielsweise Konsumfallen bei Streamingdiensten im Internet.

Rang 4: Versicherungen, Gesundheit
Neben den hohen Versicherungsprämien beschäftigen die Konsumenten auch teure Medikamente, undurchsichtige Rechnungen von Ärzten, Zahnärzten und Spitälern sowie unseriöse Ärzte und Therapeuten.

Rang 5: Unerlaubte Inkasso-Forderungen
Wegen Ferienabwesenheit wird eine Rechnung nur wenige Tage zu spät beglichen – die Zahlung kreuzt sich mit der Mahnung eines Inkassounternehmens: Dieses macht nun bei den Konsumenten zusätzlich einen unerlaubten Verzugsschaden geltend. Die Konsumenten begleichen postwendend die Grundforderung (inkl. Verzugszinsen), allerdings ziehen sie richtigerweise den Verzugsschaden ab. Die Inkassostelle droht den Konsumenten weiterhin mit der Betreibung, falls der Verzugsschaden nicht bezahlt werde. Die Versuchung ist gross, der Aufforderung der Inkassofirma nachzukommen, um einen grundlosen, störenden Eintrag im Betreibungsregister zu vermeiden.

Rang 6: Finanzdienstleister
Bankkunden beklagen sich ganz allgemein über stets steigende – oft intransparente – Kosten, die für Dienstleistungen verrechnet werden. Zudem werden Dienstleistungen fortlaufend abgebaut (wie Kundenschalterschliessungen, verkürzte Öffnungszeiten, kostenpflichtige Zustellung von Dokumenten). Den Kunden bleibt oft nur die Alternative, die Änderung anzunehmen – oder zu kündigen.

Die Beschwerdeanzahl ging 2018 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte zurück. Grund dafür ist, dass im Vorjahr rund 60 Prozent der Meldungen, Beschwerden und Anfragen die unrechtmässig erhobene Billag-Mehrwertsteuer und den VW-Abgasskandal betrafen. Diese sind 2018 massiv zurückgegangen, wie die Konsumentenschützer mitteilen. Ohne diese beiden grossen Themen stieg 2018 die Anzahl der Beschwerden im Vergleich um rund 4 Prozent.

Die Ärgerliste erstellt haben die Stiftung für Konsumentenschutz, die Fédération Romande des Consommateurs (FRC) und die Tessiner Associazione Consumatrici e Consumatori della Svizzera Italiana (ACSI). Sie tragen jährlich ihre Beratungsanfragen, Beschwerden und Meldungen zusammen und ziehen dann Bilanz.

(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • So Einer am 17.12.2018 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das grösste Ärgernis

    Sind Kunden die kein Geld ausgeben wollen und meinen man müsse sie wie Könige bedienen und alle (ausser seine Branche natürlich) als Abzocker betiteln.

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  • Denkpause am 17.12.2018 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Problem auf Rang 1 ...

    ... gebe ich gerne bekannt, dass sich ein grosser Teil dieses Ärgers vermeiden liesse. Es gibt Anbieter in der Schweiz, in echten Läden, mit Mitarbeitern, die nicht nur gerne beraten, sondern auch gerne verkaufen. Somit werden weniger Arbeits- und Ausbildungsplätze gefährdet. Langfristig tut dies unserem Land gut. Die Nerven der Konsumenten werden weniger strapaziert.

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  • Letzi Parker am 17.12.2018 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stellenabbau

    Die verdigitalisierten Online-China-Kunden, sollten sich über sich selber und ihr unwirtschaftliches Verhalten ärgern.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Leser2018 am 17.12.2018 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    so eine tolle Aufstellung - Danke vielma

    Es ist die Vorweihnachtszeit. Wann kommen endlich die Reportagen, was einem an 2018 am Besten gefallen hat, welche Personen am liebsten waren, welche Geschenke denn am schönsten, usw. Aber nein, die Leser müssen ja zum Klagen aufgerufen werden. Traurig.

  • Ohne Mich am 17.12.2018 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Fiese Masche

    Mich nerven Firmen, die den Bezahl- Prozess bewusst immer Kunden-unfreundlicher und komplizierter gestalten. Ganz normal gegen Rechnung (Papier oder E-Mail) geht gar nichts mehr. Unbedingt Kunden-Konto eröffnen und..und.. Sanft aber bestimmt wird man dann mit schönen Tönen zur Vorauszahlung genötigt. Und dann geht der Ärger erst richtig los. Mit der Lieferung eilt es plötzlich nicht mehr so sehr. Das Geld haben sie ja, der Kunde sitzt in de Falle.

    • Thom am 17.12.2018 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ohne Mich

      Ignoriere diese Firmen einfach, dann hast du keinen Frust deswegen.

    • Ohne Mich am 17.12.2018 22:19 Report Diesen Beitrag melden

      @ Thom

      Auf die Idee kam ich natürlich auch. Aber der hartnäckigste ist ein sehr grosser Elektronik-Online-Händler, der viele von mir benötigte Artikel exklusiv verkauft. Ich kann alles aus seinem Sortiment was er in seinem Ladengeschäft nicht vorätig hat, dorthin kostenlos liefern lassen und gegen Barzahlung abholen. Wenigstens das. Aber dafür muss ich jeweils mit dem Auto durch die halbe Schweiz fahren. ( Mit dem öV wäre es fast eine Tagereise ) Zum Glück hatte ich noch nie Garantie-Probleme. Das wäre wohl eine andere Geschichte.

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  • Paff Paff am 17.12.2018 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Richtige Branche

    Komisch, beim Cannabis-Shop sind alle Kunden glücklich zufrieden. Ok, wie sollte man da auch Garantieansprüche stellen wenn sich die Ware in Rauch aufgelöst hat.

  • Abonniere den Newsletter am 17.12.2018 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    Bei uns kriegt man noch gute Qualität

    Ich mache jetzt einen Online-Shop auf wo man Gummipuppen mieten kann. Ich sehe jetzt schon den Ärger mit den Garantieansprüchen. Den Kundendienst verlege ich deswegen schon von Anfang an nach Moskau :-)

  • Lebenslänglich am 17.12.2018 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inkasso Geier

    Vor kurzem konnten wir hier lesen, dass sich die Bevölkerung zunehmend mehr verschuldet. Dieses Thema, sollte unsere Politiker auch mal zum nachdenken bewegen. Inkassofirmen, werkeln wie sie wollen und halten das Betreibungsrecht, für eine unverbindliche Empfehlung. Kann ja nicht sein, dass Schuldner nach bezahlen Ihrer Ausstände, mit gesetzeswidrigen Forderungen durch Inkassofirmen, weiterhin ungerechtfertigt, als Schuldner da stehen. Das dürfte man, als fremde Richter im eigenen Land bezeichnen. Ohne Rechtsgrundlage, quasi den Leumund beschädigen, obwohl Schulden in der Schweiz kein Delikt ist, sofern man sie nicht betrügerisch, entstehen liess.

    • Augen Rollator am 17.12.2018 18:18 Report Diesen Beitrag melden

      Selbst Schuld

      Wie wäre es denn, gar nicht erst Kredite aufzunehmen? Wie wäre es denn, endlich mal zu sparen und wenn man den Rappen zusammen gespart hat, das Wunschteil dann kaufen. Wenn ich mir was nicht leisten kann, dann wird es nicht gekauft. Wenn ich es unbedingt haben will, dann wird gespart. Seid doch endlich einmal genug Selbstbewusst gegenüber anderen und sagt, DAS kann ich mir im Moment nicht leisten. Keiner hat permanent Geld zum verjubeln übrig. Ihr lügt euch gegenseitig an, da kann man nur den Koof schütteln.

    • Pauline 1936 am 17.12.2018 19:54 Report Diesen Beitrag melden

      Inkasso

      Das war schon immer so: Zuerst sparen, dann kaufen. Dann hat man auch keine Schulden.

    • Sandra am 18.12.2018 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lebenslänglich

      Wer keine Schulden generiert hat all diese Probleme nicht.

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