Alarmstufe Rot

12. November 2018 11:44; Akt: 12.11.2018 16:30 Print

Vor diesen fünf Gefahren fürchten sich die Firmen

Schweizer Unternehmen haben laut einer Studie vor Cyberattacken am meisten Angst. Aber auch das Finanzsystem bereitet Sorgen.

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Für Unternehmen gibt es nicht nur die Gefahr, mit dem eigenen Produkt oder der eigenen Dienstleistung zu scheitern. Auch etliche externe Risiken können Firmen in die Knie zwingen. So haben Schweizer Unternehmen mit Abstand am meisten Angst vor Cyberattacken. Das ist das Resultat des «WEF Global Risk Report», den die Zurich Versicherung zusammen mit dem WEF World Economic Forum erarbeitet hat.

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Der Bericht nennt die die weltweit grössten regionalen Risiken für Firmen. Ausgangspunkt ist eine weltweite Befragung von rund 12'000 Unternehmern und Managern aus gut 130 Ländern. In der Schweiz haben die Firmen vor den folgenden fünf Risiken am meisten Angst:

• Risiko 1: Cyberattacken
Bereits im letzten Jahr waren viele europäische Firmen Ziel von Cyberattacken. Laut Report deuten Schätzungen darauf hin, dass im Vergleich zur Vorjahresperiode die Cyberangriffe im ersten Quartal 2018 um rund ein Drittel gestiegen sind. «Kein Risiko hat in der Schweizer Wirtschaft derart an Bedeutung gewonnen wie die Cyberkriminalität», sagt Stephan von Watzdorf, Leiter Cyberrisik Zurich Schweiz. Mittlerweile besteht die Angst in allen Branchen. Beliebte Ziele von Cyberattacken seien kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Diese hätten nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung, um in ihre IT-Sicherheit zu investieren, so der Report.

• Risiko 2: Anlageblasen
Das zweitgrösste Risiko sehen die Schweizer Firmen in Anlageblasen. Die Angst hat vor allem in der Zeit nach der Finanzkrise zugenommen. Grund ist die expansive Geldpolitik der Zentralbanken, die die Wirtschaft befeuern soll. Es wird daher befürchtet, dass die geldpolitischen Massnahmen, wie etwa milliardenschwere Anleihekäufe, den Wert von Aktien und anderen Anlageklassen in den letzten Jahren künstlich in die Höhe getrieben haben. Eine Abkehr von der lockeren Geldpolitik könnte daher diese Blasen platzen lassen, so die Angst der Firmen.

• Risiko 3: Migration
Gefürchtet werden auch politische Entscheide, die die Wirtschaft tragen muss. So sorgt der Umgang mit den gewaltigen Flüchtlingsströmen vor allem in Europa dafür, dass die politischen Lager immer weiter auseinanderdriften oder der Populismus Auftrieb erhält. Stichworte sind hier die Masseneinwanderungsinitiative, Brexit oder Fachkräftemangel als Folge der Migrationspolitik. Die Unternehmen haben Angst, dass diese auch künftig die Geschäfte belasten könnte.

• Risiko 4: Datenbetrug und -diebstahl
Nicht nur der Datenskandal bei Facebook hat die Angst vor Missbrauch von persönlichen Informationen befeuert. Auch viele andere Fälle von gehackten Kundenkonten, Mobiltelefonen oder Computern beunruhigen. Das Risiko, Opfer eines Datendiebstahls zu werden, wird zudem immer grösser, weil sich der Alltag immer mehr in den Online-Bereich verlagert. Die Verbreitung moderner Bezahlsysteme, das Bezahlen mit Kreditkarte und das Einkaufen im Netz nehmen rasant zu. Das Risiko, selber Opfer eines Datenbetrugs oder -Diebstahls zu werden, erachten die Schweizer Firmen daher als sehr hoch.

• Risiko 5: Zusammenbruch des Finanzsystems
In der letzten Finanzkrise sind etliche Finanzmechanismen- und Institutionen ausgefallen oder kollabiert. Banken rund um die Welt sind verschwunden, Kunden konnten an Geldautomaten kein Geld mehr abheben und Länder mussten aus dem Schuldensumpf gezogen werden. Das hallt nach. Schweizer Firmen machen sich daher grosse Sorgen um die Gesundheit des Finanzsektors. Entsprechende Risiken gewichten die Unternehmer besonders stark.

(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • de Kari am 12.11.2018 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer

    Ich habe am meisten Angst vor der CHEFETAGE! Die bereichern sich wie immer am armen NORMALBÜRGER!!!

    einklappen einklappen
  • Franz Meier am 12.11.2018 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Unternehmensphilosophie

    In anderen Worten: Sie sorgen sich ausschliesslich um sich selbst und in keinem einzigen Punkt um die Arbeitgeber.

    einklappen einklappen
  • Schorsch am 12.11.2018 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Fragewürdig

    Die Firmen sorgen sich um alle möglichen finanziellen Risiken. Aber dem CEO bezahlen sie gerne 9999 Multitrilliardonen Franken pro Arbeitssekunde.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mängu am 14.11.2018 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Stress heutzutage

    Ich finde die grösste Gefahr geht von den Unternehmen selbst aus. Sparmassnahmen. Personalabbau falsche Investitionen und zuviel Stress für den normalen Mitarbeiter. Immer schön die Zitrone auspressen bis das Unternehmen vor die Hunde geht. Depressionen und Burnout sind heute an der Tagesordnung.

  • Ursi am 13.11.2018 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Finanzen, Daten? alles nur Geldsorgen!

    Geld macht nicht glücklich, die Sorgen nehmen zu. Siehe Selbstmordrate der weltweit höchstsubventionierten Bauern oder Bonus-vergoldeter CEO's. Wer für sein Einkommen selbst verantwortlich ist hat andere Sorgen.

  • P.L. am 13.11.2018 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Der Crash kommt schon bald

    Es ist ja längst kein Geheimnis mehr, dass die Banken kollabieren werden. Jeder der nur ein wenig die Zusammenhänge der Finanzmärkte versteht weiss das. Aufhalten kann man das nicht mehr, also schweigt man und zögert den Crash so lange hinaus wie es geht. In ein paar Jahren werden wir eine Hyperdeflation erleben und auch alle unsere privaten Ersparnisse werden nichts mehr wert sein.

  • Uncle SAM am 13.11.2018 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Der Grad der Islamisierung eines Landes

    Einen wichtigen Punkt jabt ihr vergessen, den Grad der Islamisierung eines Landes, denn wenn einmal 15% der Bevölkerung Moslems sind gibt es ausser Bürgerkrieg keinen Ausweg mehr die Islamisierung aufzuhalten. Die Linken und Grünen glauben wenn sie denen jetzt helfen werden sie nach der Machtergreifung der Moslems politisch einen Platz haben da täuschen sie sich jedoch gewaltig.

  • Trojaner am 13.11.2018 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    was mich viel mehr ängstigt

    als die Cyberkriminellen (denn PC techn. kann man sich schon schützen) ist die Realworld - Kriminalität, da sind hinterhältige Angriffe/Attacken viel schlimmer wegzustecken