BaselWorld 2011

23. März 2011 14:51; Akt: 23.03.2011 15:19 Print

Das sind die teuersten Luxus-Konzerne

von Hans Peter Arnold - An der BaselWorld 2011 präsentieren 1900 Aussteller der Uhren- und Schmuck-Branche ihre Neuheiten. 20 Minuten Online nimmt die Luxusgüterindustrie unter die Lupe.

Louis Vuitton Group wird derzeit an der Börse auf 63 Milliarden Franken bewertet.
Quelle: 20 Minuten Online

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304 Milliarden Franken: Soviel kosten die 15 grössten Luxuskonzerne an den Börsen. Louis Vuitton Group (LVMH) schwingt dabei mit einem Börsenwert von 68 Milliarden Franken obenauf. LVMH ist der grösste Luxuskonzern der Welt. Der Umsatz beträgt 26,3 Milliarden, der Gewinn über 3 Milliarden Franken. Der Konzern beschäftigt 83 000 Mitarbeitende und betreibt 2300 Shops. Der Konzern besitzt über 60 Marken. Die wichtigsten Labels heissen Louis Vuitton, Moët & Chandon, Dom Pérignon, Veuve Clicquot, Donna Karan (DKNY), TAG Heuer, Zenith und Hublot. Und jetzt greifen die Franzosen nach dem italienischen Uhren- und Schmuckhersteller Bulgari. Bulgari setzt 1,3 Milliarden Franken um und wird aufgrund der Übernahmeofferte an der Börse mit 4,7 Milliarden Franken bewertet.

Nummer zwei an der Börse ist der französische Kosmetikhersteller L'Oréal (Wert: 61 Milliarden). Zum Konzern gehören die Luxusmarken Lancôme, Helena Rubinstein und Biotherm. Nestlé ist zu 30 Prozent an L'Oréal beteiligt. Der Gewinn ist mit rund drei Milliarden Franken so hoch wie bei Louis Vuitton Group.

Richemont ist der teuerste Schweizer Konzern

Die Bronzenmedaille hat derzeit an der Börse der Genfer Richemont-Konzern inne (28 Milliarden). Das Unternehmen besitzt klingende Marken wie Cartier, Vacheron Constantin, Baume & Mercie, Jaeger-LeCoultre, IWC, Piaget oder Montblanc.

Der zweite Schweizer Konzern unter den Top 15 ist Swatch Group. Mit 20 Milliarden Franken belegt das Unternehmen mit Sitz in Biel den sechsten Rang. Zu Swatch Group gehören die Luxusuhrenmarken Omega, Breguet, Blancpain, Glashütte, Longines und Rado.

Allerdings: Swatch Group verfügt über keine so wertvolle Topmarke in der Liga von Cartier. Das mag einen Teil des Bewertungsunterschieds an der Börse zu Richemont erklären. Der Wert der Marke Cartier wird auf über vier Milliarden Dollar geschätzt. Deshalb gehört Cartier im Interbrand-Ranking zu den Top 100 der global bedeutendsten Marken. Der Markenwert des Swatch-Group-Flaggschiffes Omega - nicht im Interbrand-Ranking berücksichtigt - liegt erheblich tiefer.

Louis Vuitton auch bei Internetnutzern top

Wie häufig wurden die einzelnen Luxus-Marken gegoogelt? Am häufigsten wurde Lous Vuitton ins Suchfeld eingegeben, weshalb diese Marke den Index 100 hat.
Quelle: 20 Minuten Online

Die Bewertungen der Aktienkurse widerspiegeln sich einerseits an den immateriellen Markenwerten und andererseits am globalen Interesse der Internetnutzer. Louis Vuitton gehört zu jenen Top-Luxusmarken, nach welchen am häufigsten auf Google gesucht wird. Rang zwei auf dem Radar der Internetnutzer belegt der US-Konzern Coach (Handtaschen). Gucci folgt auf Rang drei. Gucci gehört wie Puma, YSL oder Conforama zum französischen Misch-Konzern Pinault Printemps Redoute (PPR). Massgebend für die Auswertung von 20 Minuten Online waren die Google-Suchabfragen innerhalb der vergangenen zwölf Monate.

«Das Jahrzehnt der Luxusmarken»

Der Wert der Marken steige weiter, meint Thomas Ramseier, Geschäftsführer der Markenagentur Brandpulse. «Wir leben heute im Jahrzehnt der Luxusmarken.» In den Emerging Markets in Asien und Südamerika würden nämlich in den kommenden Jahren Millionen von Menschen in die vermögende Mittelschicht aufsteigen. Sie würden ihre Begehrlichkeiten mit Statussymbolen befriedigen. «Die neue Mittelschicht orientiert sich am Etablierten.» Eine Luxusmarke müsse global präsent sein. Das mache es Newcomern vorerst schwer, in diesen Kreis aufzusteigen.

Da der Markt weiter wachse, könnten die Luxusgüterkonzerne weiterhin mit grosszügigen Gewinnmargen rechnen. Erst in Folge von Sättigungstendenzen bestehe die Gefahr von Margen-Erosionen. Trotzdem hätten die Luxuskonzerne kein leichtes Spiel: «Die Investitionen in Innovationen und ins Marketing sind beträchtlich. Die Marke muss begehrenswert bleiben; sie muss an der vordersten Front mit dabei sein.» Dies gelinge beispielsweise Louis Vuitton sehr gut. Stark im Kommen sei auch die Uhrenmarke Hublot.