Abgaben-Ranking

22. Oktober 2011 22:31; Akt: 23.10.2011 15:44 Print

Das sind die wahren Steuerhöllen

Eine Rangliste der Steuerbelastung zeigt: Nirgends sind die Abgaben an den Staat so hoch wie in Belgien. Die Schweiz ist im vorderen Mittelfeld platziert. Gut haben es die Bewohner Katars.

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In Belgien werden Lohnbezüger global gesehen am stärksten belastet. Bei einem Bruttoeinkommen von Dollar gehen 34,8 Prozent an den Staat; zusätzlich werden 13,1 Prozent für soziale Abgaben abgezweigt. Das ergibt eine Abgabe-Quote von insgesamt 47,9 Prozent: 88. und damit letzter Rang. Im Bild: Das Atomium in Brüssel. Deutschland ist eine Steuerhölle: 26,3 Prozent von Dollar gehen an den Staat. Hinzu kommen soziale Abgaben von 16,6 Prozent. Totalbelastung: 42,9 Prozent - Rang 84. Im Bild: Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Vertretern der deutschen Industrie. Rang 55 im Ranking der Steuerbelastung geht an Grossbritannien. Die Lohnabgaben fallen mit 23,3 Prozent hoch aus, hingegen sind die sozialen Abgaben mit 7,7 Prozent relativ moderat. Total: 31 Prozent. Im Bild: Queen Elizabeth II und Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, auf dem Balkon des Buckingham Palace in London. Nächtliche Skyline von Shanghai am Huangpu River: China befindet sich mit einer Gesamtsteuerbelastung von 26 Prozent global gesehen im Mittelfeld. Rang: 37 Freiheitsstatue in New York: Die USA sind bezüglich Steuerbelastung im hinteren Mittelfeld platziert. 18,6 Prozent des Bruttoeinkommens von Dollar fliessen direkt in die Staatskassen; 5,7 Prozent betragen zusätzlich die sozialen Abgaben. Total: 24,3 Prozent, mithin Rang 29. Die Schweiz gehört zu den Ländern mit der niedrigsten Steuerbelastung. Zu den Staatssteuern von 11,4 Prozent kommen soziale Abgaben in der Höhe von 6,3 Prozent hinzu. Total: 17,7 Prozent - Rang 16. Da bleibt sicher Geld für Weihnachtseinkäufe im noblen Shoppingcenter GUM in Moskau übrig: Die Gesamtsteuerbelastung beträgt in Russland lediglich 13 Prozent. Dies bedeutet Rang 11. Nur zehn Länder weisen noch tiefere Steuersätze auf. Glücklich schätzen dürfen sich die Bewohner des Emirats Katar: Sie müssen keine Steuern bezahlen. Dasselbe gilt für Cayman Islands. Sehr niedrig ist schliesslich die Steuerbelastung auf den Bahamas (1 Prozent) und in Bermuda (1,6 Prozent). Bild: Scheich Hamad bin Khalifa al Than, Staatsoberhaupt Katars.

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Beinahe bis Ende Juni arbeitet ein Belgier für den Staat. Erst danach kann er bildlich gesprochen mit dem Lohn seine übrigen Lebenskosten bezahlen. 47,9 Prozent des Bruttolohnes geht nämlich in Belgien an den Staat. Im globalen Ranking der Steuerbelastung des Beratungsunternehmens KPMG belegt Belgien damit den 88. und letzten Rang (siehe Bildstrecke oben). Als Basis für den Vergleich diente ein Jahreseinkommen von 100 000 Dollar.

Hoch ist die Steuerbelastung in unserem grossen Nachbarland Deutschland: 26,3 Prozent gehen vom jährlichen Bruttoeinkommen von 100 000 Dollar als direkte Steuern an den Staat. Hinzu kommen soziale Abgaben von 16,7 Prozent (u.a. Arbeitslosen- und Invalidenversicherung). Das gibt zusammen eine Belastung von 43 Prozent - was für Deutschland im Ranking Platz 84 bedeutet.

Viel besser sieht es für die Schweiz aus. Bei einem Bruttojahreseinkommen von 100 000 Dollar fällt in der Schweiz eine Gesamtsteuerbelastung von 17,7 Prozent an. Damit klassiert sich die Schweiz auf Rang 16.

Zu den wahren Steuerparadiesen gehören teils exotische Staaten. Die Einwohner von Katar müssen keine Steuern bezahlen. Dasselbe gilt für Cayman Islands. Sehr tief ist die Steuerbelastung auch auf den Bahamas (1 Prozent) und in Bermuda (1,6 Prozent).

(hpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex F. am 23.10.2011 00:06 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Vorstellungen

    17.7% Steuerbelastung? Schön wär's. Wenn einer das Militär nicht macht, muss er 3% seines Lohnes abgeben. Ich schlussfolgere: Die EO, Krankenkassenprämien wurden ausgelassen, ansonsten käme man auf einen Wert von ca. 30%. Ich frage mich echt, woher ihr diese Statistiken habt. Das echte Leben in der Schweiz viel teurer. Nirgends lebt es sich teurer, als in der Schweiz, das bestätigen auch Touristen, Eingebürgerte etc. Und um das zu beweisen, muss man nur mal die Mietpreise für eine Wohnung in Zürich anschauen.

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  • Andy M am 23.10.2011 02:03 Report Diesen Beitrag melden

    Steuern runter für die Familien!

    Wo ist die Mehrwertsteur geblieben in dieser Studie? Nicht zu vergessen die vielen Abgaben, Gebühren, die hohen Lebenshaltungskosten, Krankenkasse, Mieten, Eigenheimpreise etc..Wir müssen unbedingt den Beamtenapparate, Behoerden reduzieren im Personalbereich, Lohnbereich schlankere effizientere Strukturen schaffen. Weniger Bürokratie, Gesetzte, Vorschriften dafür griffigere wo auch durchgesetzt werden. Militärausgaben noch mehr kürzen, Bundesliegenschaften besser nutzen. Jeder Neubau sollte mit Nachhaltiger Energie versorgt werden lokal d.h. auf dem jeweiligen Gebäude oder Grundstück.

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  • Homo politicus am 23.10.2011 06:02 Report Diesen Beitrag melden

    Dieser Vergleich ...

    hinkt wieder auf "beiden Beinen". Absolut grotesk, wenn man/frau bedenkt, dass wir so ca. 300 verschiedene "Steuern" kennen ...Als Vergleich könnte auch die Staatsquote (vom Staat erbrachte bzw. an ihn bezahlte Leistungen) herhalten, wo wir absolute Weltmeister sind !

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fozzy Bear am 15.02.2012 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleiben die Sozialkosten?

    Hier wird die Schweiz als Steuerparadies hingestellt. Dass aber eine Familie mit 2 Kindern jeden Monat 1000 Franken für die Krankenkasse hinblättert, wird verschwiegen. Auch die AHV/IV, Arbeitslosenkasse und Lohnausfallversicherung schlagen zu buche. Bei Belgien und Deutschland sind diese Kosten ausgewiesen. Warum nicht bei der Schweiz?

  • Elek.Tron am 24.10.2011 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Komische Rechnung!

    Und was ist mit der MwSt, der Spritsteuer, der Gewinnsteuer auf Lotto, den Pensionskassenbeiträgen, der Alkohol- und Tabaksteuer, den Krankenkassenbeiträgen, SUVA, Verkehrssteuer, Militärersatzabgabe, Feuerwehr- und Kirchensteuern, usw, usw... ???

    • an elekt Tron am 25.10.2011 20:19 Report Diesen Beitrag melden

      Staatsquoten

      Direkte Bundessteuer AHV, IV, KiZu, Krankenkasse ..... Wo er recht hat hat er recht, die Staatsquoten müssten verglichen werden oder noch besser Steuern vs Leistung und dann bin ich überzeugt stehen wir Schweizer ziemlich bes.... da. PS: Billag zu Hause, im Ferienhaus, am Arbeitsplatz und im Hotel nicht vergessen

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  • Herr Meierhans am 23.10.2011 18:36 Report Diesen Beitrag melden

    Krankenkasse ist Zwangsabgabe

    Es wäre interessant zu wissen ob der Budgeposten Krankenversicherung in der Studie berücksichtigt wurde? In der Schweiz ist das ja eine Zwangsversicherung, die eine durschnittliche Familie mehr als die Staats- und Gemeindesteuern kostet. Damit wären wir dann so teuer wie Deutschland, wenn nicht schlimmer.

    • Tommi am 23.10.2011 20:19 Report Diesen Beitrag melden

      Gleicher Meinung!

      Genau gleicher Meinung! Komme aus der Steuerhölle Namens Finnland, aber so rosig ist es auch hier nicht. Krankenkasse und die astronomischen Wohnungskosten und Preise sowieso macht dieses Land genauso teuer wie der grosse Kanton im Norden.

    • J. Meyer am 23.10.2011 21:02 Report Diesen Beitrag melden

      @Herr Meierhans

      Eben! Für untere Schichten bis hin zur Mittelschicht kann man die KK als Zwangsabgabe verstehen, da diese Kosten grosse Löcher ins Budget reissen. Die Schichten nach oben hin aber der Mittleklasse hingegen können sich die gleichen Abgaben der KK aus der Portokasse finanzieren. Eine gerechtere Alternative wäre ein System ähnlich wie in D, wo die KK prozentual vom Lohn/Einkommen definiert wird. Somit wären alljährliche massive Erhöhungen zudem noch hinfällig, welche nur die Kleinen hart trifft.

    • Ce am 24.10.2011 05:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Krankenkasse

      Stimmt - und Krankenkasse braucht man in Deutschland ja auch nicht :-) - 750 Franken habe ich als Single zum Schluss bezahlt - macht euch nichts vor - die Schweiz ist ein Steuer- und abgabenparadies - auch wenn leben teurer ist

    • Jules Huber am 24.10.2011 07:51 Report Diesen Beitrag melden

      Deutschland ein Beispiel für KK Prämien?

      @Meierhans Den Vergleich mit Deutschland zu machen scheint hier nicht zielführend zu sein. Die Abgaben bei unserem grossen Nachbarn sind z.T. genauso unsozial. Dass Deutschland auf dem 87 Platz gelandet ist hat Gründe. Auch dort existieren die Zwansabgaben auf Einkommen.

    • Bürgi am 24.10.2011 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nicht so einfach

      Genau Herr Meyer... und die Wohnungsmieten, die Strompreise, die Lebensmittel, überhaupt alles sollte prozentual zum Lohn angepasst werden. Und niemand soll mehr fragen, wie viele Jahre jemand auf Lohn verzichtete, um zu studieren, sich weiter zu bilden und teure Schulen zu besuchen, die man mit Nebenjobs finanziert.... bis man nach vielleicht 10 Jahren darben endlich ans verdienen denken kann...

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  • René Widmer am 23.10.2011 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wenig sinnvolle Studien

    Ich lebe und arbeite hier und fühle mich auch wohl. Was die Leute in Katar, China oder Kolumbien für staatliche Belastungen haben, interessiert mich überhaupt nicht. Solche Vergleiche nützen niemandem, weil nebst Steuern noch viele andere Komponenten den Lebensstandard beeinflussen.

    • Fozzy Bear am 15.02.2012 13:36 Report Diesen Beitrag melden

      verwässert

      Grundsätzlich lebt es sich gut hier. Das stimmt. Aber wenn schon solche Studien veröffnetlicht werden, darf nicht mit Unterschlagung von Zahlen das Resultat zugunsten der Schweiz verwässert werden.

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  • Meinhard Stark am 23.10.2011 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Kleine Anmerkung/Frage

    Soweit mir bekannt ist, stimmt die obige Angabe für die USA nur momentan. Wenn ich mich recht entsinne wurde die Steurer verübergehend und krisenbedingt halbiert. Weiss da jemand mehr?