Fachkräfte

25. Januar 2020 19:15; Akt: 25.01.2020 19:19 Print

Das hat die Schweiz den Arbeitnehmern zu bieten

Löhne, Karriere, Lebensqualität: Die Schweiz ist das attraktivste Land für Fachkräfte. Es gibt allerdings auch Verbesserungspotenzial.

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Die Schweiz kann 2020 ihre Spitzenposition als attraktivstes Land für Fachkräfte behaupten. Seit der Personalvermittler Adecco vor sieben Jahren erstmals den Global Talent Competitiveness Index veröffentlichte, schaffte es die Schweiz jedes Jahr auf den ersten Platz. Das Podest vervollständigen dieses Jahr die USA und Singapur. Das Schlusslicht des in Davos vorgestellten Index bildet der Jemen unmittelbar nach Angola und dem Kongo.

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Besonders attraktiv für gut ausgebildete Arbeitnehmer sei die Schweiz wegen ihrer hohen Lebensqualität. Das Land biete zudem interessante Jobs, hohe Löhne und gute Karrierechancen.

Gute Ausbildung und stabile Rahmenbedingungen

Ebenfalls eine grosse Stärke der Schweiz sei die gute Aus- und Berufsbildung. Lobende Erwähnung finden die Weiterbildungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten sowie das duale Ausbildungssystem. In der Schweiz sei es möglich, unabhängig vom wirtschaftlichen Status eine Ausbildung zu absolvieren und Karriere zu machen.

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Attraktivität der Schweiz seien die guten rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Adecco-Schweiz-Sprecherin Annalisa Job nennt als Beispiel die geringe Korruptionsanfälligkeit im Land. Job sagt: «Durch die hohen Löhne sind Schweizer Beamte kaum korruptionsanfällig.» Als weiteres Beispiel nennt sie das Schweizer Betreibungssystem: «Bezahlt jemand die Rechnung nicht, bestehen klare und funktionierende Regeln bezüglich Betreibung.»

Frauen im Nachteil

Allerdings hat die Schweiz auch auf dem Spitzenplatz noch Verbesserungspotenzial. Die Studienautoren bemängeln etwa die soziale Integration von Minderheiten.

Weit hinten klassiert sich die Schweiz bei der Gleichstellung der Geschlechter etwa in Bezug auf Gesundheit, Wissen und Einkommen. Statistiken würden auch zeigen, dass sich Frauen in der Schweiz in jungen Jahren zwar besser ausbildeten als Männer, schliesslich aber stark an Boden verlören, was die kontinuierliche Weiterbildung angehe.

«Arbeitskräfte ungleich verteilt»

Trotz hoher Attraktivität spitzt sich der Fachkräftemangel in der Schweiz zu, wie der entsprechende Index von Adecco Schweiz vom vergangenen November aufgezeigt hat. Dafür gibt es mehrere Gründe, wie Adecco-Schweiz-Sprecherin Job sagt: «Die Schweiz kann Expats gut anziehen.» Die Leute kommen gerne in die Schweiz arbeiten. Doch setze die Politik etwa der Einwanderung mit Kontingenten Grenzen.

Ein akutes Problem im Schweizer Arbeitsmarkt sei ausserdem das ungleichmässig verteilte Angebot an Arbeitskräften. Job nennt einen akuten Fachkräftemangel in Ingenieurs-, Technik- und Treuhandberufen. In Berufen mit tiefen Ausbildungsanforderungen gebe es hingegen ein stark ausgeprägtes Fachkräfteüberangebot. Leute in Berufsgruppen mit Fachkräfteüberangebot gelte es entsprechend umzuschulen.

(fpo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Isabelle Schultheiss am 25.01.2020 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billige Arbeitskräfte

    Die Schweiz hätte genug Fachkräfte, auch sehr erfahrene ü50. Was hier wie immer fehlt, ist dass man die Wahrheit sagt. Man sucht nicht Fachkräfte, sondern billige Arbeitskräfte. Im eigenen Land Schweiz wird man als Schweizer diskriminiert. Das ist eine Schande!

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  • Peter Müller am 25.01.2020 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeiten

    Interesant mit diesen Fachkräften. Es hat so viele ausgesteuerte Schweizer über 50 Jahre. Warum bekommen diese Menschen keinen job in der Schweiz. Ach ja sie sind ja zu teuer. Libe BR schaut doch auch zu uns danke.

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  • Svhweizer Arbeitnehmer am 25.01.2020 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Geiz ist Geil

    Es gibt mehr als genug sogenannte Fachkräfte die Schweizer vom Arbeitsmarkt verdrängen nur weil diese teurer sind aber eben Qualität kostet.!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • BSCSTUDENT am 26.01.2020 23:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ausbildungssystem

    Das Schweizer Ausbildungssystem könnte besser sein, a la UK. Studiere Chemieingenieurwesen in UK und in der Schweiz könnte ich nach dem Bachelor nur ein relevante Masterstudium absolvieren, und in UK viele. Zb. ein Masterstudium in Meteorologie, Climate science, Informatik ist mit einem Ingenieurabschluss möglich. In der Schweiz nicht. Also in der Schweiz darf man seine Interessen nicht ändern, sonst müsste man wieder von vorne anfangen.

  • Walter am 26.01.2020 23:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin ich froh

    Zum Glück sind die teilweise doch sehr limitierten Schreiberlinge hier in Wirklichkeit nur eine irrelevante Randgruppe.

  • Karl am 26.01.2020 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dafür die mieseste Familienpolitik in Europa.

    Tja alles gute Plus für den Single oder das junge Paar. Sobald Familie mit Kindern ins Spiel kommt sind plötzlich sie Ausgaben im Vergleich zum Umland massiv höher und fressen den besseren Lohn auf. Man rechne nur, dass wir allein an Arbeitsstunden 24 Tage im Jahr mehr Schaffen als ein Deutscher. Nehmen wir dann noch die 2 Wochen Urlaub dazu die in Deutschland gesetzlich mehr gegeben werden kommen wir auf 34 Tag. Wo verdienen wir dann noch wirklich mehr unterm Strich wenn 12 Kinder in die Rechnung einfliessen? Von den westlichen Nachbarn in Frankreich wollen wir garnicht erst anfangen...

    • Reto am 26.01.2020 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Karl

      12 Kinder kosten in Deutschland nichts, klar.

    • Karl am 27.01.2020 00:05 Report Diesen Beitrag melden

      @Reto

      Es waren wohl 1-2 gemeint... Und allein die Zulage wäre um einiges besser. Mal ab von kostenloser Betreuung, anständiger Elternzeit, inkludierter Kranken- und Unfallversicherung. Die Liste ist zwar endlich aber zu lang!

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  • CH Student im Ausland am 26.01.2020 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Zukunft ist gesichert....

    Zum Glück studiere ich Medizin. Zwar nicht in der Schweiz wegen NC, sondern in Zaporizhia, Ukraine und wird in der Schweiz voll anerkannt. Werde immer einem Job haben und der Ärztemangel wird in den nächsten Jahren noch zunehmen. Das ist auch eine der wenigen Berufe in der Schweiz, in dem man Deutschkenntnisse braucht, man kann also nicht einfach jemanden aus dem Ausland holen.

    • landstreicher am 26.01.2020 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @CH Student im Ausland

      krass... wenn's einem dermassen schleift in der Bierne. gut... bei Zahnärtzten schleifts natürlicherweise meist Dort .

    • landstreicher am 26.01.2020 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @landstreicher

      Birne - das Aparätchen ist auch schon träge und etwas alt . gut gibt's Junge schnelle Schleifer .

    • ORCH_IDEE am 26.01.2020 23:59 Report Diesen Beitrag melden

      klaro

      find ich doch super.67stundenwoche minimumm und mindestens 3 scheidungen. kinderlein werden für schulden sorgen.

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  • Leo67 am 26.01.2020 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt JA zur Begrenzungsinitiative

    Ich kann dem Volk ob junge oder ältere nur raten die Begrenzungsinitiative mit einem überzeugendem JA anzunehmen, ansonnsten schaufelt ihr Euch noch mehr Arbeitslose, vorallem ab 50 jahren ein. Jeder wo Glück hat wird mal 50 und darüber...also ihr jungen denkt heute schon in die weitsicht.....

    • Dirk am 26.01.2020 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leo67, einverstanden!

      Wie gesagt, ich sehe dem Mai mit Zuversicht entgegen. Mittelfristig würde eine Ablehnung der Rahmenverträge unsere grenznahen Supermärkte erheblich entlasten.

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