Medienberichte

30. Juli 2018 12:50; Akt: 30.07.2018 16:23 Print

Das wird Ex-VW-Chef Winterkorn vorgeworfen

Erneut ist der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn in den Schlagzeilen: Er soll laut Berichten 10 Millionen Euro steuerfrei in der Schweiz versteckt haben.

Wegen einer Zahlung auf ein Konto bei der Bank Vontobel steht Martin Winterkorn nun unter Verdacht auf Steuerbetrug. (Video: Glomex)

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Am Wochenende haben die deutschen Medien berichtet, Ex-VW-Chef Martin Winterkorn sei unter Verdacht, Steuerbetrug begangen zu haben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig allerdings mitgeteilt, es gebe kein weiteres Verfahren gegen Winterkorn. Die Staatsanwaltschaft habe Erkenntnisse über ein mögliches Steuervergehen an die zuständige Steuerbehörde weitergeleitet, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, Klaus Ziehe, der Deutschen Presse-Agentur.

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Die «Bild am Sonntag» zitierte aus den Ermittlungsakten – es geht unter anderem um Überweisungen von insgesamt rund 10 Millionen Euro auf Schweizer Konten in den vergangenen beiden Jahren.

Konkret zahlte der Manager das Geld von einer deutschen Bank auf Konten bei der Schweizer Bank Vontobel ein. Ein Drittel landete auf dem Konto seiner Frau. Sollte es sich dabei um eine Schenkung gehandelt haben, wäre eine Steuer von rund einer halben Million fällig geworden.

Vontobel gibt keinen Kommentar ab

Ein Sprecher der Bank sagt zu 20 Minuten, Vontobel beachte alle gesetzlichen Regelungen. Das Schweizer Gesetz verbiete auch, Kontoverbindungen zu kommentieren – ob sie nun bestehen oder nicht.

Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer fordert vom Autokonzern, sich stärker von seinem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden zu distanzieren. «Wenn sich herausstellt, dass die Vorwürfe wahr sind, wird die Marke VW weiter stark beschädigt. Denn die Vorwürfe bestätigen das Bild der Raffgier», sagte Dudenhöffer der «Neuen Osnabrücker Zeitung».

Winterkorns Anwälte erwägen Klage

Die neuen Vorwürfe hätten mit dem Abgasskandal nichts zu tun, sagte Winterkorns Anwalt Felix Dörr am Sonntag der DPA. Dörr geht noch weiter: Er prüft juristische Schritte gegen die Staatsanwaltschaft Braunschweig: «Wir erwägen, Strafanzeige wegen Verrats von Dienstgeheimnissen zu stellen.»

In den USA liegt bereits ein Haftbefehl gegen Winterkorn vor: Ihm wird im Abgasskandal Verschwörung zur Täuschung der Behörden vorgeworfen.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Content-Kooperation mit Pro 7/Sat 1.

(rkn/sda/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frank W. am 30.07.2018 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Der Typ .....

    .... spiegelt nur den Durchschnitt der Führungsebene wieder. Nichts weiter. Die letztlich Blöden sind die Kunden, und die bemerken es nicht einmal

    einklappen einklappen
  • RentaBrain am 30.07.2018 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ja ne, is klar

    Der ist doch nur das Bauernopfer. Die richtigen Mafiosi bei VW sitzen in der Politik Niedersachsens, Grossaktionäre etc.

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  • huschmie am 30.07.2018 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Arrogant

    Der hat das Gefühl, dass Gesetze für ihn nicht gelten. An Arroganz kaum zu überbieten.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wörni am 31.07.2018 21:14 Report Diesen Beitrag melden

    Unfähr

    Die Presse zerreisst eine Person, bevor die Sache gerichtlich geklärt wurde. Ist doch einfach unanständig und Rufschädigung. Ich hoffe nur, dass Herr Winterkorn sich wehren wird.

  • Hugo am 31.07.2018 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Nix verstehen

    Was ist jetzt genau verwerflich eine überweisung aus deutschland in die schweiz zu tätigen?

  • Brainer am 31.07.2018 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Den Konzern einfach boykottieren. Verstehe sowieso nicht, weshalb Leute diese überteuerten Autos kaufen. Bin gerade auf der suche nach einem SUV und habe schon einiges von verschiedenen Marken zusammengestellt. VW bietet viel weniger Ausstattung, kostet aber am Ende so viel wie ein BMW. Kommt dazu dass man bei Amag dann noch wiederkehrend viel zu viel Knete abdrückt. Die Haare standen mir dann zu Berge als ich Dekras Gebrauchtwagenstatistik konsultierte. Zuverlässigkeit übelst für den Preis, sprich kaum besser als ein Dacia. Mehr als (V)iel (W)erbung machen und betrügen können die nicht.

  • Y.T am 31.07.2018 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Justitia braucht Brille

    Er soll in den Knast und basta. Was soll dieses Gehabe, ein normalo wäre schön am absitzen! Sobald man ein NAME oder GELD hat, besteht die Angst. Das nennt sich " Gleichstellung "

  • MM am 31.07.2018 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt die Fairness

    Da wird wieder einmal jemanf zu früh angeklagt. Vielleicht war alles ganz legal. Es ist ja nicht verboten, Transaktionen von einem Konto zu einem anderen Konto vorzunehmen. Sind wir doch froh, gibt es noch Ausländer, die unseren Banken Vertrauen schenken. Ansonsten gingen noch weitere Arbetsplätze in der schweizer Bankenbranche verloren!