Aramco

04. November 2019 11:25; Akt: 04.11.2019 11:55 Print

Das wird der grösste Börsengang aller Zeiten

Der saudiarabische Ölkonzern Aramco könnte Apple und Microsoft als wertvollste Firmen an der Börse ablösen. Die Firma steht vor dem grössten Börsengang der Welt.

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Saudiarabien steuert mit dem weltgrössten Ölkonzern Aramco auf einen der grössten Börsengänge aller Zeiten zu. Das Staatsunternehmen erhielt am Sonntag von der nationalen Aufsichtsbehörde grünes Licht für eine Notierung am heimischen Aktienmarkt.

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Warum wäre der Börsengang so historisch?

Aramco könnte das wertvollste Börsenunternehmen der Welt werden. In Banken- und Unternehmenskreisen wird eine Bewertung von etwa 1,5 Billionen Dollar als realistisch bezeichnet. Damit läge Aramco deutlich vor den US-Technologieriesen Microsoft und Apple, die auf rund eine Billion Dollar kommen.

Wann gehts an die Börse?

Ein konkreter Zeitplan für den bereits seit rund drei Jahren avisierten Sprung auf das Handelsparkett wurde zunächst nicht genannt. Laut Berichten könnte der 11. Dezember in Frage kommen. Die saudiarabische Marktaufsicht erklärte, die IPO-Genehmigung gelte für sechs Monate. Der Börsenprospekt mit Informationen für Investoren soll laut Aramco am kommenden Samstag veröffentlicht werden. In den nächsten Tagen solle es aber bereits Vorgespräche mit Investoren geben. Vorerst könnten Insidern zufolge ein bis zwei Prozent der Anteile platziert werden.

Wie viele Aktien werden an die Börse gebracht?

Im Gespräch sei ein Emissionsvolumen von 20 bis 40 Milliarden Dollar. Damit wäre Aramco nicht nur das wertvollste Unternehmen an der Börse, sondern es könnte auch der bislang grösste Börsengang der Welt werden. Seit 2014 hält der chinesische Internetriese Alibaba mit 25 Milliarden Dollar den Spitzenplatz.

Wie profitabel ist Aramco überhaupt?

Die Firma gilt als das profitabelste Unternehmen der Welt. In den ersten neun Monaten 2019 lag der Nettogewinn bei 68 Milliarden Dollar, der Umsatz bei 244 Milliarden Dollar. Zu den Banken, die den Börsengang begleiten, gehören die US-Grossbanken Citigroup, Goldman Sachs, JPMorgan, Bank of America, Morgan Stanley sowie das britische Institut HSBC und Credit Suisse.

Wer besitzt derzeit Aramco?

Die Firma ist in saudiarabischem Staatsbesitz. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman will mit den Einnahmen den Umbau der Wirtschaft vorantreiben und das Königreich weniger abhängig vom Öl- und Gasgeschäft machen.

Wessen Idee war der Börsengang?

Den Börsengang hatte der Kronprinz bereits Anfang 2016 ins Spiel gebracht. Er ist Teil seines Vorstosses für eine Reform und Modernisierung der saudiarabischen Wirtschaft. So plant er etwa ein gigantisches Infrastrukturprojekt zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Akaba, wo sich Unternehmen aus allen möglichen Branchen wie der Energie- und Wasserwirtschaft, der Biotechnologie und der Unterhaltungsbranche ansiedeln sollen.

Warum ist der Konzern noch nicht an der Börse?

Der Schritt auf das Parkett verzögerte sich immer wieder. Zuletzt gab es zudem noch Sorgen wegen der Angriffe der Huthi-Rebellen aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Jemen auf saudiarabische Ölanlagen Mitte September, die einen grossen Teil der Produktion des Landes zeitweise lahmlegten. Der Konzern versuchte nun erneut, Investoren zu beruhigen. Die Angriffe dürften keine wesentlichen Folgen für das Geschäft und die Finanzen des Unternehmens haben, erklärte er.

(reu/rkn)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Franz K. am 04.11.2019 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moderne Vorbilder

    Die Saudis sind alle ehrlich und wahre Engel. Die kämen auch nie auf die Idee einen Journalisten lebendig zu zersägen. Bin Salman ist ein wahrer Menschenfreund.

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  • Michiii am 04.11.2019 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mut und weitsicht

    Clevere Aktion. Den dummen das Geld aus der Tasche zu ziehen um sich selbst zu retten. In 50 Jahren ist fossiler Brennstoff nicht mehr wirklich gefragt. Mutig und richtig.

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  • busa am 04.11.2019 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kaufe mal Aktien

    Werde mal versuchen an die Mehrheit der Aktien zu kommen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mani Matter am 05.11.2019 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen Juckts?

    In manchen Ländern herrscht Bombenhagel, mir egal, ich lasse mich blenden von Sonnenstrahlen, an den Stränden von Montecarlo.

  • Was schert uns die Moral am 05.11.2019 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wir lieben alle Geld & Öl

    Darum musste Ueli der Dattelpflücker auch noch schnell an's Wüsten-WEF!

  • Dagobert am 05.11.2019 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein alter Stratege

    Richtig gedacht: die ölfirma verscherbeln so lange man dafür noch gutes Geld kriegt!

  • King Yozgn am 05.11.2019 00:50 Report Diesen Beitrag melden

    Geld regiert die Welt ,man geht über Leichen

    Finanziert durch Sklaverei Todesstrafen ,man beseitigt und enteignet Querolanten ,bahnt sich so den Weg frei und die Welt schaut zu und gibt grünes Licht ,nein Rot wäre richtig

  • Tiziano am 04.11.2019 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Gau der Menschheit

    Keiner der komentarschreiber ist sich nur im entferntesten bewusst was kein Öl mehr zu haben genau bedeutet. Keiner. Nicht die kleinste Ahnung. Hoffen wir besser alle das der natürliche Rohstoff Öl für alle und für immer vorhanden bleibt.

    • ;) am 05.11.2019 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tiziano

      Es wird noch lange Öl haben. Ist ja nicht wie bei einem Tank, wo es läuft und läuft und dänn zägg plötzlich leer. Die Fördermenge sinkt halt einfach na dis na. Somit lautet die Frage nicht: "Hat es noch Öl?". Sondern: "Wieviel hat es noch?". Und das wichtigste: "Wer bekommt es?" (Kriege sind aso quasi vorprogrammiert)

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