Intelligente Überwachungs-Kameras

26. Januar 2020 11:50; Akt: 26.01.2020 11:50 Print

Datenschützer schaltet sich bei Migros ein

Die Migros Zürich testet seit Monaten eine neue Videoauswertungsmethode. In der Zwischenzeit griff der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte ein.

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Die Migros testet seit letztem Herbst in einem Zürcher Geschäft den Einsatz einer neuen Videoauswertungsmethode, um Diebe ausfindig zu machen. Haarfarbe, Körpergrösse, Kleidung, Geschlecht: In einer Zürcher Migros-Filiale werden Kunden seit Monaten von Kameras genau beobachtet. Mit diesen sogenannten intelligenten Überwachungs-Kameras soll eruiert werden, wie oft, wo und wie lange ein Kunde beim konkreten Verdachtsfall eines Diebstahls im Geschäft war. Zudem sollen die Kameras Analysen darüber ermöglichen, ob der Kunde ein Einzeltäter war oder einer Gruppe angehörte. So wurde auch eine 16-Jährige beim Stehlen erwischt. Die junge Frau liess letztes Jahr Waren im Gesamtwert von 285 Franken mitgehen. Nach 22 Diebstählen flog sie schliesslich auf. Wie die «NZZ am Sonntag» nun berichtet, ist die Filiale im Kanton Zürich nicht die Einzige, die Kameras mit diesen Eigenschaften versuchsweise installiert hat. «Unseres Wissens setzen insgesamt vier Genossenschaften in Pilotversuchen solche Systeme ein, schweizweit wohl in zirka fünf bis acht Filialen», schreibt die Migros-Zentrale. Darunter auch die Regionalgenossenschaften Basel, Neuenburg-Freiburg und Genf. Als der der Pilotversuch der Migros Zürich publik wurde, schaltete sich auch der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte ein. «Wir haben die Migros vor drei Monaten angeschrieben im Hinblick auf Fragen zur Videoüberwachung», so Hugo Wyler, Sprecher der Datenschutzbehörde, gegenüber der «NZZ am Sonntag». Wie Wyler sagt, soll die Migros aber versichert haben, dass keine biometrischen Daten gespeichert werden. Das Videomaterial werde regelmässig gelöscht. «Solange die Migros diese Datenschutzgrundsätze einhält, besteht ein berechtigtes Interesse der Migros für den Einsatz dieser Kameras», so der Datenschützer.

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Letzten Herbst wurde bekannt, dass die Migros in einem Zürcher Geschäft den Einsatz einer neuen Videoauswertungsmethode testet, um Diebe ausfindig zu machen. Dies berichtete die «Schweiz am Wochenende». Aufgrund von Videoaufnahmen kann die Software neu die Wege der Kunden anhand von Erscheinungsmerkmalen wie Haarfarbe, Körpergrösse, Kleidung und sogar dem Geschlecht rekonstruieren.

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Mit diesen sogenannten intelligenten Überwachungs-Kameras soll eruiert werden, wie oft, wo und wie lange ein Kunde beim konkreten Verdachtsfall eines Diebstahls im Geschäft war. Zudem sollen die Kameras Analysen darüber ermöglichen, ob der Kunde ein Einzeltäter war oder einer Gruppe angehörte. So wurde auch eine 16-Jährige beim Stehlen erwischt. Die junge Frau liess letztes Jahr Waren im Gesamtwert von 285 Franken mitgehen. Nach 22 Diebstählen flog sie schliesslich auf.

Weitere Filialen testen intelligente Überwachungs-Kameras

Wie die «NZZ am Sonntag» nun berichtet, ist die Filiale im Kanton Zürich nicht die Einzige, die Kameras mit diesen Eigenschaften versuchsweise installiert hat. Die Kameras, welche in Zürich verwendet werden, stammen von der Firma Avigilon, die zum amerikanischen Tech-Konzern Motorola Solutions gehört. «Unseres Wissens setzen insgesamt vier Genossenschaften in Pilotversuchen solche Systeme ein, schweizweit wohl in zirka fünf bis acht Filialen», schreibt die Migros-Zentrale. Darunter auch die Regionalgenossenschaften Basel, Neuenburg-Freiburg und Genf.

Als der der Pilotversuch der Migros Zürich publik wurde, schaltete sich auch der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte ein. «Wir haben die Migros vor drei Monaten angeschrieben im Hinblick auf Fragen zur Videoüberwachung», so Hugo Wyler, Sprecher der Datenschutzbehörde, gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Wie Wyler sagt, soll die Migros aber versichert haben, dass keine biometrischen Daten gespeichert werden. Das Videomaterial werde regelmässig gelöscht. Die Videobilder aus dem Ladeninnern werden damit nicht länger als fünf Tage aufbewahrt, solche aus dem Kassenbereich nicht länger als 30. Ebenso mache man laut der Migros die Kunden mit Symbolen im Eingangsbereich auf die Überwachung aufmerksam. «Solange die Migros diese Datenschutzgrundsätze einhält, besteht ein berechtigtes Interesse der Migros für den Einsatz dieser Kameras», so der Datenschützer.

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kunde, aber leider nicht König am 26.01.2020 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Manager da oben

    Wenn doch die Selbstbedienungskassen nicht rentieren, weil offenbar zu viel geklaut wird, müsst ihr diese halt wieder abschaffen und aufs altbewährte Kassenpersonal setzen. So schafft ihr im Interessen der ganzen Volkswirtschaft mehr Arbeitsplätze und eure Gewinne gehen erst noch weniger durch Diebstähle zu Flöte.

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  • Linus Zinatka am 26.01.2020 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Andere Länder, andere...

    Sitten. Ich kenne Länder in denen werden erwischte Diebe mit dem Diebesgut fotografiert und 1 Monat lang wird das Foto in der Eingangsfront auf einer Tafel aufgehängt. Können dann alle sehen. Diebe geniessen KEINEN Datenschutz!

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  • Markus im AG am 26.01.2020 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer alles bezahlt wird auch nicht

    länger gespeichert. Jedes Natel hat unzählige App s drauf diese Daten werden mit vielen Verhaltensprogramen bestückt das merkt ihr nicht mal. Jedes Auto mit Navi ist auf einem Staumelderprogram das eure Geschwindigkeit und Fahrverhalten mitteilt , Camera und Mikrofon sind meistens auch offen an euren Geräten. Kauft ihr deswegen irgend etwas nicht?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Salatgurke am 26.01.2020 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denkt mal nach

    Das ist doch völlig normal. Heutzutage wird man immer und überall überwacht. Darum der Migros nicht mehr zu vertrauen ist blödsinn. Denkt ihr ernsthaft das wäre nur in der Migros so? Kameras sind schon lange überall und ob sie nun Personen nach Haarfarben filtern können oder nicht spielt doch keine Rolle. Ich finde es eher traurig wie viele Kunden nicht wissen wie man sich benimmt in einem Laden. Ich habe Situationen erlebt, das glaubt man garnicht wie dreist und unverschämt die Leute sein können. Leider sind das viel viel mehr als man denkt. Ihr wollt doch eine volle Schale Erdbeeren kaufen und nicht eine die ein Dieb geöffnet hat um in 'seine' Schale mehr Erdbeeren reinzustopfen. Es sind alles Kleinigkeiten, aber diese sind nicht selten. Sie Schaden der Migros UND der ehrlichen Kundschaft. Denkt mal erst nach bevor ihr irgendwas labert. Oder geht euren Salat selbst ernten.

  • Olie P. am 26.01.2020 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    10'000de Menschen

    werden gnadenlos auf Schritt und Tritt überwacht - weil einer klaut? Zudem werden die Daten zur Kaufbeeinflussung des Kunden missbraucht. Wer ist jetzt der unehrliche Verbrecher?

  • Sven Wehling am 26.01.2020 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    Überwachung Regulierung Kontrolle

    In Deutschland haben das Aldi und Lidl schon gemacht , jedoch um die Mitarbeiter zu überwachen , es wurde untersagt ! Videoüberwachung ist illegal für Private Unternehmen auch in der Schweiz !

  • Tony am 26.01.2020 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Migros macht das richtige. Alle anderen Läden sollen mitziehen.

  • Siri am 26.01.2020 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll die Aufregung?

    Ich verstehe die Aufregung nicht? Da stellt man sich eine " Alexa" ins Wohnzimmer und oder Teddybären mit Kamerafunktion ins Kinderzimmer. Man postet sein ganzes Privatleben auf Instagram oder anderen Plattformen. Aber bei so etwas regt man sich auf....