Virtueller Protest

01. April 2014 18:06; Akt: 01.04.2014 18:07 Print

Datingplattform ruft zu Firefox-Boykott auf

Die Betreiber des Dating-Portals Okcupid bitten ihre User darum, nicht mehr mit Firefox zu surfen. Grund: Mozilla-CEO Brendan Eich hat sich gegen die Homoehe engagiert.

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Die Nutzer der Dating-Plattform Okcupid suchen im Intrenet ihre grosse Liebe. Zurzeit bekommen sie beim Aufruf der Website aber statt flirtbereiter Singles eine Erklärung zu sehen – und diese hat wenig mit Liebesgeflüster zu tun. Die Betreiber von Okcupid rufen ihre User darin dazu auf, den Browser Firefox von Mozilla nicht mehr zu verwenden. Als Grund wird im Schreiben genannt, der neue Mozilla-CEO Brendan Eich sei schwulenfeindlich.

Eich sei ein Gegner von gleichen Rechten für homosexuelle Paare, heisst es in dem Text. «Wir würden es deshalb bevorzugen, dass unsere User keine Software von Mozilla verwenden würden, um die Okcupid-Website aufzurufen», so die Betreiber der Seite. Eich hatte im Jahr 2008 eine kalifornische Gesetzesinitiative gegen die Ehe homosexueller Paare mit einer Spende von 1000 Dollar unterstützt.

Nachricht erscheint nur mit Firefox-Browser

In der Erklärung heisst es weiter, dass acht Prozent aller Partnerschaften, die durch Okcupid vermittelt wurden, illegal wären, wenn «Leute wie Eich» das Sagen hätten. Gemeint sind: homophobe Personen. «Diejenigen, die Liebe verweigern und dafür Elend, Scham und Frustration verstärken, sind unsere Feinde und wir wünschen ihnen nichts als Versagen», schreibt der Datingriese dazu.

Die Nachricht erscheint nur, wenn die Seite mit Firefox geöffnet wird. Die entsprechenden Links zum Weitersurfen mit dem Internet Explorer, Google Chrome und Opera sind dem Statement angehängt. Weltweit dürften Millionen von Okcupid-Nutzern die Nachricht gelesen haben – auch in der Schweiz nutzen zahlreiche Flirtwillige die Dienste des kostenlosen Dating-Portals.

(ame)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Samzy am 01.04.2014 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Sachlich

    Wer glaubt dass ihm die Freiheit zusteht für die Homoehe zu sein, muss auch Meinungen tolerieren die gegen die Homoehe gerichtet sind. Ich habe nicht's gegen Homosexuelle Paare (jedem das seine) aber ich bin langsam genervt davon dass diese Minderheit mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung bekommt als das traditionelle Familienmodel. Toleranz ist eine super Sache.

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  • Chris am 01.04.2014 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trotzdem besser

    Die persönliche Meinung des CEO's von Mozilla hat genau Null Einfluss ob ein Browser gut oder schlecht ist. Mozilla ist unabhängig, spioniert mich nicht aus und lässt mich verschiedenste Sicherheitstools zu um mich vor der NSA und anderen Datensaugern zu schützen. Zudem werde ich nicht zum Werbeobjekt wie bei Google's Chrome. Firefox ist und bleibt mein Browser.

  • Ivan Casale am 01.04.2014 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Militanz

    Die Homosexuellen machen sich durch diese Militanz unglaubwürdig und ich entziehe Ihnen meine politische Unterstützung für Ihre Anliegen. Von Mensch zu Mensch ist's mir ja egal. Aber dieser militante Pseudoaktivismus von Minderheiten jeglicher Coleur - geht mir langsam einfach auf den Sack.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pius W.l am 01.04.2014 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    Freiheit für alle

    Wieder einmal ein Schulbeispiel, wie "Meinungsfreiheit" immer wieder falsch verstanden wird, als wäre sie nur gerade die freie *eigene* Meinung, aber nicht die freie Meinung des anderen.

  • Ivan Casale am 01.04.2014 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Militanz

    Die Homosexuellen machen sich durch diese Militanz unglaubwürdig und ich entziehe Ihnen meine politische Unterstützung für Ihre Anliegen. Von Mensch zu Mensch ist's mir ja egal. Aber dieser militante Pseudoaktivismus von Minderheiten jeglicher Coleur - geht mir langsam einfach auf den Sack.

    • l.glh am 01.04.2014 21:40 Report Diesen Beitrag melden

      ????

      Na, was können nun die Homosexuellen dafür? Haben sie sich dafür eingesetzt das der Datingriese diese Meldung verbreitet?? ....

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  • Ricardo Koch am 01.04.2014 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Political Correctness= Zensur!

    Solange die eigene Meinung sich deckt mit den Vorgaben des mainstreams ist alles in Ordnung. Gleichheit und Gerechtigkeit leben scheinbar heute auf Kosten von Meinungspluralismus und auf Kosten der Freiheit die eigene Meinung zu äussern zu dürfen. Früher wurde dieses Prinzip der political correctness, als Zensur und ideologische Gleichschaltung bezeichnet. Ich glaube jeder Mensch sollte das Recht haben zu glauben oder zu sagen was er will, unabhängig davon, ob die Behauptungen stimmen oder nicht. Die Rede und Meinungsfreiheit sind die absolute Grundlage aller Menschenrechte überhaupt.

  • OzzyB am 01.04.2014 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wo ist denn unsere Freiheit geblieben?

    Aus dem Jahre 2008? Da ist wer ja sehr nachtragend. Eigentlich sollte dies gar kein Thema mehr sein, aber wenn du nicht wie die offizielle Meinung denkst, so wird sofort zu Skandal gepfiffen. Was wäre wenn mal einer gegen heteros sein würde? Da würde doch glatt die Welt stehen bleiben bei all den Boykotts die da gemacht werden müssten. Auf solche Sachen gibt es nur eine Antwort: Ignorieren da du sonst nicht besser bist.

  • Ein Mediamatiker am 01.04.2014 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Internet Exploder

    Ein lustiger Streich von Seiten der OkCupid Developers. Den «Internet Exploder» empfehle ich natürlich nur, um einen anderen Browser herunterzuladen. ;) Allerdings muss ich eingestehen, dass Microsoft mit IE 11 einen Schritt in die richtige Richtung unternommen hat. Webseiten sind nun schon deutlich einfacher zu programmieren!

    • Informatiker am 01.04.2014 19:46 Report Diesen Beitrag melden

      Programmieren..?

      Websiten + Programmieren passt leider nicht zusammen lieber Herr Mediamatiker.. ;-) Viele Grüsse, ein Informatiker

    • Auch ein Informatiker am 01.04.2014 20:48 Report Diesen Beitrag melden

      Programmieren.. !

      Ja, programmieren. Mit JavaScript / jQuery, XHTML, CSS. Auch wenn XHTML nur Markup ist (und keine Logik zulässt), so nennt man das schon so: programmieren.

    • Ein Mathematiker am 01.04.2014 20:52 Report Diesen Beitrag melden

      Java&Javascript et al existieren...

      @Informatiker: ist das jetzt ein Aprilscherz, oder ein Trollversuch? Unmöglich festzustellen.

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