Deklarations-Dschungel

24. Februar 2011 22:59; Akt: 24.02.2011 21:50 Print

Deklarationen erschweren den Durchblick

von Alex Hämmerli - Immer mehr Informationen auf der Verpackung verwirren die Kunden: Konsumentenschützer fordern jetzt eine Trendwende.

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Qualitätshinweise, Warnungen, Werbung: Immer mehr Informationen überwuchern die Verpackungen. «Der Deklarations-Dschungel wird immer undurchsichtiger», klagt Sara Stalder vom Schweizer Konsumentenschutz. Und das nicht zuletzt, weil die Behörden immer mehr Vorschriften aufstellen. So umfasst die Liste der Hinweise, die auf Spielzeug und dessen Verpackung angebracht werden muss, bereits jetzt zweieinhalb Seiten, wie die «Handelszeitung» schreibt. Die Revision der Spielzeugverordnung im zweiten Halbjahr 2011 dürfte die Situation nicht entschärfen, sondern viel eher für noch mehr Hinweise sorgen.

«An den Leuten wird heute komplett vorbeiinformiert», sagt Stalder. Die Konsumenten seien ob der Informationsfülle überfordert, zumal die wichtigen Hinweise in immer kleinerer Schrift aufgedruckt werden, die Werbung dagegen den meisten Platz einnimmt. «Die Lupen, die heute schon in einigen Läden an den Einkaufswagen hängen, zeigen, dass die Detailhändler vor der Verpackungsindustrie kapituliert haben.» Stalder und ihre Kollegen im Tessin und der Romandie plädieren deshalb für ein Ampel-System, insbesondere für Lebensmittel. Dieses soll einfach und verständlich auf bedenkliche Inhaltsstoffe hinweisen.

Die Konsumentenschützer fordern darüber hinaus weniger Verpackungsmaterial. Nebst ökologischen Motiven argumentieren sie, dass die Konsumenten doppelt für die Verpackung zahlen: beim Kauf und am Ende auch bei der Entsorgung.