David gegen Goliath

22. März 2011 15:37; Akt: 22.03.2011 15:44 Print

Der «Dorfladen» trotzt den Grossverteilern

Mit regionalen Produkten wie Äpfeln oder Eiern aus dem Dorf und Fotos vom Bauern oder dem Hühnerstall wehrt sich die Volg-Gruppe gegen die Discounter.

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Volg-Laden im zürcherischen Benken. (Bild: Keystone)

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Die auf Dorf - und Kleinläden spezialisierte Volg-Gruppe ist im letzten Jahr trotz grosser Konkurrenz von Grossverteilern und Discountern gewachsen. Der Umsatz stieg um 1,7 Prozent auf 1,29 Mrd. Franken.

Erreicht wurde dieses Wachstum in erster Linie mit den 56 Läden der Agrola-Tankstellen, die ihren Umsatz um 15,2 Prozent steigerten. Die Läden mit langen Öffnungszeiten und anderem Sortiment als die Volg-Läden setzten im letzten Jahr 136 Mio. Fr. um.

Bei den Dorfläden, der eigentlichen Kernkompetenz der Volg- Gruppe, fiel das Wachstum jedoch bescheidener aus: Die Verkaufsstellen erzielten einen Umsatz von 1,15 Mrd. Franken, das sind nur 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Deutsche Discounter: «Schweizerischer als Mutter Helvetia»

Um sich von den Grossverteilern und Discountern abzuheben, setzt Volg auch in Zukunft auf Werte wie Nähe und Verbundenheit. Dies wird beispielsweise mit regionalen Produkten erreicht, etwa Äpfeln oder Käse aus dem Dorf, was gemäss Hirsiger sehr gut ankomme.

Um die Produkte zusätzlich zu emotionalisieren, lässt Volg gegenwärtig bei allen lokalen Produkten ein Foto des Bauers oder der Bäuerin anbringen oder zeigt die Produktionsstätte, also etwa den Hühnerstall.

Sorgen bereitet der Volg-Führung jedoch, dass sich sogar deutsche Discounter heute «schweizerischer als Mutter Helvetia geben und von Nähe reden, auch wenn der nächste Laden meilenweit entfernt ist», wie es Verwaltungsratspräsident Werner Beyer ausdrückte.

Kunde gibt pro Einkauf weniger Geld aus

Während der Umsatz praktisch gleich blieb, hat die Zahl der Kunden um zwei Prozent zugenommen, wie an der Medienkonferenz vom Dienstag zu erfahren war. Der einzelne Kunde gab im Volg-Laden also weniger Geld aus.

Dies liegt einerseits daran, dass Volg seine Produkte wegen des Preiskampfes um durchschnittlich 1,1 Prozent billiger verkaufte. Andererseits erledigen heute aber auch viele Kunden ihren Wocheneinkauf bei der Konkurrenz und sehen Volg als Ergänzung dazu.

Man kaufe nicht mehr jeden Tag eine Flasche Rivella sondern einmal in der Woche ein Sixpack beim Grossverteiler, fasste Volg- Geschäftsführer Ferdinand Hirsig diese Entwicklung zusammen.

Wachstum «westlich des Baregg-Tunnels»

Trotz wachsender Konkurrenz blickt Volg optimistisch nach vorne und baut seine Infrastruktur entsprechend aus. Fenaco, die Mutter von Volg, investiert gegenwärtig 70 Millionen Franken in ein neues Verteilzentrum für Frischprodukte in Oberbipp BE und eine neue und grössere Verteilzentrale in Winterthur, dem Sitz der Gruppe.

Vor allem die neue Frische-Zentrale in Oberbipp soll Volg bei seinem künftigen Wachstum helfen. Die Ostschweizer planen nämlich, ihr Einzugsgebiet mehr und mehr nach Westen auszudehnen. Ursprünglich nur in den Kantonen Zürich, Aargau, Thurgau und Graubünden aktiv, ist Volg heute bereits in 19 Kantonen tätig.

Alleine im Kanton Bern sind innerhalb von 15 Jahren 51 Standorte dazugekommen. Westlich des Baregg-Tunnels sehe man das grösste Potenzial, sagte Hirsiger. Eine konkrete Zahl an geplanten Läden konnte er nicht nennen. Das Wachstum in diesen Regionen werde aber wohl primär durch freie Detaillisten erreicht, die Volg-Produkte verkaufen - nicht durch Läden, die von Volg selber geführt werden.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Claudia am 22.03.2011 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Zu Teuer

    Ist ja alles schön und gut aber mit einer 6-köpfigen Familie kann ich nicht im Volg einkaufen.Der Volg ist mir einfach ZU TEUER. Geht es andern auch so?

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  • Provolg am 22.03.2011 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ich liebe es,

    wenn das Personal freundlich ist und CH-Deutsch spricht. Ausserdem kann man mit Volg viel Geld sparen, da man nicht immer in Versuchung gerät, viel nutzloses Zeugs zu kaufen.

  • Käufer am 22.03.2011 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Zwangsläufig

    wenn ich 20 km weit für ein brot und ein bisschen düdelkram zu fahren muss, fällt die wahl einfach. volg ist dann eventuell in der nähe. aber qualität und preise überzeugen fast nie.es ist einfach das kleinere übel.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anja am 23.03.2011 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Migros unsympathisch

    Also ich boykottier migros auch immer mehr!Coop ist mir noch sympathischer. aber irgendwie wirds mir immer unsympathischer! dann die verars... mit den aktionen bei migros! Ein sack Chips, grosse Tafel: Aktion, 1Fr. dann kommt man näher und sieht auf der tafel rechts unten kleingedruckt (rabatt, reduziert) also zahlt man ja dann 3 oder 4.90 und nicht Fr. 1.-, also bitte. was soll das denn! Da wo ich wohne, gibts so etwas wie ein reformhaus, die beziehen alles aus der region, direkt ab hof, dann haben wir noch ein türkischen Laden und die haben die besten früchte EVER! :-D

  • Claudia am 22.03.2011 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Zu Teuer

    Ist ja alles schön und gut aber mit einer 6-köpfigen Familie kann ich nicht im Volg einkaufen.Der Volg ist mir einfach ZU TEUER. Geht es andern auch so?

    • Philipp am 22.03.2011 20:38 Report Diesen Beitrag melden

      Nein mir geht es nicht so.

      Die meisten Produkte kosten fast überall dasselbe, vieles ist im VOLG billiger als beim Grossverteiler. Für die paar Produkte die woanders günstiger sind lohnt sich die Fahrt nicht, der Preis würde so wieder viel höher.

    • Thomas am 17.07.2014 23:12 Report Diesen Beitrag melden

      Viiel zu Teuer

      nö Stimmt nicht. zb. Hero Ravioli, Coop 3.20 im Volg 4.90, bei Denner oder Prix Garanti sind dann nochmals ca. die hälfte vom Volg preis.

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  • Provolg am 22.03.2011 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ich liebe es,

    wenn das Personal freundlich ist und CH-Deutsch spricht. Ausserdem kann man mit Volg viel Geld sparen, da man nicht immer in Versuchung gerät, viel nutzloses Zeugs zu kaufen.

  • Claudia am 22.03.2011 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    die anderen nerven eh nur noch

    Bei mir muss das Einkaufen vor allem schnell gehen. Wenn ich abends lang arbeite ist bei uns eh nur noch der Volg offen (der eine bis halb 8, der andere sogar bis 8) und wenn ich früh anfange, dann ist es auch der Volg, der ab 6 schon seine Türen geöffnet hat. Und ist erst noch zu Fuss erreichbar. Das ist mir tausendmal lieber als für meine 4 oder 5 Sachen in die Tiefgarage eines Zentrums zu müssen und gefühlte 15 Kilometer mit einem überdimensionierten Poschtiwagen zurücklegen zu müssen. Ausserdem sind die Leute immer nett und die Gemüse- und Früchteabteilung auch am Abend noch ansprechend.

    • monika am 22.03.2011 17:36 Report Diesen Beitrag melden

      diese nerven auch

      Mich nervt es, wenn ich nach der Arbeit im Quartierladen nur die Hälfte der Einkaufsliste finde. Da gehe ich eben wieder in Migros/Coop, da kann ich bei einem Einkauf die ganze Einkaufsliste abhacken.

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  • Mario am 22.03.2011 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    So aber nicht...

    Auch VOLG "verbessert" sein Ergebnis, indem er Leute rausschmeisst, die nicht 100 % arbeiten, und ihnen dafür einen Abruf-Vertrag anbietet, der nicht mal die Existenz deckt. Eine Lobhudelei ist hier nicht angebracht.