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30. August 2010 23:02; Akt: 30.08.2010 19:29 Print

Der Aufschwung verliert rasch an Fahrt

von Alex Hämmerli - Das Wachstum kühlt sich ringsherum ab. Die Angst vor einem neuen Infarkt in den USA wächst.

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Die Schweiz ist von der neuerlichen Konjunkturflaute betroffen. (Bild: keystone)

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Die Konjunkturnachrichten aus dem Ausland sind nicht erfreulich: Wachstumsprognosen werden nach unten korrigiert, die Bürger auf eine anhaltend zähe Erholung eingestimmt. «Die Wirtschaft wächst noch immer, aber sie wächst nicht so schnell wie es nötig wäre», klagte etwa US-Präsident Barack Obama am Sonntag im Interview mit dem TV-Sender NBC. Und IWF-Ökonom Nagyuki Shinohara warnt, dass die Gefahr einer neuen Rezession in den USA «erheblich» zugenommen hat.

Derweil verliert auch der Aufschwung in Deutschland deutlich an Fahrt. Im dritten Quartal werde die Wirtschaft noch um 0,9 Prozent wachsen, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung mit. Im Frühjahr waren es 2,2 Prozent. Das schwache Wachstum sei hauptsächlich auf die Abkühlung der Wirtschaft in den USA, aber auch in China zurückzuführen, heisst es.

Auch die Schweiz ist von der neuerlichen Konjunkturflaute betroffen. «Wir erwarten für die kommenden ein bis zwei Jahre bescheidene Wachstumsraten», sagt Rudolf Minsch, Chefökonom von Economiesuisse. Die hiesige Exportwirtschaft müsse auf Asien hoffen. Denn aus Europa und den USA sei derzeit kaum mit Impulsen zu rechnen.

Bei den Konjunkturforschern von Bak Basel rechnet man mittelfristig mit einem konjunkturellen Dämpfer, weil die staatlichen Programme auslaufen. «Eine erneute Rezession, wie sie in den USA nicht ausgeschlossen werden kann, droht aktuell aber weder in der Schweiz noch im EU-Raum», beruhigt Senior Economist Martin Eichler.