Werbe-Fail bei Barilla?

10. April 2018 05:46; Akt: 10.04.2018 08:54 Print

Roger isst italienisch – zu griechischer Folklore

von Dominic Benz - Der aktuelle Werbespot des Pasta-Herstellers Barilla ist im Netz der Hit. Doch viele Zuschauer reagieren irritiert. Grund ist die musikalische Untermalung.

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Der neuste Werbespot des italienischen Pasta-Herstellers Barilla läuft derzeit im TV in der Dauerschlaufe mit Roger Federer in der Hauptrolle. «Ciao, Roger», begrüsst ihn der Sternekoch Davide Oldani in der Küche. Der Italiener zeigt Federer, wie man in seinem Land richtig Spaghetti kocht.

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Alles typisch italienisch – könnte man meinen. Wenn da nicht diese Musik wäre. Denn die beiden Protagonisten schnetzeln und werkeln eifrig zu typisch griechischer Musik. Unterlegt ist der Spot mit dem weltberühmten Sirtakistück «Zorba's Dance» aus dem Film-Klassiker «Zorba the Greek».

Nutzer schütteln den Kopf

Die Musikwahl von Barilla verwirrt die Internet-Gemeinde. Auf Youtube ist der Spot mit 32 Millionen Klicks ein Hit. Dennoch schütteln Hunderte Nutzer den Kopf. «Griechische Musik für ein italienisches Produkt zu spielen ist nicht besonders klug», kommentiert einer den Clip. «Und bald kommt Werbung für ein griechisches Joghurt mit der Musik aus ‹Der Pate›?», fragt ein anderer zynisch.

Auch bei Barilla selber melden sich wegen der Musik viele Kunden, wie der Konzern auf Anfrage bestätigt. Ist der Sirtaki also ein klassischer Fehlgriff? «Es war eine instinktive Entscheidung, die eher aus dem Herzen kam als aus dem Kopf», sagt eine Sprecherin. Die Musik repräsentiere die sonnige und fröhliche Atmosphäre am Mittelmeer perfekt. Man wolle die eigene Marke mit dem Geist Italiens und der mediterranen Lebensart in Verbindung setzten. Der Spot mache das, «ohne allzu viele italienische Stereotype zu bedienen», so die Sprecherin.

«Das Lied hat jetzt seine Unschuld verloren»

Für Roland Grieder, Werbeexperte an der Hochschule Luzern, müssen vor allem Bild und Ton eine Einheit bilden. Das sei beim Barilla-Clip der Fall. «Die immer schneller werdende Musik ist das bindende Element: Schnelligkeit und Präzision als Merkmal für das erfolgreiche Tennisspiel, aber auch für eine erfolgreiche Küche unter der Führung zweier Meister ihres Fachs», sagt Grieder. Dass dafür griechische Musik eingesetzt wurde, ist für ihn kein Problem. Aber: «Das Lied hat jetzt seine Unschuld verloren: Es wird von den jüngeren Zuschauern nicht mehr mit dem Film konnotiert, sondern mit Barilla.»

Erfahrungen mit Musik und Federer haben die Zürcher Geschwister Baldenweg von Great Garbo. Als Komponisten für Werbung und Film haben sie bereits die Musik für einen Sunrise-Spot mit dem Tennisstar beigesteuert. Auch sie stört die griechische Folklore im Barilla-Clip nicht. «Der Rhythmus unterstreicht das Storytelling optimal – von den kleinen Anfängen bis zum fertigen Gericht», sagen die Geschwister. «Zorba's Dance» sei schliesslich ein weltbekanntes Lied, und sowohl Federer als auch Barilla seien gleichwohl weltbekannt. «Man kann konzeptuell die griechische Musik für eine italienische Pasta in Frage stellen, aber letztlich macht der Spot Spass und wird mit Erfolg geteilt», so die Baldenwegs.

Alles andere wäre für Barilla auch ein Schlag ins Gesicht gewesen. Denn für den Konzern ist die neue Werbekampagne «Masters of Pasta» mit Federer ein dicker Fisch. Im letzten Jahr unterschrieb der 36-Jährige einen Vertrag über fünf Jahre. Dafür zahlen die Italiener Federer geschätzte 40 Millionen Franken.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mkauer am 10.04.2018 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was man für (viel) Geld nicht alles macht....!

    Dafür muss Barilla ein paar Tonnen Pasta verkaufen.

  • FJFJ am 10.04.2018 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Top PR

    20 Minuten schreibt einen Artikel über eine Werbung und fragt dann ernsthaft noch ob es sich um einen Werbe-Fail handelt.. Promo läuft, offensichtlich.

  • Josepe am 10.04.2018 08:51 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung

    Ist gewollt ,bei Musik aus Italien würde er weniger bis gar nicht darüber diskutiert

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Die neusten Leser-Kommentare

  • TennisSport am 13.04.2018 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach cool

    Super Reklame, eine der Wenigen die ich wirklich liebe, bis zum Schluss zu schauen. Super Pasta, super Roger und super Musik, es Past(a) ;-)

  • Alexis Adamantidis am 12.04.2018 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trittst im Morgenrot daher, mir schmeckt Döner seh

    Das wär doch der perfekte Sound für die neue Kebab-Werbung? Da würde di ganze Schweiz laut aufschreien und Erdogan zum Boykott aufrufen. Aber mit den Griechen und denn Italienern kann mans ja machen... ist ja eh das Gleiche, so die Botschaft.

  • Sportsfreund am 11.04.2018 22:47 Report Diesen Beitrag melden

    Federer eine Marionette

    die nach dem Einkommen tanzt.

    • Stavi am 12.04.2018 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sportsfreund

      Man könnte das Geld an die über 600'000 Leute in der Schweiz verteilen, die in Armut leben. Aber eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr...

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  • Fränzi am 11.04.2018 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Weltmensch

    Rogger ist halt Weltmensch und nicht nur Schweizer !da kann man jede Musik brauchen !

  • AL am 11.04.2018 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue Ideen braucht das Land

    Generell wirken die Werbungen mit Roger F. ziemlich uninspiriert und gequält. Offenbar kommt den Schweizer Art Directors und Communication Designers im Angesicht der Ikone Federer nichts wirklich Geistreiches in den Sinn. Wie üblich halt, wenn viel Geld und schlechter Geschmack aufeinander treffen. Kreativität lässt sich nicht kaufen, sondern entspringt einem Lebensgefühl, der Neugierde aufs bunte Leben. Macht mal was Mutiges, Überraschendes, Begeisterndes. Bitte quält uns nicht weiter. Qualität, statt Quantität!

    • Candy1994 am 11.04.2018 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @AL

      Ja, warum ist er nicht einmal Vorbild als Spender von Blutstammzellen für unsere vielen Leukämiekranken, Kinder, Jugendliche? Oder als Organspender? Erst dann würde ich ihm Respekt zollen. - Wenn Federer spielt, schau ich zu, weil es Spass macht. Aber das Leben besteht nicht nur aus Entertainment und Geld. Schonen Sie Ihren Körper, damit Sie recht bald wieder Spass haben können. Echter RESPEKT kommt erst, wenn Sie diesen verdient haben.

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