Grosse Franken-Umfrage

22. September 2011 14:13; Akt: 22.09.2011 17:15 Print

Der Euro ist todkrank, es lebe der Franken

Politik und Wirtschaft haben der Nationalbank applaudiert, als diese einen Mindestkurs von 1.20 Franken zum Euro festlegte. Die Leser von 20 Minuten Online sehen das anders.

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Grosses Vertrauen in den Schweizer Franken und wenig Glauben an das Überleben des Euro. Das ist das Fazit einer Umfrage von 20 Minuten Online. Eine grosse Mehrheit der 4250 Teilnehmer wollen einen starken Franken, ganz im Gegensatz zur Export- und Tourismusindustrie, die von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Massnahmen zur Schwächung des Frankens gefordert und auch bekommen hat.

In dieses Bild passt auch, dass die meisten mit dem Entscheid der SNB, einen Mindest-Eurokurs von 1.20 Franken festzulegen, nicht einverstanden sind. Klein sind die Sorgen um die Exportindustrie und den hiesigen Tourismus und noch kleiner die Furcht davor, dass Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden könnten.

Der Euro wird nicht überleben

Ihre Meinung äussern konnten die Leser auch zur europäischen Gemeinschaftswährung. Sie kommt schlecht weg. Fast zwei Drittel der Befragten glauben nicht an ein Überleben des im Jahr 2002 eingeführten Euro. Auch für Griechenland sehen die meisten schwarz, eine grosse Mehrheit sieht einen Bankrott des hochverschuldeten Landes voraus.


Fast schon überwältigend gross ist das Vertrauen in den Schweizer Franken. Satte 93 Prozent sind überzeugt, dass der Franken als eigenständige Währung eine Zukunft hat.


Sicher ist aber offenbar, dass Geldangelegenheiten nach wie vor Männersache sind: Nur gerade 16 Prozent der 4250 Umfrage-Teilnehmer sind weiblich. Interessant ist, dass eine Auswertung der Antworten nach Geschlecht ergibt, dass das Vertrauen der Frauen in den Franken und das Misstrauen gegenüber dem Euro grösser ist als bei den Männern. Sehen Sie sich die genauen Resultate in der Bildstrecke (oben) an.

(whr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • GegendenStaat am 26.09.2011 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    SNB nicht neutral.

    als Importeure hatten wir jahrelang zu kämpfen mit einem schwachen Franken. Nun hatte sich das Blatt endlich gewendet und die Schweizer wieder mehr an Kaufkraft gewonnen. Doch siehe da, die sogenannt neutrale SNB will es wieder nur der industriellen Grossfirmen-Lobby rechtmachen. Sowas von parteiisch ist das!!!

  • Urs Müller am 22.09.2011 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    Vors Volk

    kann bitte irgendjemand eine Volksabstimmung lancieren, damit die SNB zukünftig nicht im Alleingang solche Dinge entscheiden kann... danke

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  • Dan Chestnutt am 22.09.2011 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffen auf Hedge Fonds

    Wäre ein ansehnlicher Gesichtsverlust für die SNB, von 1.20 zurückzukrebsen. Man hofft geradezu auf Hedge Fonds, die das Gleichgewicht wieder herstellen. Halt auf Kosten von ein paar Einzelnen, doch nicht auf Kosten der Mehrheit...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Klardenker am 02.10.2011 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Titel-Los

    Es wird nicht mehr lange gehen; Wir werden eine Hochburg des europäischen Kapital. Wetten ?

  • M. R. B. am 28.09.2011 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Juhui - Willkommen auf der Titanic!

    In erster Linie wird unsere Bevölkerung leiden, da sie bald mit einer hohen Inflation umgehen muss. Die Schweizer haben 2 Mal gestimmt: sie wollen eine klare wirtschaftliche Trennung von der EU. Mit dieser Entscheidung hat uns die Regierung klar betrogen. Sie hatte nichts mit Exporten zu tun, sondern mit einer Integrationsstragie zur EU - und da hatten wir keine Wahl. Alle wissen seit lange, dass der Euro keine Zukunft hat. Leider haben ist die kurzsichtige Strategie des Bundesrat ledeiglich ein Zeichen von Inkompetenz, nichts anderes. Allerdings, willkommen auf der Titanic!

  • J. Quinter am 27.09.2011 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Einseitiger SNB-Entscheid

    Die SNB hilft mit der CHF-Schwächung nur der Exportindustrie (z.T. zahlreiche CH-Betriebe profitieren beim Import von Rohstoffprodukten vom billigen EURO). Für die SNB sind 7 Mio. CH-Einwohnerinnen / Einwohner Nebensache. Sie vernachlässigt die Gefahr von Inflation, Rentenkürzungen. Nachteile, die der CH-Einwohnerschaft ebenso weh tun wird, wie die "Leiden" der Exportwirtschaft und das langfristig.

    • jasi1996 am 29.09.2011 13:54 Report Diesen Beitrag melden

      Umfrage oben wundert mich nicht

      J. Quinter hat das ausgedrückt was ich schon lange denke: (zahlreiche CH-Betriebe profitieren beim Import von Rohstoffprodukten vom billigen EURO) aber sie gehen in der Schweiz nicht oder nur unmerklich mit den Preisen runter. Am Ende ist die Schweiz der Verlierer auf der ganzen Linie. Und Europa interessiert es nicht! Schliesslich sind wir ja nicht in der EU! Achtung Ironie.

    • krankenschwester am 12.10.2011 11:53 Report Diesen Beitrag melden

      Die SNB macht riesen Fehler

      ja , ganz Recht! Die ganzen Unternehmen profitieren vom billigen Euro! Wenn man bedenkt,dass die schweiz keinerlei Rohstoffe besitzt und alles importiert werden muss, können die ruhig etwas runter gehen mit ihren überhöhten Preisen. Aber nein die Unternehmen wollen mehr und mehr, die Bürger werden drunter leiden müssen

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  • GegendenStaat am 26.09.2011 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    SNB nicht neutral.

    als Importeure hatten wir jahrelang zu kämpfen mit einem schwachen Franken. Nun hatte sich das Blatt endlich gewendet und die Schweizer wieder mehr an Kaufkraft gewonnen. Doch siehe da, die sogenannt neutrale SNB will es wieder nur der industriellen Grossfirmen-Lobby rechtmachen. Sowas von parteiisch ist das!!!

  • Hallo am 24.09.2011 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Der Mindestkurs = Notlösung für CH& Euro

    Die Schweiz ist geschäftlich zu stark an den Euro-Ländern abhängig. Und kann nicht so schnell woanders ihr Geld verdiennen, deswegen gibt diese Euro-Anbindung. Die 1.20 Mindestkurs ist eine Zeitgewinnung (bis der euro sich erholt hat, wenn nicht = kein Geschäft mit EU= kein Geld = die Schweizer Wirtschft ist auch erledig), ohne dieser, geht die Schweizer Wirtschaft sicher früher in den Abgrund als die Eurowährung.

    • Beat Erb am 25.09.2011 23:07 Report Diesen Beitrag melden

      Notlösung

      Die Lösung : Wir sollten uns vom Euroland absetzen.

    • Andrë Dünner am 27.09.2011 13:29 Report Diesen Beitrag melden

      Notlösung = korrekt, Korrektur = korrekt

      Bin genauso Ihrer Meinung. Nicht zu verhindern, was weiter unten Supermario schrieb. Da wird es Gruppen geben, die sich dumm und dämlich verdienen werden. Aber lieben Sie nicht auch VW, Audi, Fiat, Alfa Romeo etc.? Wenn Ihr den Euro sausen lasst - ist okey. Sucht besser nach idealerer Ethik, Moral und sozialer Verantwortung. Sonst habt Ihr alle keinen Platz im Ö.V. mehr.

    • Supermario am 30.09.2011 13:18 Report Diesen Beitrag melden

      @Beat Erb

      Lieber Beat, wie denn? Willst du mit unserem schönen Alpenland irgendwo in den mittleren Osten fliegen? Wir sind nun mal geographisch von der EU umschlossen. Sich dem örtlich und ökonomisch entziehen zu wollen geht einfach nicht.

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