1.-August-Feuerwerk

27. Juli 2010 11:26; Akt: 28.07.2010 14:23 Print

Der Eyjafjalla-Effekt

von Othmar Bamert - Die Feuerwerks-Verkäufer freuen sich auf ein langes, knallendes 1.-August-Wochenende. Gefragt sind heuer ganze Feuerwerk-Sets – und immer mehr die Vulkane.

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Der Sommer 2010 geht wohl nicht nur wegen des aschespeienden Eyjalfjalla als Vulkansommer in die Annalen ein, sondern auch wegen der 1.-August-Vulkane. Der Grund: Die Feuerwerks-Vulkänchen werden als feurige Zutat zur Nationalfeier immer beliebter.

«Die Vulkane verkaufen sich besonders gut», freut sich Coop-Sprecher Nicolas Schmied. Wie viel Explosives heuer über die Verkaufstresen der Grossverteiler wandert, lässt sich jetzt aber noch nicht sagen. Die Grossverteiler Migros und Coop haben ihre Feuerwerksstände vor den meisten Filialen erst gerade eröffnet, und Feuerwerk werde in der Regel erst in den letzten Tagen vor dem Feiertag gekauft, so der Coop-Sprecher.

Trotz der unsicheren Wetterprognosen sprüht man vor Zuversicht. Schliesslich fällt heuer der 1. August auf den Sonntag, das heisst: «Wir haben einen Verkaufstag mehr als letztes Jahr», freut sich Schmied. Und gewöhnlich lassen sich Herr und Frau Schweizer beim Feuerwerk nicht lumpen. Allein bei Coop fallen jeweils Umsätze von mehreren Millionen Franken an.

«Batterien» vor «Raketen»

Neben den Vulkanen seien die sogenannten Feuerwerks-«Batterien» sehr beliebt, sagt Sprecherin Olivia Luginbühl von der Migros. Batterien sind kleine Komplett-Feuerwerke, die nach dem Anzünden bis zu 100 «Schüsse» abfeuern. «Raketen sind hingegen eher rückläufig», so Luginbühl. Diesen Trend bestätigen auch die Schweizer Hersteller.

Ebenfalls im Trend liegt das heimische Schaffen. Die Leute achteten vermehrt auf Qualität und Herkunft der Feuerwerkskörper, so Coop-Sprecher Schmid: «Wir stellen einen klaren Trend zur Swissness fest.»

Das freut die Schweizer Hersteller. Beim Schweizer Familienunternehmen Läubli im luzernischen Aesch, Traditionsherstellerin von Vulkanen, herrscht schon vor dem 1. August Feststimmung. «Vor allem unser Zwei-Minuten-Vulkan wird sehr oft gekauft», so Tamara Läubli. Dieser sei weltweit der am längsten brennende Feuerwerksvulkan. «Wir sind das ganze Jahr ausgelastet», freut sich Läubli über die beinahe explodierende Nachfrage.

Freudig tönt es auch bei der Firma Hamberger in Oberried im Berner Oberland. Der Hersteller erlebt nach eigenen Angaben einen Ansturm auf den Fabrikladen. «Das Geschäft läuft heuer viel besser als letztes Jahr», heisst es. Die Stars des Sommers 2010? Auch hier die Feuerwerks-Batterien, wie Geschäftsführer Kurt Abegglen bestätigt, «natürlich neben unseren Dauerbrennern, den Vulkanen».

Das Meiste ist Importware

Allerdings haben die patriotischen Schweizer in Sachen Swissness noch einiges aufzuholen. Denn der Grossteil des am Nationalfeiertag abgefackelten Feuerwerks stammt nach wie vor aus dem Ausland. Einige der grösseren Raketen kommen aus Deutschland und Österreich, der grosse Rest und auch Zubehör wie Fahnen und Lampions werden aus China importiert, bestätigt Coop-Sprecher Schmied.