Brutzeln de luxe

18. Juli 2014 11:48; Akt: 18.07.2014 13:53 Print

Der Grill wird zum Schweizer Statussymbol

von Valeska Blank - Die Schweizer sind eingefleischte Grill-Fans – und greifen für Luxusgeräte immer tiefer in die Tasche. Die Hersteller freuen sich über das Wettrüsten im Garten.

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Cervelats und Bratwürste waren gestern. Heute brutzeln auf Schweizer Grills marinierter Lachs und Lammrücken, Brötchen mit getrockneten Tomaten, Feigen mit Büffelmozzarella oder ein «Gâteau au chocolat». Grillieren hat sich zu einer Kunst entwickelt.

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Wichtig sind aber nicht bloss die Leckereien vom Rost. Der Grill selbst wird zum Prestigeobjekt, zum Statussymbol auf der Terrasse oder im Garten, wie es beim Hamburger Institut für Zukunftsfragen heisst. Hersteller in der Schweiz bestätigen den Trend: «Die Schweizer haben genug von Billiggeräten – der Grill steht heute für einen gewissen Lifestyle», sagt André Franz, Marketingleiter Barbecue bei Diethelm Keller Brands (DKB) in Zürich, zu 20 Minuten. Das Unternehmen ist mit seinen Marken Outdoorchef und Koenig in der Schweiz Marktführer bei Premium-Grills.

Ein Milliardenmarkt

Die Produzenten freuen sich über die gehobenen Ansprüche der Grill-Fans. Mit dem Grillieren werden mittlerweile Milliardenumsätze erwirtschaftet, rechnet das Kölner Institut für Handelsforschung vor: 1,16 Milliarden Euro soll das Geschäft rund ums Grillieren dieses Jahr in Deutschland einbringen.

Für die Schweiz liegen keine offiziellen Zahlen vor. Auch die Hersteller geben keine Umsatzzahlen bekannt. Auf Anfrage heisst es beim Schweizer Hersteller DKB lediglich: «Bei den High-End-Grillprodukten verzeichnen wir ein überproportionales Wachstum.» Zudem seien die Zuwachsraten beim Grill-Zubehör – seien das Gusseisenplatten, Pizzasteine oder Silikon-Formen für Desserts – «enorm».

«Schweizer lieben Premium»

Ein Grill als Statussymbol hat seinen Preis. Die teuersten Modelle der Marken Outdoorchef und Koenig kosten bis zu 2000 Franken. Dazu kommt bei einem Einkauf meist noch Zubehör im Wert von mehreren hundert Franken. Schweizer Konsumenten sind laut DKB-Marketingchef Franz bereit, solche Beträge zu zahlen: «Der Kunde hat erkannt, dass Qualität zwar ihren Preis hat.» Das spiegle sich aber auch im Grillresultat wider.

Tief in die Tasche greifen Grill-Fans auch für Produkte der Marke Weber Stephen. Ein Spitzenmodell des US-Grillgerätespezialists bringt es auf satte 7500 Euro. Der Schweizer Markt ist für das Unternehmen «sehr wichtig», sagt Hans Bauen, Geschäftsführer von Weber Schweiz. «Weber ist eine Premium-Marke – und Schweizer lieben Premium.»

Der Schweizer Ableger des Unternehmens verzeichnet jährliche Absatzsteigerungen von 15 bis 30 Prozent. Das liege auch daran, dass die Schweizer gezielt hochwertige Geräte und Zubehör anschaffen, so Bauen. «Wer einmal mit dem Grill-Virus infiziert wurde, geht immer einen Schritt weiter.» So werde in der Schweiz einiges mehr investiert als beispielsweise in Deutschland.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sarkater am 18.07.2014 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie früher

    Also ich gehe heute mit Freunden an die Aare "bräteln" ohne Krustentiere oder Kaviar. Auch den Champagner ersetzen wir mit ein paar kühlen Blondinen ^^ Da kann jeder noch so ambitionierte "Zuhausegrillierer" abstinken. Besonders Familien mit Kindern sollten das auch öfters tun.

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  • Kurt Stump am 18.07.2014 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Statussymbol?

    Das ist ja zum Lachen. Manche armen Teufel glauben, ein paar überteuerte Steaks, gerade aus Argentinien eingeflogen, ein "edler" Tropfen Wein, der nicht teuer genug sein kann, serviert in passenden Kristallgläsern und dazu ein hohles, oberflächliches Gespräch würden ihre Connections und Friendships auf ein anderes Niveau bringen. Oder ist alles nur purer Neid meinerseits, da ich nicht einmal einen einfachen Grill besitze, geschweige denn die richtigen Gläser für meinen Salice Salentino für CH 2.90.

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  • Franky am 18.07.2014 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Back to the Roots

    Der beste "Grill" ist immer noch der Selbst, aus Steinen zusammengebaute Kreis an einem Fluss. Holz wird gesammelt, dazu ein kühles Blondes und die Familie/Freunde. Sowas geht heute leider Verloren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • enzo ritter am 19.07.2014 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    logik

    haha teuren grill im garten haben wollen und dann wegen paar chf teueres fleisch ins deutsche fahren. die schweiz ist peinlich

  • Dr. Steak am 19.07.2014 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WURST UND BIER

    das wünsch ich mir

  • Oliver am 19.07.2014 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jetzt fehlen nur noch Premium Zutaten

    zum Premium Grill Was hier in der Schweiz an komplett überteuertem MÜLL zum Grillen verkauft wird ist beschämend. Letzten Sonderangebot beim Coop SchweineSCHULTER- Steaks mariniert für 15 Fr./kg... Sorry die SchweineSCHULTER gehört zum zähesten Stück am Schwein! das hole ich für 3.60 pro kg in Konstanz und mache Pulled Pork draus! da hole ich für 10 lieber SchweineFILET und Grill das am Stück Aber als normaler Schweizer ist man wohl gezwungen für MIST Premium Preise zu zahlen

  • Ueli am 19.07.2014 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Das finde ich super!

    Der beste Grill ist meines Erachtens ein offenes Feuer. Perfekt, wenn die Leute zu Hause grillen, dann haben wir mehr freie Grillplätze im Freien....

    • Naturmensch am 19.07.2014 18:59 Report Diesen Beitrag melden

      Jedem das Seine

      Meine Worte! Dem ist nichts mehr beizufügen.

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  • max am 19.07.2014 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau.

    Bei den Fleischpreisen da darfste am Grill natürlich nicht sparen. Am besten noch Premiumgas und die Abzocke ist perfekt.

    • Fred Feuerstein am 19.07.2014 19:03 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Abzocke

      Was heisst da Abzocke? Da muss nur mitmachen wer will. Es sind keine Steuern oder Krankenkassenbeträge die ich bezahlen muss. Feel the Differenz.

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