Glänzende Gewinne

16. Mai 2012 10:57; Akt: 16.05.2012 18:20 Print

Der Krise zum Trotz: Luxusgüter boomen

Während Normalsterbliche in zahlreichen Ländern unter staatlichen Sparprogrammen leiden, protzen die Reichen auf der ganzen Welt. Den Luxusgüterkonzern Richemont freuts.

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Richemont präsentiert hervorragende Zahlen für 2011/2012. (Bild: Keystone)

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Nicht nur Geiz, sondern auch Luxus ist geil: Die boomenden Verkäufe von teuren Uhren und Schmuck haben dem Genfer Luxusgüterkonzern Richemont B”rsenkurs im vergangenen Geschäftsjahr ein Glanzresultat beschert. Umsatz und Gewinne erreichten Spitzenwerte. Der Aktienkurs machte einen Freudensprung.

Der Umsatz legte im vergangenen Geschäftsjahr 2011/12 (per Ende März) um 29 Prozent auf 8,87 Mrd. Euro zu, der Betriebsgewinn gar um gut die Hälfte auf 2,04 Mrd. Euro. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen mit Marken wie beispielsweise Cartier, Montblanc, IWC oder Vacheron Constantin 1,54 Mrd. Euro. Das sind um 43 Prozent mehr als im Vorjahr.

Damit hat Richemont bei Umsatz und Betriebsgewinn neue Rekorde erzielt. Nur beim Reingewinn blieb die Gruppe etwas unter der Bestmarke von 1,57 Mrd. Euro aus dem Geschäftsjahr 2007/08. Damals stammte allerdings über ein Drittel des Gewinns aus der Beteiligung am Zigarettenkonzern British American Tobacco (BAT), die mittlerweile ausgelagert ist.

Man sei mit den Ergebnissen sehr zufrieden, teilte Richemont-Chef Johann Rupert am Mittwoch in einem Communiqué mit. In allen Segmenten und Weltregionen seien die Verkäufe stark gewachsen. Die Schmuck- und Uhrenmarken hätten Rekordumsätze und Gewinne eingefahren und dies trotz dem starken Franken und den steigenden Rohmaterialpreisen.

Erwartungen übertroffen

Die Erwartungen der Finanzgemeinde hat Richemont klar übertroffen. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem Umsatz von 8,6 Mrd. Euro und einem Reingewinn von 1,362 Mrd. Euro gerechnet.

Für ein Strahlen bei den Aktionären sorgte auch die Ankündigung einer Dividendenerhöhung um 22 Prozent und ein Aktienrückkaufprogramm. Börsianer sprachen laut der Nachrichtenagentur Reuters von einem Lichtblick im aktuell düsteren Umfeld.

An der Schweizer Börse notierte die Aktie bei Börsenschluss 8,1 Prozent höher auf 57,65 Franken. Richemont habe ein glanzvolles Resultat erzielt, urteilten die Analysten der Bank Notenstein gemäss der Nachrichtenagentur AWP. Erfreulich sei, dass Richemont rund um den Globus zugelegt habe. Sogar im von der Schuldenkrise geplagten Europa konnte die Gruppe den Umsatz kräftig um 17 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro steigern.

Kaum Bremsspuren durch Schuldenkrise

Die Verkäufe auf dem «Alten Kontinent» wurden durch Touristen aus aller Welt in die Höhe getrieben. Europa werde immer mehr zum Openair-Museum für reisende Chinesen, sagte Richemont-Chef Johann Rupert in einer Telefonkonferenz.

Die Schuldenkrise laste auf den Verkäufen in Südeuropa. Italien sei traditionellerweise ein grossartiger Markt für Luxusgüter, sagte Rupert. Seit allerdings die Regierung von Ministerpräsident Mario Monti in ihrer Jagd auf reiche Steuersünder Einkäufe mit Bargeld von über 1000 Euro verboten habe, dämpfe dies «la dolce vita» in Italien. Dagegen liefen in anderen europäischen Ländern die Geschäfte nach wie vor gut, insbesondere in Osteuropa und Russland.

Unangefochtener Spitzenreiter bleibt indes Asien mit einem Plus von 43 Prozent. In der wichtigsten Absatzregion würden Hongkong und China nochmals herausragen. Trotz der Befürchtungen um ein Nachlassen des chinesischen Konjunkturwachstums sei eine Abschwächung in China insgesamt nicht erkennbar, sagte Rupert. Auch die Robustheit Amerikas habe ihn überrascht.

Starker Start

Viel mehr will Richemont in das eigene Filialnetz investieren. Im neuen Jahr dürften weltweit rund 70 neue Markenshops eröffnet werden, erklärte Vize-Konzernchef Richard Lepeu. Dabei konzentriere man sich auf Wachstumsmärkte und Tourismus-Destinationen. Allerdings würden nicht nur in Asien neue Shops entstehen, sondern auch in Brasilien oder im mittleren Osten.

Der Start ins laufende Geschäftsjahr war stark. Im April lagen die Umsätze bereits um 29 Prozent über dem Vorjahresniveau. Insgesamt sei eine Abschwächung in Europa nicht erkennbar, sagte Rupert.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco Maurer am 16.05.2012 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Reiche für Reiche

    Luxusgüter werden von sehr reichen Menschen gekauft. Und ob diese die eine oder andere Million weniger auf dem Konto haben, hindert nicht am Konsumrausch. Damit profitieren die reichen Unternehmer von den reichen Prestigjägern und Angebern, also 1-max.5%. Die Löhne bei Richemont werden bestimmt nicht besser für die Normalangestellten.

  • Armin Odermatt am 16.05.2012 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Saus und Braus

    Für Luxus haben Geld!! Für Steuer und Miete scheinbar kein Geld!!! Ich verstehe nicht mehr. Saus und Braus leben.....

  • Peter am 16.05.2012 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krise? Nue im Mittelstand und drunter!!

    Die kleinen Leute und einfachen Arbeitnehmer werden immer mehr ausgebeutet während sich der Finanzielle Abstand zu Oberschicht immer weiter vergrössert. Die Krise gibts nur beim Otto-Normalcerdiener, besser verdienende fragen sich schon lange wo die Lrise ist.

    einklappen einklappen

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  • Marco Maurer am 16.05.2012 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Reiche für Reiche

    Luxusgüter werden von sehr reichen Menschen gekauft. Und ob diese die eine oder andere Million weniger auf dem Konto haben, hindert nicht am Konsumrausch. Damit profitieren die reichen Unternehmer von den reichen Prestigjägern und Angebern, also 1-max.5%. Die Löhne bei Richemont werden bestimmt nicht besser für die Normalangestellten.

  • Armin Odermatt am 16.05.2012 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Saus und Braus

    Für Luxus haben Geld!! Für Steuer und Miete scheinbar kein Geld!!! Ich verstehe nicht mehr. Saus und Braus leben.....

  • Peter am 16.05.2012 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krise? Nue im Mittelstand und drunter!!

    Die kleinen Leute und einfachen Arbeitnehmer werden immer mehr ausgebeutet während sich der Finanzielle Abstand zu Oberschicht immer weiter vergrössert. Die Krise gibts nur beim Otto-Normalcerdiener, besser verdienende fragen sich schon lange wo die Lrise ist.

    • Sepp am 16.05.2012 12:34 Report Diesen Beitrag melden

      stimmt, ist sogar offensichtlich

      schon mal aufgefallen, dass die krisen immer im November (lohnerhöhung...) kommen und dann darauf im März rekordzahlen angegeben werden ?

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  • Regi am 16.05.2012 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Des einen Freud....

    In unsicheren Zeiten wie dieser investieren Reiche halt vermehrt in beständige Güter wie eben Luxusuhren, Gemälde und sonstige Kunstgegenstände. Zudem scheint es einigen von ihnen besonderen Spass zu verschaffen, dem zunehmend verarmenden Rest der Welt ihren Wohlstand vorzuführen, denn jetzt können sie sich erst richtig davon abheben. Bedenklich und abstossend, dieses Abfeiern der Elite.