Neue Preispolitik

15. Dezember 2011 16:16; Akt: 15.12.2011 16:56 Print

Der Onlinekunde der Post fährt viel günstiger

Viele Dienstleistungen der Schweizerischen Post werden im nächsten Jahr teurer. Um die Kosten zu senken, empfielt es sich, die Geschäfte zukünftig übers Internet zu tätigen.

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Die Internetseite der Schweizer Post: Wer hier in Zukunft seine Geschäfte abwickelt, kann gegenüber dem Gang zum Schalter einiges einsparen. (Foto: Printscreen «Die Post»)

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Einzelne Dienstleistungen der Schweizerischen Post werden per 1. April 2012 teurer. Kunden müssen für eingeschriebene Sendungen neu 5 statt wie bisher 4 Franken bezahlen. Beim Postempfang wird künftig zwischen Internet- und Schalter-Kunden unterschieden.

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Von den Massnahmen verspricht sich die Post jährlich Mehreinnahmen von 60 Millionen Franken und damit eine Kostendeckung, wie Post-Mediensprecher Oliver Flüeler sagte. Denn die Anpassungen würden in den Bereichen erfolgen, in denen die Post «heute rote Zahlen» schreibt.

Günstiger im Internet

Darunter fallen die Nachsendeaufträge. Wer die Post bei einem Wohnungswechsel für die Dauer eines Jahres nachgeschickt bekommen will, muss derzeit 15 Franken berappen. Neu wird diese Dienstleistung am Schalter für 42 Franken angeboten und damit gemäss Post «aufwandgerechter gestaltet».

Postkunden können den Preis allerdings tief halten, wenn sie den Nachsendeauftrag elektronisch abwickeln. Die Nachsendung kostet dann nur 30 Franken. Die Post unterscheidet demnach neu zwischen einem «Preis am Schalter» und einem «Preis im Internet».

Diskriminierung von Schalterkunden

Wer die Post bei einer Ferienabwesenheit während zwei Wochen zurückbehalten will, zahlt dafür künftig neu 8 Franken statt 10 Franken - allerdings nur, wenn er dies im Internet veranlasst. Am Schalter werden für diese Dienstleistung in Zukunft neu 20 Franken berechnet.

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) kritisiert in einer Mitteilung vom Donnerstag, dass die Post «Zuschläge für die Bedienung am Schalter» erhebe. «Die SKS wehrt sich gegen eine solche Diskriminierung von Schalterkunden». Insbesondere ältere Menschen könne die Online-Abwicklung nicht zugemutet werden, schreibt die SKS weiter.

Nachnahmesendungen teurer

Ab 1. April führt die Post ausserdem eine neue Dienstleistung ein: Für den Aufpreis von 3.50 Franken können Privatkunden den Weg ihrer Sendung in Zukunft verfolgen, falls es sich dabei um einen A-Post-Brief handelt. Bisher war dies nur bei eingeschriebenen Briefen und bei Paketen möglich.

Nachnahmesendungen, die dem Empfänger nur gegen Bezahlung ausgehändigt werden, kosten ab kommendem April 23 Franken statt wie bisher 15 Franken. Ausserdem wird die Dienstleistung nur noch für eingeschriebene Sendungen angeboten.

Einzelne Preisanpassungen müssen gemäss Post noch vom Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) abgesegnet werden. Laut Sprecher Oliver Flüeler handelt es sich dabei um die Zusatzleistungen für Briefsendungen von weniger als 50 Gramm. Diese fallen in den Monopolbereich.

Nicht betroffen von den Preisanpassungen sind A- und B-Post- Sendungen sowie Inlandpakete.

Was halten Sie von der neuen Preispolitik der Post? Finden Sie es richtig, dass Internet-Kunden finanziell bevorzugt werden? Schreiben Sie uns im Talkback Ihre Meinung?

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Internet-User am 15.12.2011 21:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Personal kostet

    Ob es nun richtig oder falsch ist muss wohl jeder für sich entscheiden. Fakt ist dass Personal Kosten verursacht, egal ob am Schalter oder sonstwo, während das Internet gratis "arbeitet". Aus diesem Blickwinkel machen die Anpassungen sicherlich Sinn.

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  • Thomas Hinni am 15.12.2011 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Übertriebene Aufschläge...

    "Nachnahmesendungen, die dem Empfänger nur gegen Bezahlung ausgehändigt werden, kosten ab kommendem April 23 Franken statt wie bisher 15 Franken. Ausserdem wird die Dienstleistung nur noch für eingeschriebene Sendungen angeboten." Was heisst das? Die Nachnahmesendung wird 86.66% teurer weil zum Aufschlag von 15 Fr. auf 23 Fr. noch die Einschreibgebühr hinzukommt. Find ich etwas happig!

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  • Monika am 16.12.2011 05:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Post

    Eingeschriebene kosten doch jetzt schon 5.- Franken !!

Die neusten Leser-Kommentare

  • MyLy am 16.12.2011 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    "Auch mal die Fakten studieren"

    Die Kosten, die zum Beispiel im Zusammenhang mit den Nachsendeaufträgen entstehen, sind höher als die Einnahmen (vgl. Beispiel zum Wohnungswechsel). Bis anhin wurde den Kunden die Post, welche an die alte Adresse adressiert waren, für CHF 15.- /CHF 30.- ein ganzes Jahr per A-Post an die neue Adresse nachgesandt! Wenn man bedenkt, dass ein A-Post Brief CHF 1.- kostet... es liegt auf der Hand, dass diese Dienstleistung die Unkosten nicht deckt. Zudem erfolgte die letzte Preisanpassung vor 10 Jahren.

    • Gross am 17.12.2011 13:01 Report Diesen Beitrag melden

      ..genau!

      MyLy, da kann ich dir nur zustimmen. Ausserdem wissen viele Kunden nicht, welcher Aufwand dadurch entsteht. Sie wollen im Grunde nur, dass ihre Post am richtigen Ort zugestellt wird. Ob sie selber jedoch den Auftrag korrekt ausgefüllt haben oder ob eine solche Umleitung überhaupt möglich ist, darüber machen sie sich keine Gedanken. Für diese Ausbesserungen setzen für die gesamte Schweiz 365 Tage im Jahr viele Mitarbeiter alles daran, dass alles richtig kommt.

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  • J. Hüppi am 16.12.2011 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist völlig in Ordnung. Wer Schalterkosten verursacht, soll dafür bezahlen (Verursacherprinzip). Umgekehrt verursacht die Erledigung via Internet bei mir Aufwand und Kosten, für die die Post aufkommen soll. Ich habe über 10 Jahre in einem südl. EU- Land gelebt und weiss die Dienstleistungen unserer Post zu schätzen. An meinem früheren Wohnort (18'000 Einwohner) erhielten wir wochenlang keine Postzustellungen, wenn der Postbote krank oder verunfallt war. Auch Selbstabholung war nicht möglich. In der Schweiz wird gejammert auf höchster Stufe.

  • Marcel Bosshard am 16.12.2011 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Verursacherprinzip?

    Bin mit der Anwendung des Verursacherprinzips vollends einverstanden. Aber ein Manko hat das Ganze: Sog. Bareinzahlungsspesen (Bareinzahlung am Postschalter) werden nicht dem Verursacher (Einzahler) aufgebrummt, sondern dem Begünstigten! Selbst für ältere Kundinnen und Kunden ist es absolut zumutbar einmal monatlich die Einzahlungsscheine gesammelt an die Post oder Bank zu senden, damit diese in der Abt. 'Zahlungsverkehr' verarbeitet werden können. Nebeneffekt: Keine Bareinzahlungsspesen und ende Monat kürzere Warteschlangen in der Postfiliale!

  • Paul am 16.12.2011 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unerhört

    Die Aufschläge sind massiv und in keiner Weise gerechtfertigt. Stellen Sie sich vor die Löhne würden in diesem Verhältnis erhöht werden.

  • Yazz am 16.12.2011 07:53 Report Diesen Beitrag melden

    die liebe post!

    frechheit. was soll das??? das wird wieder entlassungen geben.......