Managerlöhne

22. Juni 2018 11:25; Akt: 22.06.2018 11:25 Print

Der Roche-Chef ist Europas Topverdiener

Von den fünf best verdienenden Managern Europas führen gleich drei einen Schweizer Konzern. Auch weil die Schweiz ein Vergütungsparadies sei, sagt ein Experte.

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Roche-Vorstandschef Severin Schwan hat seine Position als Top-Verdiener unter Europas führenden Managern behauptet. Der Österreicher stand im vergangenen Jahr mit einer Direktvergütung von 13,0 (2016: 13,2) Millionen Euro an der Spitze der Gehaltsrangliste der 73 wichtigsten Unternehmenslenker in Europa.

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Dies geht aus Berechnungen der Vergütungsberatungsfirma hkp hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlagen. Traditionell bezahlen Schweizer Konzerne ihre Chefs am besten: Mit UBS-Chef Sergio Ermotti (12,52 Millionen Euro) und Joseph Jimenez (10,7 Millionen) von Novartis liegen zwei weitere von ihnen auf den Rängen drei und fünf. «Die Schweiz ist das Vergütungsparadies in Europa», sagt hkp-Chef Michael Kramarsch.

Französische Konzerne zahlen am schlechtesten

Sein Unternehmen hat die Vergütungen bei den 73 Unternehmen in den führenden Börsenindizes Stoxx Europe 50 und Euro Stoxx 50 unter die Lupe genommen. Auf Platz zwei liegt der Brasilianer Carlos Brito (12,53 Millionen Euro) vom Brauereiriesen Anheuser-Busch InBev.

Der Spitzenreiter der Europa-Rangliste von 2015, Reckitt-Benckiser-Chef Rakesh Kapoor, lag zwei Jahre später mit 2,6 Millionen Euro auf dem siebtletzten Platz. Noch hinter ihm rangieren vier Lenker französischer Grosskonzerne, die im Schnitt traditionell am schlechtesten bezahlen. «Das liegt an den hohen Staatsbeteiligungen an vielen Unternehmen», erklärt Kramarsch.

Von einem anderen Stern

Im Vergleich zu ihren US-Kollegen müssen sich Konzernchefs in Europa immer noch bescheiden: Bestbezahlter Firmenchef in den USA war 2017 Walt-Disney-Chef Robert Iger, der bei dem Unterhaltungskonzern umgerechnet 28 Millionen Euro einstrich. «Die USA sind immer noch von einem anderen Vergütungs-Stern», sagt Kramarsch.

Allerdings schwanken die Gehälter dort deutlich stärker. Bekommen die Europäer im Schnitt gut ein Viertel ihrer Vergütung als festes Grundgehalt, bestehen die Vergütungen in den USA zu 90 Prozent aus Boni und Aktienoptionen.
Doch selbst das Schlusslicht der Rangliste in den USA, Apple-Chef Tim Cook (8 Millionen Euro), liegt noch über dem Schnitt der 15 Stoxx-Unternehmen aus Deutschland.

Managerlöhne bröckeln

Europaweit sind die Direktvergütungen der Konzernchefs im vergangenen Jahr im Schnitt um 2,7 Prozent gestiegen. Während die Durchschnittsgehälter in Deutschland seit 2015 um 14 Prozent wuchsen, bröckeln sie in Grossbritannien und der Schweiz ab.

«Die Kritik von Investoren an grossen Vergütungspaketen hat in Grossbritannien deutlich zugenommen», sagt Kramarsch. «Und wir sehen erste Wölkchen über dem Schweizer Paradies.»

Aussergewöhnlich hoch sind in der Schweiz weiterhin die Vergütungen der Verwaltungsratspräsidenten. Spitzenreiter ist Axel Weber von der UBS mit 5,1 Millionen Euro. Erklärt wird das meist damit, dass ihre Rolle im Gegensatz zu Deutschland als Vollzeitjob ausgelegt sei.

«Aber das kann nicht alles erklären», sagt hkp-Chef Kramarsch. Vielmehr sei das Vergütungsniveau ein Relikt aus der Zeit, als in der Schweiz das Amt des Konzernchefs und des Verwaltungsratspräsidenten meist in einer Hand lagen. «Über die Zeit wird das weniger werden.»

(kko/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jörg Hufschmid am 22.06.2018 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Gesundheitskosten steigen? Wieso denn?

    Man nehme die Managergehälter und addiere die Dividendenauszahlungen an die Aktionäre der Chemie, nimmt davon 20% zur Finanzierung der Gesundheitskosten und man hat das Problem der steigenden Kosten gelöst. Wo ist der Wille unserer Politiker?

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  • Maximus am 22.06.2018 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lohn auf kosten von ?

    ein System wo zu solche Löhne führt, ist ein fragwürdiges System und nicht zu vertrauen !

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  • FcSion am 22.06.2018 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ok

    Für was braucht man 13 mio im Jahr? Könnte bestimmt einigen Mitarbeitern was abgeben

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Die neusten Leser-Kommentare

  • El Barto am 25.06.2018 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja....

    Wenn ein HIV-Medikament über 1000 Franken kostet und wegen des Geldes mit Leben gespielt wird. Hut ab vor dieser Leistung, wirklich!

  • Babsi St am 25.06.2018 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da bleibt einem der Mund offen

    Wenn ich diesen Lohn sehe weiss ich warum die Angestellten in den niedrigen Positionen so um Ihren Lohn kämpfen müssen. Es ist schon sehr traurig das unten süsse 0.75% Lohnerhöhung gezahlt werden und putzige Boni ausbezahlt werden während der oberste Boss im Geld schwimmt. Er darf gern mal mit einem solchen Lohn auskommen wir hier viele Angestellte

  • Thomas am 25.06.2018 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vergleich

    Ich versteh nicht wo das Problem liegt.. ich finde ein CEO wie Severine Schwan hat mehr verantwortung wie ein Fussballer der um einiges mehr kassiert.. Zum Vergleich: unser Nati Coach verdient 1 mio im Jahr.. und was macht er genau für das Geld???

  • Kritiker S. am 25.06.2018 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht jammern

    Fast jeder, der regelmässig Medikamente einschmeissen muss wegen Bluthochdruck, Diabetes, Herz, usw. oder vielmals auch Chemos sind selber schuld. Ernährt Euch gesund (Biogemüse, Biofrüchte, Vollkorn), raucht nicht und macht regelmässig Sport. Und die Gesundheitskosten werden sinken und der Umsatz von Roche einbrechen. Wir sind selbst daran schuld, dass die sich dumm und dämlich verdienen.

  • Quasimodo am 22.06.2018 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unternehmer die keine sind

    Wer 1500CHF Stundenlohn hat ob er arbeitet oder Schläft der muss schon ein Übermensch sein.