Nach dem Crash

09. März 2011 19:07; Akt: 09.03.2011 19:08 Print

Der SMI ist wieder voll in Fahrt

von Gérard Moinat - Genau zwei Jahre ist es her, als der Swiss Market Index SMI im Strudel der Finanzkrise auf den tiefsten Stand seit 2003 zurückfiel. Doch mittlerweile geht es wieder deutlich aufwärts.

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Hat wieder Oberwasser: Der SMI. (Bild: Keystone)

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Der SMI-Tiefstand während der Subprime-Krise jährt sich am 9. März zum zweiten Mal. Damals sank der Index im Banne der Finanzkrise auf 4235 Punkte, dem tiefsten Stand seit Anfang 2003.

Seither legte der SMI eine eindrückliche Aufholjagd hin und liegt heute mit fast 6500 Punkten mehr als 50 Prozent über dem damaligen Tiefststand. Den 20 im SMI vertretenen Unternehmen geht es heute wieder deutlich besser als noch vor zwei Jahren.

20 Minuten Online wertete aus, welche SMI-Aktien sich seit dem Tiefstand am besten entwickelt haben (siehe Tabelle). Dabei zeigte sich: Besonders Swiss Re, Richemont und Swatch halfen dem Index wieder auf die Beine — nicht von ungefähr drei Titel, die unter der Finanzkrise besonders stark gelitten hatten.

Swiss Re: Aktie mehr als vervierfacht

Einen respektablen Kurssprung von mehr als 359 Prozent kann die Aktie der Swiss Re seit dem 9. März 2009 vorweisen. Vor zwei Jahren war der Titel des Rückversicherers nur mehr 12 Franken wert, heute mehr als 55 Franken. Die Swiss Re war eine jener Firmen, die vor zwei Jahren arg unter der Finanzkrise litten. Wegen seiner misslungenen Investmentstrategie musste der Konzern 2008 einen Verlust von 864 Millionen Franken verbuchen.

Nun ist das Unternehmen wieder auf dem Damm und erzielte 2010 einen Gewinn von über 800 Millionen Franken. Auch Richemont erlebte vor zwei Jahren stürmische Zeiten: Die Nachfrage nach Luxusgütern brach mit der Finanzkrise weg und Richemonts Profitabilität schrumpfte alleine in der zweiten Jahreshälfte 2008 um 39 Prozent. Der Grosskonzern sah sich deshalb vor zwei Jahren gezwungen, im Neuenburger Jura knapp 100 Stellen zu streichen.

Zurzeit boomt das Geschäft mit dem Luxus wieder, und das Unternehmen will sein Personal in der Schweiz wieder aufstocken. Auch der Aktienwert legte um über 275 Prozent zu. Ähnlich erging es dem Uhrenhersteller Swatch. Zu Beginn der Finanzkrise brach der Titel um gut die Hälfte ein, weil die Schweizer Uhrenexporte empfindliche Rückschläge verzeichneten. Für das Geschäftsjahr 2010 präsentierte der weltgrösste Uhrenkonzern nun erstmals einen Reingewinn in Milliardenhöhe. Das schlägt sich auf den Kurs nieder: Ein Plus 226 Prozent weist Swatch in nur zwei Jahren vor.

Auch die Grossbanken laufen wieder

Auch die Grossbanken UBS und Credit Suisse gerieten in der Finanzkrise arg ins Strudeln und schrieben 2008 zusammen einen Verlust von fast 30 Milliarden Franken. Im Jahr 2010 hingegen schrieben die beiden wieder Milliardengewinne. Ein Plus von 112 Prozent kann deshalb die UBS-Aktie verzeichnen. Und über 80 Prozent Plus legte auch die CS auf Börsenparkett.

Doch nicht nur die Unternehmen, auch der Franken zeigt sich heute wieder deutlich stärker als noch vor zwei Jahren. Für den Euro waren damals noch 1.50 Franken fällig. Und auch der Dollar kostete mehr als 1.15 Franken. Heute schafft es der Euro kaum mehr über die 1.30 Franken-Grenze, und auch der Dollar hat mit einem Kurs unter 95 Rappen schon bessere Zeiten gesehen.

SMI-Top-Performer seit dem 9. März 2009

PlatzTitelVeränderung in %
1.Swiss Re+359.5
2.Richemont+275.6
3.Swatch+226.7
4.Holcim+130.8
5.UBS+112.4
6.Zurich+108.5
7.Adecco+101.7
8.Credit Suisse+80.1
9.ABB+63.7
10.Nestlé+46.1
11.SGS+44.6
12.Swisscom+28.9
13.Novartis+28.1
14.Syngenta+28
15.Julius Baer+8.4
16.Actelion+1
17.Roche-0.9
18.Synthes-2.8
19.Lonza-27.4

Quelle: Swissquote.ch; Angaben ohne Transocean und Swiss Life, da damals noch nicht bzw. heute nicht mehr im SMI