Zuwanderung

02. November 2016 09:23; Akt: 02.11.2016 12:37 Print

Der Schweiz fehlen 25'000 IT-Fachkräfte

Trotz deutlich mehr Ausbildungsplätzen und stark steigender Beschäftigungszahl kämpft die IT- und Telekombranche weiterhin gegen den Fachkräftemangel.

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Die Branche fordert eine Bildungsoffensive: Ansonsten sei der Fachkräftemangel in der IT-Branche nicht zu bewältigen. (Bild: Getty Images)

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Die fortschreitende Digitalisierung erfordert in den nächsten Jahren tausende ausgebildete Informatiker und Softwareentwickler auf dem Arbeitsmarkt. Der Verband ICT-Berufsbildung Schweiz schlägt nun Alarm: Es fehlten rund 25'000 Fachkräfte – Tendenz steigend.

Trotz deutlich mehr Ausbildungsplätzen und stetig stark steigender Beschäftigungszahl bleibe die Situation angespannt, schreibt die Branchenorganisation in einer Mitteilung vom Mittwoch. «Das ICT-Berufsfeld wächst doppelt so schnell wie das der Gesamtwirtschaft.» Die Zahl der Beschäftigten stieg seit 2013 um 13'000 auf 210'800 Personen.

Die aktuelle Studie des Berufsverbands prognostiziert bis ins Jahr 2024 einen Mangel an 25'000 Fachkräften. «Wollen wir weiter erfolgreich sein, müssen wir weiterhin in die berufliche Grundausbildung sowie in die Weiterbildung investieren und sind auf hoch qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen», bilanziert die Untersuchung. Besonders gefragt seien Führungskräfte und Softwareentwickler.

Politischer Unsicherheitsfaktor

Dieser Bedarf dürfte aber mit der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative schwierig zu decken sein. Deshalb könnte sich der zu erwartende Fachkräftemangel bis ins Jahr 2024 von 25'000 auf 35'000 Personen erhöhen.

«Die Erhöhung der Drittstaatenkontingente ist wichtig, in diesem Zusammenhang aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein», kommentiert der Branchenverband die Entwicklung. Eine Bildungsoffensive auf allen Stufen sei absolut notwendig.

In Ausbildung investieren

Geschehe dies nicht, müsse die Wirtschaft auf dem Gebiet der Informatik Quereinsteiger einsetzen oder Aufgaben ins Ausland verlagern. «Wachstumschancen könnten nicht genutzt werden.» Und dies in einer Branche, die nach eigenen Angaben einen grösseren Wertschöpfungsbeitrag leistet als die Pharma-, Detailhandels- oder Logistikbranche.

Ein Grund, auch vermehrt auf die Ausbildung zu setzen: Seit 2010 konnte die Zahl der Lehrstellen laut ICT-Berufsbildung Schweiz von 7200 auf fast 9200 erhöht werden. Zudem seien in den vergangenen Jahren bedarfsorientiert eidgenössische Berufsabschlüsse für die Nachqualifikation geschaffen worden, beispielsweise die Diplomprüfung für ICT-Manager.

Haben Sie Ihren Job in der IT-Branche bewusst aufgegeben? Erzählen Sie uns Ihre Geschichte.

(bee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ali mert am 02.11.2016 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    naja

    es hat viele informatiker, aber ihr wollt ja immer am besten jemanden der einen master hat und 25 ist.

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  • John Doe am 02.11.2016 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augenwischerei

    Seltsam: ich hab IT studiert und bin seit 30 Jahren erfolreich im Job und suche trotzdem seit 6 Monaten vergebens eine Stelle! Damit bin ich nicht allein. Ach ja sorry, ich bin Schweizer und über 50 und hätte gerne ein Gehalt das meinen Fähigleiten entspricht;und zwar in der Schweiz und nicht in Deutschland, Polen oder Indien.

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  • CH_BUERGER am 02.11.2016 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Pensionierte

    Frage: Weshalb bekommen dann langjährige, erfahrene aber bereits Pensionierte keine Anstellung mehr? Wäre dankbar für eine entsprechende Information.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nothelfer am 05.11.2016 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld

    Ha, Ha, soll ich jetzt mich jetzt wieder auf den Markt schmeissen? ich hatte das Tech. aus gesundheitlichen und familiären Gründen nicht abgeschossen und hatte trotzdem immer super Jobs, bis ich meinen letzten Arbeitgeber vor Gericht zehrte, bekam meinen Lohn nicht mehr! Das RAV büsste mich dann noch, weil ich nicht arbeiten ging. Tausende von Bewerbungen und wurde mit 55 fast nie zum Interview eingeladen. Ich weiss, dass wir mehrere tausend sind, welche sofort einspringen könnten. Bin dann vom RAV weg, habe für div kleine KMU individuelle Lösungen entwickelt und gebe die Schulungen selber.

  • Hummeli am 02.11.2016 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    85% Lanzeitarbeitslose IT's über 50

    Eine Statistik von 2015 sagt, dass bei den arbeitssuchenden Informatikern 85% der Langzeitarbeitslosen über 50 ist und das zeigt ganz klar das Problem auf: die wollen uns einfach nicht, weil wir angeblich zu teuer sind.... aber rumjammern, statt jemandem eine Chance zu geben, der Ü50 ist, das können diese intoleranten Arbeitgeber. Glauben die, dass man mit Ü50 nicht mehr am Puls der Zeit sei?

  • Realist am 02.11.2016 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Es herrscht Fachkräftemangel!

    Leider verwechseln viele hier Fachkräfte mit Büetzer, die vor 30 Jahren mal eine Lehre gemacht haben.

    • Peter von Salis am 02.11.2016 16:48 Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Sie sind wohl in der IT Branche und können dies beurteilen oder ist es einfach ein Gefühl.

    • Realist am 02.11.2016 16:53 Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Als EDV-Verantwortlicher für ca. 140 Mitarbeitern, kann ich das tatsächlich beurteilen - JA

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  • M. Bit am 02.11.2016 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    kein Fachkräftemangel

    Habe Bekannte, die Schweizer sind, mit Ausbildung und Erfahrung in IT und noch nicht 50, sie suchen schon mehrere Monate ohne Erfolg.

    • Realist am 02.11.2016 16:36 Report Diesen Beitrag melden

      Ich gehe mal davon aus

      Mit Ausbildung meinen Sie mindestens Wirtschaftsinformatiker. Denn etwa ab dann ist man eine Fachkraft.

    • pee steiner am 02.11.2016 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      aha ... und die "ab" wirtschaftsinformatiker kommen aus indien oder sind junge engländer, die für chf 4000 im monat bei uns einfachere it-jobs machen?

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  • Peter Müller am 02.11.2016 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Von 30 bis 45 ist nicht genug

    Einfache Rechnung. Firmen wollen 10 Jahre Erfahrung und mit 45 ist man zu Alt. Also kann man hier von 30 bis 45 erwerbstätig sein das ergibt 15 Jahre. Das dies der schweizer Markt nicht hergibt ist auch klar. Kranke gewinnoptimierte Welt ohne soziale Verantwortung.

    • Ein Schweizer am 02.11.2016 16:17 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn ich das nur lese

      Und was genau ausser Jammern haben sie denn für uns Schweizer geleistet? Welche soziale Verantwortung haben sie übernommen? Wie vielen Menschen geben sie Arbeit und einen guten Lohn?

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