«Frauenberufe» gefragt

11. Juli 2019 09:27; Akt: 11.07.2019 16:07 Print

Schweiz fehlen bald bis zu 500'000 Arbeitskräfte

In den nächsten zehn Jahren nimmt der Mangel an Arbeitskräften massiv zu, so eine UBS-Studie. Sie nimmt die Männer in die Pflicht.

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Der Schweiz gehen die Arbeitskräfte aus. Wenn sich das Beschäftigungswachstum um 1 Prozent pro Jahr fortsetzt – so wie das seit 1960 der Fall ist – fehlen hierzulande in den nächsten zehn Jahren mehr als 300'000 Arbeitskräfte. Das schreibt die UBS in ihrer Studie «Outlook Schweiz».

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Die Situation könnte für die Unternehmen gar noch schlimmer werden. Denn bleibt die Nachfrage wie in den letzten 15 Jahren mit 1,3 Prozent pro Jahr weiterhin gleich hoch, rechnet die Grossbank gar mit mit einem Mangel von bis zu einer halben Million Arbeitskräften.

Frauen kommen schneller zum Job

Vom Mangel sind aber nicht alle Branchen bedroht. Sondern besonders der Gesundheits- und Pflegebereich. In der Industrie dagegen werden die Stellen stagnieren, schreibt die UBS in ihrem Bericht. Sie betont, dass Arbeitskräfte vor allem in Branchen fehlen werden, in denen heute überwiegend Frauen arbeiten.

Das hat Folgen bei der Jobsuche: Frauen dürften schneller eine neue Stelle finden als Männer. Für die UBS ist daher klar, dass ein Umdenken bei den Männern notwendig ist. «Männer werden in Zukunft vermehrt in ‹Frauenberufen› Fuss fassen müssen», so die Grossbank.

Babyboomer hinterlassen Lücke

Grund für den Mangel an Arbeitskräften ist unter anderem die Pensionierung der Babyboomer mit Jahrgängen zwischen 1945 und 1964. Der Wegfall der Babyboomer aus dem Arbeitsmarkt hinterlässt grosse Lücken. Wie in der Vergangenheit könne der zusätzliche Bedarf an Arbeitskräften vor allem durch eine hohe Einwanderung gedeckt werden.

Allerdings würde die Schweiz in den nächsten zehn Jahren jährlich eine Nettozuwanderung von über 100 000 Personen benötigen, um das jährliche Beschäftigungswachstum von einem Prozent auf dem Arbeitsmarkt decken zu können. Eine so hohe Zuwanderung dürfte aber wegen eines grossen politischen und gesellschaftlichen Widerstands unrealistisch sein. Daher dürfe die Einwanderung nicht die einzige Option zur Rekrutierung zusätzlicher Arbeitskräfte sein, folgert die UBS.

Grössere Beteiligung am Arbeitsmarkt

Die Grossbank sieht daher in einer grösseren Beteiligung am Arbeitsmarkt eine Teillösung. «Zwar beteiligen sich bereits 80 Prozent der Frauen am Arbeitsmarkt, allerdings arbeiten 45 Prozent davon Teilzeit. Insbesondere Frauen mit nicht mehr schulpflichtigen Kindern böte sich die Möglichkeit ihre Arbeitspensen zu erhöhen und sich damit stärker am Arbeitsmarkt zu beteiligen.»

Um den immer grösseren Bedarf an Arbeitskräften zu decken, müsse man auch ältere Arbeitskräfte integrieren. Im Fokus sind hier die rentennahen Jahrgänge, die in der Bevölkerung stark vertreten sind. Dennoch stellt die UBS klar: «Eine fixe Erhöhung des Rentenalters trägt jedoch dem Strukturwandel der Wirtschaft nicht Rechnung.» Denn: In vielen Branchen seien künftig nicht mehr Arbeitskräfte nötig.

Flexible Ausgestaltung des Rentenalters

Die UBS-Ökonomen sprechen sich daher für eine flexible Ausgestaltung des Rentenalters aus. «Es müssen Anreize geschaffen werden, damit in Branchen mit Arbeitskräftemangel Arbeitnehmende bereit sind, über das heute bestehende Rentenalter hinaus zu arbeiten.»


(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • exUBSler am 11.07.2019 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UBS

    Dann soll die UBS mit Beispiel vorangehen! Eine Entlassungswelle nach der anderen, Outsourcing nach Polen und aufgezwungene Frühpensionierungen mit 58! Ein Hohn, dass gerade dieses Unternehmen eine solche Studie publiziert.

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  • Greyghost am 11.07.2019 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seltsame Studie

    Seltsam weshalb haben wir dann so viele ü50 die keinen Job mehr finden?

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  • keve am 11.07.2019 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Wunder

    Bezahlt die Gesundheitsberufe angemessen und es werden auch wieder mehr dort arbeiten. Ich arbeite seit 13j in der Pflege, habe 3j Ausbildung gemacht und verdiene keine 5000.- daher muss man sich nicht fragen wieso ein fachpersonenmangel herrscht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 12.07.2019 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Genügend Leute

    Arbeitskräfte währen genug da. Die können nur nichts, oder wollen nicht.

    • werni am 12.07.2019 18:09 Report Diesen Beitrag melden

      Genügend Leute

      oder Firme wollen nicht normal Lohn bezahlen nur immer weniger und die Leute 200% belasten....mit arbeiten.

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  • Raphi am 12.07.2019 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wie wäre es mit fairen löhnen in pflege- und sozia

    Wen man anständig endlöhnt würde wäre in sozial- und pflegeberufe auch mehr tätig. Arbeite seit 12 jahren in der betreung. Aber frag mich gerade öb ich dies noch lange mache. Den für meine soziale erleuchtung brauch ich keinen job, auch wir gehen eigetlich arbeiten für das geld.

  • Floh am 12.07.2019 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rentenalter erhöhen wenn Arbeiter keine Nachteile

    ich bin 48zig, arbeite Teilzeit 60% und suche eine neue, anspruchsvolle Hersusforderung im kauf. Bereich. Ich habe Erfahrungen in der Geschäftsführung, als Filialleiterin und als Sachbearbeiterin. Ich bin Verantwortungsvoll und bin eine praktische Querdenkerin. Seit 2 Jahren suche ich eine neue Herausforderung, wobei mir die Rentenvorsorge wichtig ist, sowie das soziale Arbeitsumfeld und die anspruchsvolle Tätigkeit. Ich würde auch 100% arbeiten, wären die Arbeitszeiten flexibel und die Überstunden nicht enorm, da ich 2 Teenager zu Hause habe.. ich finde nichts, noch nicht mal als Sachbearbeiterin. Ich gehe davon aus, dass ich für viele Arbeitgeber einfach zu teuer bin. als ich unter 40zig war, wurde ich konstant von Mitbewerbern für einen Jobwechsel angefragt, jetzt nicht mehr..! Meiner Meinung nach sollte der Staat die Arbeitsdiskreminierung bei älteren Arbeiter angehen und den Arbeitgeber in den Sozialleistungen unterstützen, damit jeder der Ü40 ist, keine Nachteile für den Arbeitgeber mitbringt! Erst dann kann man über das Rentenalter diskutieren!

    • Mann am 12.07.2019 07:29 Report Diesen Beitrag melden

      Danke!

      Sie sehen die Probleme objektiv und sachlich und spielen mit Ihren Anliegen nicht die Geschlechter gegeneinander aus.

    • Petra am 12.07.2019 17:47 Report Diesen Beitrag melden

      @ Floh

      Machen Sie sich Selbständig. Gemäss Ihren Angaben haben Sie alle nötigen Fähigkeiten. Sie waren Geschäftsführerin und erhielten dadurch sicherlich auch ein solides Netzwerk. Und sie könnten, wer weiss nur Ü40 anstellen. Machen ist besser als fordern.

    • Michel am 12.07.2019 21:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Floh

      Meine Frau ist 50 und hat den Beruflichen wiedereinstieg vor 2 Jahren geschaft und das nach 17 Jahren nicht Erwerbstätigkeit, dafür Familienmanagement mit 2 Kids zu hause. Es war nicht einfach eine Stelle zu finden und ich habe ihr dabei geholfen. Aber den Lövenanteil hat Sie selbständig gemeistert, mit Einsatz, Mut auf Ferien verzichten und das wichtigste...Flexibilität! Seit einem Monat arbeitet Sie in einem neuen Job mit noch besseren Konditionen. Wir helfen uns gegenseitig und es geht immer besser, aber geschenkt erhalten wir beide nichts...

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  • Justus100 am 12.07.2019 05:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oje

    Suche zwei fachkräfte und erhalte keine zielgerichtete bewerbungen... muss nun auch im ausland inserieren

    • Gelernter mit HF und offen für Neues am 12.07.2019 05:56 Report Diesen Beitrag melden

      Was wollen wir wetten?

      Würde ich mich bei Ihnen bewerben, bekäme ich von Ihnen eine Absage.

    • Rohni7 am 12.07.2019 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Justus100

      @Justus Habe einen Lehrabschluss, Handelsschulabschluss, Verkauf-und Marketingausbildung, habe Personalgeführt, Abteilungen erfolgreich geleitet, beste Arbeitszeugnisse, das blöde leider 40 Jahre Berufserfahrung. Aber selbstverständlich sende ich ihnen gerne meine Bewerbung. Freue mich auf unser Bewerbungsgespräch.

    • Manuel deul am 12.07.2019 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Justus100

      Wir haben seit Jahren mehrere vakante Stellen. Wir erhalten Bewerbungen, allerdings nicht so viele und von 100 Bewerbern haben nur 3 das zwingend vorausgesetzte und auch so im Inserat beschriebene Profil. Die, die das Profil erfüllen werden zum Gespräch und Probearbeit eingeladen. Von dreien kommen nur zwei zum Gespräch und von 10, die am Gespräch waren nur noch 4 zur Probearbeit, von denen bekommt einer einen Vertrag und der erscheint dann nicht am 1. Arbeitstag. Eine Kontaktperson vom RAV erklärte mir, dass Phänomen heisse Ghosting und passiere täglich x mal. Die wollen gar nicht arbeiten.

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  • Mick Ganossa am 12.07.2019 02:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frauen an die Arbeit

    Bezahlte Familienberufe. Die Schweizer Frou stirbt aus und mutiert zum Neutrum. Geld Geld und nochmals Geld. Kein Wunder legt sich der Schweizermann eine frauliche Ausländerin zu und geniesst das Leben in der sozialen Hängematte

    • Realist am 12.07.2019 06:23 Report Diesen Beitrag melden

      Tja, die Damen haben halt hohe Ansprüche

      Haus, Kinder, Hund, Autos, Ferien, Handys, Bildung, Hobbys usw. unendlich... gibts nicht gratis.

    • Isa am 12.07.2019 07:52 Report Diesen Beitrag melden

      Dieser "Geschlechterkampf" nervt

      STOOOOP! "Die Damen"- das geht gar nicht. Bei uns ist es "der Mann", der weniger gut verzichten kann. Also hört mal auf mit dem Geschlechterkampf!!!!

    • Alice am 12.07.2019 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mick Ganossa

      Aber ihr wollt doch Geld als Rente, Kindergeld, gratis Schulen etc etc. Jemand muss das bezahlen und erarbeiten. Den Männern mit diesen Frauen wünsche ich viel Glück beim ausgenommen werden, oder haben sie das Gefühl dass eine 25 jährige Thai oder Russin aus reiner Liebe einen 50jährigen alten Bierbauch nimmt?

    • Monello am 12.07.2019 21:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Alice

      Wie dekadent und frustriert bist Du den? Du sollst nicht von deiner Mentalität auf andere schliessen. Schlussentlich habe Russinnen und Thai noch Werte, sind nicht so verwöhnt, materialistisch und gierig wie in dieser Gegend. Männer mit Bierbauch so herabzuschätzen zeigt was du bist...DIR würde ich keinen Job geben, da du nur unruhe stiften würdest!

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