Neue Doppelstockzüge

11. Mai 2010 18:03; Akt: 11.05.2010 18:03 Print

Der teuerste SBB-Auftrag aller Zeiten

Stadler Rail, Bombadier oder Siemens: Heute fällt die SBB den Entscheid, welche Doppelstockzüge ab 2013 durch die Schweiz brausen.

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2,1 Milliarden Franken: So viel lassen sich die SBB ihre 59 neuen, mit WLAN und Videoüberwachung ausgestatteten Doppelstockkompositionen kosten – es ist der grösste Auftrag in der Geschichte der Bundesbahnen. Die SBB-Konzernleitung entscheidet sehr wahrscheinlich noch heute Dienstag, ob Bombardier, Siemens oder eben doch der Schweizer Hersteller Stadler Rail aus Bussang TG zum Zug kommen (siehe Diashow).

Vier Jahre Testfahrten

Bereits ab 2013 sollen die neuen Züge zwischen Genf und St. Gallen verkehren. Ein neues Neigesystem - die so genannte Wankkompensation - soll den Doppelstöckern erlauben, in den Kurven schneller zu fahren und so die Reisezeit zwischen Bern-Lausanne und Zürich-St. Gallen auf jeweils unter eine Stunde zu drücken. Diese Technik ist für alle drei Zugbauer Neuland.

Der Zeitplan vom Auftrag bis zur ersten Inbetriebsetzung des neuen Superzuges ist äusserst eng gesteckt. Dies zeigt auch der Vergleich mit dem direkten Vorgängermodell, dem von den damaligen Schindler Waggons produzierten IC 2000 Doppelstöcker. Damals erteilten die SBB den Auftrag im Dezember 1993. 1997 erfolgte die erste Inbetriebsetzung. Vier Jahre brauchte die mittlerweile in Bombardier aufgegangene Firma, um die Wagen zur Marktreife zu bringen - ohne die jetzt geplante komplizierte Neigetechnik.

SBB-Sprecher Reto Kormann relativiert die Marschtabelle: «Vor 2017 dürfte die Wankkompensation kaum fahrplanmässig zum Einsatz kommen.» Nach der ersten Auslieferung 2013 werde die SBB die neue Technik erst einmal gründlich testen. Zudem seien zur vollen Entfaltung des Nutzens der Wankkompensation ohnehin auch infrastrukturelle Ausbauten notwendig.

Stadler Rail als Aussenseiter

Die drei Hersteller treiben die Entwicklung der Doppelstöcker-Züge mit Volldampf voran. Selbst für internationale Grosskonzerne wie Bombardier oder Siemens ist der 2,1 Milliarden-Auftrag eine grosse Sache. Laut der «SonntagsZeitung» haben diese Firmen die Nase im Bieterrennen vorn. Für Bombardier oder Siemens sprechen mehrere Gründe: Einerseits haben die beiden Unternehmen mehr Erfahrung im Bau von Fernverkehrszügen. Weiter können und wollen sich die SBB nicht mit Stadler Rail von einem einzigen Anbieter abhängig machen. Dies weil die SBB bereits Doppelstockzüge vom Typ Dosto bei Stadler für den Regionalverkehr bestellt haben.

Wer den Zuschlag erhalten hat, werden die SBB am Mittwochnachmittag an einer Pressekonferenz mitteilen. 20 Minuten Online ist für Sie vor Ort.

Was wünschen Sie sich für einen Zug? Schreiben Sie Ihre Meinung ins Talkback.

(am)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefano am 12.05.2010 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    THE BEST

    Ich hoffe nur, dass sich die SBB für den besten Anbieter entscheiden, unabhängig davon, ob die Firma den Sitz in der Schweiz hat oder nicht.. bitte macht ihr fertig mit so Bünzlizüg..

  • Thomas Brunner am 13.05.2010 00:29 Report Diesen Beitrag melden

    @ zugi fahrer

    Wer ist denn bitte "das Ausland". Alle 191 anderen Staaten UNO-Staaten? Das klingt mal wieder ziemlich nach Stammtisch. Die Schweiz ist wie kaum ein anderes Land von Exporten abhängig und wenn wir damit anfangen, dass nicht mehr das beste Angebot zum Zug kommt sondern das schweizerischste, dann werden wir am Ende nur verlieren. Stadler hat übrigens einen sehr grossen Anteil Aufträge aus dem Ausland (Helsinki, NSB, Arriva, Veolia, Westbahn, Algerien, CAP Metro um nur ein paar aktuelle zu nennen)

  • Graf Albert am 11.05.2010 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Frage !!!

    Ja SBB Braucht dringend Neues Rollmatrial.Europa hat es schon TGV ICE Spanien Italien Fahren 300 - 350 Km/h. Schon 1980 fuhr der TGV 270 Km/h Paris - Lyon.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Brunner am 13.05.2010 00:29 Report Diesen Beitrag melden

    @ zugi fahrer

    Wer ist denn bitte "das Ausland". Alle 191 anderen Staaten UNO-Staaten? Das klingt mal wieder ziemlich nach Stammtisch. Die Schweiz ist wie kaum ein anderes Land von Exporten abhängig und wenn wir damit anfangen, dass nicht mehr das beste Angebot zum Zug kommt sondern das schweizerischste, dann werden wir am Ende nur verlieren. Stadler hat übrigens einen sehr grossen Anteil Aufträge aus dem Ausland (Helsinki, NSB, Arriva, Veolia, Westbahn, Algerien, CAP Metro um nur ein paar aktuelle zu nennen)

  • Hans Meyer am 12.05.2010 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wetbewerb

    Der EU Raum braucht unterstützung und somit MUSS der Auftrag an Simens Deutschland gehen und keinesfalls an den Stadler!

  • zugi fahrer am 12.05.2010 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wettbewerb? witz ahoi

    Welcher Naivling glaubt an Wettbewerb? Das Ausland bevorteilt IMMER eigene Werke, und wir Schweizer täten gut daran das Gleiche zu tun. Der der am meisten Arbeitsplätze in der Schweiz garantiert soll den Auftrag haben.

  • interessierter Leser am 12.05.2010 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Zusammenarbeit mit Stadler Rail

    wäre wünschenswert, falls Stadler nicht den alleinigen Zuschlag bekommt.

  • Stefano am 12.05.2010 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    THE BEST

    Ich hoffe nur, dass sich die SBB für den besten Anbieter entscheiden, unabhängig davon, ob die Firma den Sitz in der Schweiz hat oder nicht.. bitte macht ihr fertig mit so Bünzlizüg..