Klimawandel

25. März 2011 17:26; Akt: 17.04.2011 12:50 Print

Des einen Leid, des anderen Freud

Steinschläge, Erdrutsche, Waldbrände und schmelzende Gletscher: Der Klimawandel wird den Schweizer Tourismusgebieten arg zusetzen. Aber nicht allen - im Gegenteil.

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Blick vom Bettmergrat ins Saastal.

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Das Saastal als Tourismusgebiet kann laut einer Studie von der Klimaerwärmung profitieren: Da die Schneesicherheit in tiefer gelegenen Gebieten abnimmt, wird sich der Wintertourismus auf höher gelegene Gebiete konzentrieren. Und im Sommer können die Leute dank der hohen Lage des Saastals von der angenehmen Bergfrische profitieren.

Als touristische Attraktion könnten sich künftig die neu gebildeten Gletscherseen etablieren, heisst es weiter. Und aufgrund der veränderten Temperaturen wird die Vegetationszone steigen, was wiederum eine erhöhte Produktivität in der Wald- und Landwirtschaft bedeuten wird.

Veränderte Niederschlagsmuster

Welche Chancen und Risiken birgt der Klimawandel für Tourismusgebiete im Wallis? Dieser Frage ist eine von rund zehn Institutionen in Auftrag gegebene Pilotstudie nachgegangen. Die Studie konzentrierte sich auf das Saastal VS mit seinen vier Gemeinden Saas-Fee, Saas-Almagell, Saas-Balen sowie Saas-Grund. Da die Alpen ein besonders sensibles Ökosystem sind, zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels stärker als in anderen Regionen, heisst es am Freitag in einem Communiqué.

So werde der Klimawandel bis ins Jahr 2050 «die Gefahren und Risiken für Siedlungen, Infrastrukturanlagen und Schutzwald erhöhen». Konkret werden sich die Niederschlagsmuster verändern, der Permafrost geht zurück, die Gletscher bilden sich zurück, der Wasserbedarf steigt mittel- bis langfristig und die Trockenheit nimmt zu, schreiben die Verantwortlichen.

Wald wird geschwächt

Diese Veränderungen bedeuteten für die Menschen erhöhte Gefahr unter anderem durch Steinschläge, Erdrutsche und Waldbrände. Die klimatischen Veränderungen schwächen zudem den einheimischen Wald, was sich wiederum negativ auf dessen Schutzleistung auswirken wird. Auch wächst die Gefahr von Waldbränden.

Finanziert wurde die Studie von mehreren Projektträgern, darunter die Gemeinden des Saastals, der Kanton Wallis, die Schweizer Berghilfe, der Schweizerische Versicherungsverband SVV und der WWF Schweiz. Laut Thomas Wirth vom WWF kostete die Studie rund 300 000 Franken.

(sda)