Wettbewerbskommission

06. April 2019 11:51; Akt: 08.04.2019 09:13 Print

Coop und Migros zeigen Visa und Mastercard an

Der Streit um die Gebühren von Kreditkarten flammt in der Schweiz erneut auf. Nun muss die Weko einschreiten.

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Der Verband Elektronischer Zahlungsverkehr (VEZ) der Schweiz, dem unter anderem Migros, Coop und Gastrosuisse angehören, hat bei der Wettbewerbskommission (Weko) eine Anzeige gegen Visa und Mastercard eingereicht. Grund sind die eingeführten Preiserhöhungen von Visa, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Denn die Gebühren, die Schweizer Händler an die Kreditkartenfirma bezahlen müssen, steigen deutlich, wenn Käufer ihre Karten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) nutzen.

Daher haben sich die Händler die neuen Tarife genauer angeschaut und dabei bemerkt, dass sich die Gebühren von Visa jenen von Mastercard angeglichen haben. Darauf folgte der Schluss, dass die beiden Unternehmen ihre marktbeherrschende Stellung ausnützen. Dies könnte dazu führen, dass Visa und Mastercard ihre Gebühren auch in Zukunft erhöhen werden.

Alter Streit wieder aufgeflammt

Heute werden Rund 12 Prozent aller Zahlungen in der Schweiz mit einer Karte aus dem EWR getätigt. Damit nimmt Visa pro Jahr rund 8 Millionen Franken ein. Gleichzeitig sind die Tarife für ausländische Kartenzahlungen in der EU gesunken, was sich nochmals negativ auf die Schweizer Händler auswirkt. Würden für die Schweiz ähnliche Tarife wie in der EU gelten, müssten die Händler hierzulande rund 100 Millionen Franken Gebühren weniger bezahlen, vermutet der VEZ.

Eigentlich hatte man sich schon vor mehr als vier Jahren auf einen Kompromiss geeinigt, dank dem die Kosten für das Bezahlen mit der Kreditkarte seit 2017 langsam gesunken sind. Die Anzeige der VEZ heizt nun diesen beinahe begrabenen Streit wieder von neuem auf.

(doz)