Iqbal Khan

22. September 2019 10:15; Akt: 23.09.2019 09:25 Print

CS liess Topbanker von Detektiven beschatten

Der einstige Vermögensverwalter der CS Iqbal Khan wurde von drei Männern verfolgt. Die Bank gibt nun zu, diese selbst angeheuert zu haben.

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Der einstige Chef der Vermögensverwaltung der Credit Suisse Iqbal Khan wechselt zur Konkurrenz UBS. Ein Grund für die ehemalige Arbeitgeberin CS nervös zu sein? Möglicherweise ja. Denn jetzt macht die Geschichte die Runde, dass Khan die letzten Wochen von drei Männern beschattet worden sei.

Nachdem Khan die Polizei alarmiert hatte, wurden die besagten drei Männer ausfindig gemacht und vorübergehend in Haft genommen. Ein Sprecher der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft bestätigte «Inside Paradeplatz» die Eröffnung eines Strafverfahrens wegen Nötigung und Drohung.

Gegenüber der Polizei hat die Credit Suisse gemäss «Sonntagszeitung »nun zugegeben, dass sie Khan beschatten liess. Auch die E-Mails des ehemaligen Vermögensverwalters seien geprüft worden, offenbar, um herauszufinden, ob Khan Personal für die UBS abwerben will. Ein Sprecher der Bank wollte sich gegenüber der Zeitung nicht weiter zu dem Vorfall äussern.

Vorteilhaft und höchst unüblich

Iqbal Khan hatte seinen Posten bei der CS im Juli 2019 gekündigt. Ende August wurde klar, dass er zur Konkurrenz UBS wechselt. Normalerweise besteht in einer hohen Position, wie sie Khan bei der CS innehatte, eine einjährige Kündigungsfrist und ein entsprechend langes Konkurrenzverbot. Dass Khan also schon im Oktober die Vermögensverwaltung der UBS übernimmt, ist höchst unüblich.

Darüber, wie der Abgang Khans genau ablief beziehungsweise welche Vereinbarungen und Übereinkünfte getroffen wurden, wird derzeit spekuliert. Wie die «Handelszeitung» schreibt, verlor Khan einen Teil seines Bonus, den aber die UBS übernommen hat.

Diese vorteilhafte Ausgangslage für Khan sei dann auch Ursprung eines wüsten Streits mit CS-Chef Tidjane Thiam gewesen. Verwaltungsratspäsident Urs Rohner hatte anschliessend laut Bericht einen vorteilhaften Austrittsvertrag für Khan verhandelt. Es wird vermutet, dass Khan etwas gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber in der Hand hat, was ihm diese Vorteile verschafft hat.

(kat)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nötli am 22.09.2019 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht vertrauenswürdig

    Das Konkurrenzverbot gilt natürlich nur für den einfachen Bürger, die Oberen hüpfen von einem Nest ins andere und wirbeln alles wieder auf, nicht immer zum Positiven!

  • Dave74 am 22.09.2019 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Tiere sind gleich

    Aha. Hier wird eine Anzeige wegen Nötigung und Drohung angenommen. Mal schauen was daraus wird, aber es ist auf alle Fälle interessant für den "normalen" Bürger.

  • A. Soists-Schweizer am 22.09.2019 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Könnte auch unter dem Titel....

    Sauhäfeli/Saudeckeli seine Wurzeln haben! Dass hier etwas sehr schief in der Bankenlandschaft steht, ist sehr wahrscheinlich! Wenn man bedenkt, dass den Banken Millionen/Milliarden Kunden-/Spargelder anvertraut wurden und BVG-Guthaben lagern (sollten!) kommen logischerweise schon Verdachtsmomente auf! Insbesondere dass die anvertrauten Gelder - ganz bewusst - mit Negativzinsen belastet werden! Zudem dass die Bankenheinis freie Hand haben mit den Kundengeldern zu spekulieren UND dabei nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind - und NICHT auf deren der Sparer und späteren BVG-Rentnern! Aufgepasst

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kadermannsfrau am 23.09.2019 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Die Realität übertrifft manchen Krimi.

    Auch ich könnte so manche wahre Geschichten erzählen. Früher glaubte ich, dass Krimis und Kriminalgeschichten Erfindungen des Autors seien. Ich wurde aber eines besseren belehrt, seit ich Banker kenne, die weltweit auf die Piste geschickt werden.

  • Sola am 23.09.2019 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Normal

    Die CS ist bunt. Es wundert mich nicht. Gehört dazu und ist nur die Spitze des Eisberges!

  • Peter Mümmelmann am 23.09.2019 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Verzweifelte Lage?

    Die UBS spielt wieder mal mit. Was bisher dem Iqbal nützte, nützt nun der UBS. Oder doch nicht? Nach der Mediendusche, könnte die UBS in ein schiefes Licht geraten. Ob die Kundenkartei des Iqbal, so viel wert ist/war? Poker, poker.

  • M. Z. am 22.09.2019 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Veraltetes Bankensystem

    Unser jetziges Bankensystem ist ein Überbleibsel aus dem industriellen Zeitalter und passt nicht mehr in diese digitale Zeit. Wir brauchen dieses System nicht mehr. Ich wünsche mir ein Geldsystem, welche menschenwürdige ist. Ein System für die Menschen. Ohne Ausbeutung und Versklafung. Die Zeit ist reif.

  • Daisydream am 22.09.2019 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich dreist

    Riecht schon ziemlich nach Erpressung. Aber beschatten und bedrohen, wenns denn so war, erinnert doch sehr an die Mafia. Tief sind unsere Banker gesunken.