Gericht erlaubt

03. Dezember 2013 19:14; Akt: 03.12.2013 19:28 Print

Detroit darf Pleite gehen

Ein Gericht erlaubte Detroit Insolvenz anzumelden. Die US-Stadt hatte dies im Juli beantragt. Rentner befürchten nun, einen Teil ihrer Rente zu verlieren.

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Madonna trat am 8. November 2012 in der Joe Louis Arena in Detroit auf. Während eines Besuchs vor kurzem beschloss sie, Aufbauprojekte in der Stadt zu unterstützen, um ihrer Heimatstadt wieder auf die Beine zu helfen. Madonna wuchs in Bay City im Staat Michigan und in der Detroiter Vorstadt Rochester Hills auf. «Ein Teil meines Herzens wird immer in Detroit sein», erklärte die mittlerweile 55-Jährige. Im Juni 2014 wird bekannt, dass Detroit säumigen Kunden das Wasser abstellt. Die Rechnung (Bild) beträgt im Schnitt rund 75 Dollar pro Monat, viel Geld für Bedürftige. Das sorgte für USA-weite Empörung - und für einen Rüffel der Uno. Die ist am Ende. Am 17. Juli 2013 musste der von der Stadtregierung eingesetzte Experte Kevin Orr die beantragen. Die Wirtschaft - vor allem die Automobilindustrie - wurde von der besonders hart getroffen. Das führte dazu, dass die ist wie im Rest der USA. Auch die . Seit Jahren gehört Detroit zu den gefährlichsten Städten der USA. Die Bewohner müssen im Schnitt fast eine Stunde warten, bis die kommt. Zum Verlgeich: Der Landesdurchschnitt beträgt elf Minuten. Wichtige . So blieben seit 2013 rund 40 Prozent der Strassenbeleuchtung dunkel. Rund . Etwa die ehemalige Anlage des Automobilherstellers Packard, der seinen Hauptsitz seit 1904 in Detroit hatte. Oder dieser Komplex, in dem einst ein Ableger des Automobilkonzerns General Motors zu finden war. Im Zug der Finanz- und Immobilienkrise . Ganze . Es sind richtige Geisterstadtteile. Die Bevölkerungszahl nahm ab, . Dabei war Detroit einst eine blühende Stadt. Dabei hatte alles so schön begonnen., führte die Fliessbandproduktion ein und zog Tausende Arbeitssuchenden nach Detroit. Auch - im Bild ein Pontiac GTO von 1968 - hatte seinen Sitz seit der Unternehmensgründung in Detroit. Bis in die Sechzigerjahre waren die Modelle der Big Three (Ford, General Motors und Chrysler) . Im Bild ein Ford Thunderbird von 1955. Berühmt ist die «Motor City» auch für das 1959 gegründete Musiklabel . Es vertrieb vor allem Künstler aus dem Bereich n R&B, Soul- und Pop-Musik. Zu ihm gehörten etwa die Jackson Five (vorne rechts ist Michael Jackson) ... ... Stevie Wonder (Bild von 1970) oder ... ... Diana Ross (r.) mit ihren Supremes. Noch in den Siebzigerjahren hatte Henry Ford II. (l.), Chef des Automobilunternehmens, gut lachen. Doch . Die Konkurrenz aus dem Ausland wurde stärker, die Innovationskraft der US-Firmen liess immer mehr zu wünschen übrig. Im Jahr 2009 wurde die General Motors Corporations aufgelöst und als General Motors Company neu gegründet. Es war eine Rettungsaktion auf Druck der US-Regierung. Die Automobilindustrie konnte gerettet werden. Doch Motor City hats nicht geschafft. Unzählige Häuser stehen zum Verkauf.

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Die Stadt Detroit darf Schulden in Milliardenhöhe durch eine geordnete Insolvenz abbauen. Ein US-Gericht genehmigte am Dienstag trotz vehementer Proteste von Gewerkschaften, Pensionskassen und Rentnern, die wie andere Gläubiger dadurch Geld verlieren könnten, eine sogenannte Insolvenz nach Chapter 9. In dem grössten Bankrottfall einer Stadt in der Geschichte der USA muss das einstige Zentrum der Autoindustrie nun einen Plan für die Insolvenz vorlegen.

Richter Steven Rhodes entschied nach neun Verhandlungstagen lediglich, dass Detroit die Vorgaben für eine Insolvenzverfahren erfüllt. Er machte damit grundsätzlich den Weg für die Stadt frei, den Abbau von 18 Milliarden Dollar (13,3 Milliarden Euro) an Schulden in die Tat umzusetzen.

Gewerkschaften, Rentner und Pensionskassen fürchten aber, dass sie durch den Insolvenzplan Milliarden verlieren könnten. Allein bei den Renten klafft laut der Stadtregierung ein Loch von 3,5 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro). Zudem stösst auch der mögliche Verkauf der Wasserwerke im Rahmen des Sanierungsplans auf Widerstand. Eine Anwältin der grössten Gewerkschaft der Stadt kündigte einen Einspruch gegen das Urteil vom Dienstag an.

Detroit, das seit Jahrzehnten mit dem Wegfall von Arbeitsplätzen und massiver Abwanderung seiner Bewohner zu kämpfen hat, beantragte im Juli die Insolvenz nach Chapter 9. Zuvor hatte die Stadt 40 Prozent aller Einnahmen für die Rückzahlung von Schulden aufgewendet. Die Stadt argumentierte in dem Verfahren, dass dies Zahl auf 65 Prozent steigen würde, wenn ihr die Insolvenz nicht ermöglicht würde, und dass dadurch zu wenig Geld für Polizei, Müllabfuhr oder Strassenbeleuchtung da sei.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ich möchte in Zukunft eine Rente - 31 J. am 03.12.2013 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    Alarmglocken

    Mein Beileid :( .... um so wichtiger das wir nun hier bei uns Ordnung schaffen so lange es noch nicht zu spät ist. Politik für das Volk und endlich ein Ende der schönfärberei, Märchenstunden sowie ver****** am Volk!

  • radikk am 03.12.2013 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ich verstehe es nicht...

    Kann mir bitte jemand erklären, wie man 18 Milliarden $ Schulden machen kann? Das kommt doch nicht einfach von Heute auf Morgen? Wir haben doch studierte Leute die sich mit solchen Aufgaben befassen sollten. Ich frage mich sowieso wir bei einer solchen Kriese alle verschuldet sind, das Geld hat meiner Meinung nach einen Umlauf und verpufft nicht einfach so. Ich kenne da eine Schutzmassnahme gegen Schulden: Gib weniger aus als du bekommst!

    einklappen einklappen
  • Renato Wyss am 03.12.2013 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Technik verschlafen

    "Good Night" Motor City, und das im Land der unbeschränkten Möglichkeiten!

Die neusten Leser-Kommentare

  • lalala am 04.12.2013 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    klassen gesellschaft

    in detroit entseht wieder eine klassen/rassen gesellschaft. es gibt wieder weisse siedlungen mit intakten schulen in denen nur weisse schüler die schulbank drücken.. und auf der anderen seite gibt es kaum motivation und die mittel um schulen für die ärmeren oftmals schwarze bevölkerung aufrecht zu erhalten.

  • S. Lutz am 04.12.2013 08:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unbegrenzte Möglichkeiten

    Man braucht eine erlaubnis, um kein Geld zu haben? Lol.

  • Musste Ja Kommen am 04.12.2013 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade für Detroit

    Arme Menschen dort. Der Staat pumpt Milliarden ins Ausland und in planlose Kriege und das eigene Land geht pleite. Suuper!:/

  • Ollie am 04.12.2013 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hört auf

    So tot ist Detroit gar nicht wie hier berichtet wird!

  • Stefan am 04.12.2013 07:53 Report Diesen Beitrag melden

    Nachhaltigkeit ist ein Fremdwort

    Detroit ist ein Beispiel für das Aussaugen, welches die Wirtschaft prägt. Bis zum letzten Tropfen die Gewinne abschöpfen, nichts investieren und dann verotten lassen. Detroit ist auch ein Beispiel für schlechte Politik. Nur an sich selber denken und dann klammheimlich sich davonschleichen.