Führungspositionen

31. Januar 2011 22:35; Akt: 31.01.2011 20:14 Print

Deutsche streiten um Frauenquote

In Deutschland tobt eine Debatte über eine Frauenquote in hohen Firmengremien. Auch in der Schweiz dürfte der Streit wieder aufflammen.

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Einig sind sich in Deutschland alle – jedoch nur ­darüber, dass in den Führungsetagen der Unternehmen zu wenig Frauen sitzen. Deshalb macht sich Arbeitsministerin Ursula von der Leyen nun für eine gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent stark. Die Parteien sind sich aber ­uneins.

Als Vorbild gilt Norwegen: Dort gilt seit 2003 eine Frauenquote von 40 Prozent in den Verwaltungsräten börsenkotierter Unternehmen. Ob Deutschland auch so weit gehen will, darüber scheiden sich die Geister. Die Grünen und die SPD wollen ebenfalls vier von zehn Sitzen in den Aufsichtsräten mit Frauen besetzen und dafür auch die Kinderbetreuung ausbauen. Dass von den 200 stärksten Unternehmen in Deutschland nur drei Prozent Führungspositionen mit Frauen besetzt hätten, nennt SPD-Vizechefin Manuela Schwesig «mittelalterlich». CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs entgegnet: «Ich halte nicht viel von Quoten. Die Qualifikation zählt.» Auch die FDP lehnt eine gesetzliche Frauenquote als staatlichen Eingriff kategorisch ab. Im März sitzt die Regierung nun mit Wirtschaftsvertretern zusammen. In wenigen Jahren könnte dann ein Gesetz in Kraft treten.

Bis dahin dürfte auch in der Schweiz die Debatte wieder aufflammen, sagt Sabine Schmelzer, Zent­ralpräsidentin der Business and Professional ­Women Switzerland. Sie plädiert für eine so genannte Anschubquote, die nur einige Jahre gelten soll: «Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich ohne eine ­Frauenquote nichts ändert.»

(Hal)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • T.G. am 01.02.2011 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Brauchen wir wirklich

    eine Quote? Müsste ich als Manager dann echt Frauen einstellen obwohl sie nicht qualifiziert genug sind? Macht das die Wirtschaft kaputt? Kann ich es mir Leisten dass ein Topkader in den Schwangerschaftsurlaub geht? Ich sehe an dieser Zwangsmassnahme nichts positives.

  • Jeannette am 01.02.2011 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen in die Führungsetage!

    Ich befürworte die Frauenqoute. Wie soll sich sonst etwas in dieser Männer dominierten Welt ändern? Es ist ein grosser Irrtum zu glaube, Frauen wollen nicht in die Führungsetage und Verantwortung übernehmen und möchten eigentlich viel lieber die 'klassische' Rolle der Hausfrau und Mutter ausüben! Nur leider fehlt es in vielen Bereichen an Unterstützung für die Frauen! Man denke nur an die Kinderbetreuungsmöglichkeiten! Da sind uns andere Länder weit voraus.. Es wäre sehr schade, wenn dieses Potenzial weiterhin ungenutzt bliebe!

  • Sven E. am 01.02.2011 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Auch in Afrika

    werden Führungsetagen seit längerem nach genetischen Mustern belegt; dort geht's um schwarz/weiss, hier um Östrogen/Testosteron. Die Folge wird hier aber dieselbe sein: Wo nicht Leistung, sondern Quote zählt, sinkt die Qualität.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Böse Verkäuferin am 10.02.2011 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    wie bei Lolipop

    Gefeierte Unternehmerinnen die nur Frauen einstellen (wofür man Männer die nur Männer einstellen geköpfen würde)aber einen Lageristen zu schleppen finden sie in Ordnung und dafür werden sie von allen Seiten gelobt. Wenn Frauen Frauen schlecht bezahlen sind sie Supermanagerinnen.

  • Bauleiter am 10.02.2011 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Lohngleichheit

    Alle Damen die mit mir Bauing geworden sind arbeiten 40h in der Verwaltung. Ich stehe bei -20 bis +40 draussen bei Wind und Wetter arbeite fern von zu Haus meist 45-50h plus Fahrt. Und das meinen sie sei der gleiche Job weil wir das gleiche studiert haben. Das sehe ich nicht so.

  • Querulant am 10.02.2011 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Unternehmen mit Frauen in der Spitze

    laufen besser. Wer hat das geprüft? Alice Schwarzer und wenn woran?

  • Tobi am 10.02.2011 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Chefs sind nur BWL und Juristen

    und haben weder von den Verfahren noch von den Produkten eine Ahnung. Schlechter können es Frauen frisch vom Studium und mit der Berufserfahrung von 10 Jahren Kinderbetreuung auch nicht. Leider werden unsere Chefs nie für den Mist den sie verzapfen bestraft. Wir fliegen raus, sie bekommen Abfindung.

  • Maurer am 10.02.2011 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Für Kolleginnen ist meine Arbeit

    Zu schwer und zu dreckig, als Polier kann sie nicht weil sie nie im Beruf gearbeitet hat, Bauleiter wollen sie nicht wegen des Stresses und den verschwitzen Männern Und woher sollen sie dann Berufserfahrung haben um in der Führungsetage zu sitzen?