Schland, oh Schland!

27. September 2012 07:18; Akt: 03.10.2012 15:55 Print

Deutscher Tourismus boomt dank Schweizern

von Sabina Sturzenegger - Die Schweiz und Deutschland: Diese Liebe wird immer heftiger. Während die Deutschen gern bei uns arbeiten, gehen immer mehr Schweizer nach Deutschland in die Ferien.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wenn das so weitergeht, ist Deutschland bald das beliebteste Reiseland der Schweizer: Auch im laufenden Jahr haben die Eidgenossen bereits zu Tausenden Ferien in unserem Nachbarland gebucht – und sie werden es weiter tun.

Umfrage
Wie finden Sie Deutschland als Feriendestination?
65 %
30 %
5 %
Insgesamt 1214 Teilnehmer

Die aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen: Mit 1,4 Millionen Ankünften zwischen Januar und Juli 2012 liegen die Schweizer Gäste in Deutschland auf Platz zwei der Übernachtungsstatistik. Rang eins mit 2,4 Millionen Ankünften belegt die Niederlande. Auf dem dritten Platz sind die Vereinigten Staaten mit 1,3 Millionen Ankünften. Bereits bei der letzten Erhebung im Mai konnten die Schweizer Gäste in Deutschland die US-Amerikaner überholen.

Am stärksten wachsende Gästegruppe

Sogar an der Spitze liegen die Schweizer Gäste in Deutschland, wenn man ihre Zuwachsraten betrachtet: Unter den europäischen Nationen sind sie mit 10,5 Prozent die am stärksten wachsende Gästegruppe. Dänemark (plus 10,4 Prozent), die USA (plus 7 Prozent) sowie Frankreich (plus 5,5 Prozent) lassen die Schweizer hinter sich.

Diese Zahlen liegen deutlich über den Erwartungen. Das bestätigt Harald Henning, Leiter der Deutschen Zentrale für Tourismus in Zürich. Der Tourismusfachmann ist zudem überzeugt, dass dieser Trend weitergeht: «Auch 2012 wird es ein Rekordjahr geben, was die Zahl der Schweizer Gäste in Deutschland angeht.»

Viele kommen immer wieder

Viele Schweizer hätten Deutschland als Ferienland erst in den letzten Jahren richtig entdeckt und würden immer wieder zurückkehren, erklärt Henning. «Die Nordsee und die Ostsee sind zu einem beliebten Meeresreiseziel für die Schweizer geworden», erklärt er, und fügt scherzend an: «Auf Sylt und in Hamburg hört man ja nur noch das sympathische Schweizerdeutsch.»

Auch von den zahlreichen Wellnessangeboten und den Möglichkeiten für Shopping machten die Schweizer Touristen in Deutschland gerne Gebrauch. Ausschlaggebend sei neben dem günstigen und stabilen Euro-Franken-Kurs auch der Service und die generell gute Qualität bei unserem nördlichen Nachbarn. «Die Hotelinfrastruktur hat sich zudem insgesamt stark verbessert», sagt Henning.

Der «Verdacht», dass diejenigen Deutschen, die in der Schweiz arbeiten, die Zahlen in die Höhe treiben, sei aber unbegründet: «Wer hier arbeitet, besucht normalerweise seine Freunde und Familie in Deutschland und erscheint nicht in der Übernachtungsstatistik», sagt Henning zur Begründung.

Auch in Österreich läuft's rund

Nicht nur die Gäste aus der Schweiz haben in den letzten sieben Monaten dem deutschen Tourismus glänzende Zahlen beschert: So verbrachten insgesamt 17,2 Millionen ausländische Gäste mindestens eine Nacht in einem deutschen Beherbergungsbetrieb. Das sind 7,7 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des letzten Jahres.

Auch Österreich kennt das touristische Jammertal, das die Schweiz zurzeit durchschreitet, nicht: Von Januar bis Juni 2012 verzeichneten unsere östlichern Nachbarn laut Österreich Tourismus einen Zuwachs von 5,1 Prozent bei den Ankünften. Auch hier spielen die Gäste aus der Schweiz eine wichtige Rolle: Sie legten um 12 Prozent zu.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Ausgewählte Leser-Kommentare

Logisch ist das so! liegt nicht nur an den günstigen Preisen sondern vielmehr daran, dass Deutschland alles zu bieten hat. Von Bergen über Meer Superschöne Inseln, Wälder bis hin zu den schönsten Seenlandschaften weit und breit. Was will man mehr. Finde es extrem schade, dass es so viele Schweizer gibt die so extrem negativ den deutschen bzw. Deutschland eingestellt sind und auf anfrage warum das denn so sei keinerlei Antwort parat haben. Aber schön, dann haben wir hier im Schönen Deutschland mehr Platz für uns:-) – Peter Müller

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R. Eiser am 27.09.2012 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    Logo

    Wir machen regelmässig Wellness-Urlaub in Deutschland. Das Preis-Leistungsverhältnis ist wesentlich besser als in der Schweiz und nicht nur dank Euro-Kurs! Das Gleilche gilt für die Deutschen, die in der Schweiz arbeiten. Hier sind die Löhne wesentlich höher und die ganzen Abgaben tiefer.

    einklappen einklappen
  • Claste am 27.09.2012 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Hotelerie / Gastronomie soll von Nachbar

    Wer in der Schweiz Ferien macht ist selber schuld. In allen umliegenden Nachbarländern bekommt man einen deutlich besseren und freundlicheren Service, viel modernere Hotels und insgesamt einfach mehr für sein Geld. Hat man es erst einmal ausprobiert, dann will man einfach keine Ferien mehr in der Schweiz machen. Unsere 3-4 Sternehotels sollten endlich mal ihre Häuser renovieren und die Gastronomie ihre Preise vernünftiger gestalten, dann würde ich auch wieder mehr als ein Weekend in der schönen Schweiz verbringen.

    einklappen einklappen
  • Peter Müller am 27.09.2012 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Na Klar

    Logisch ist das so! liegt nicht nur an den günstigen Preisen sondern vielmehr daran, dass Deutschland alles zu bieten hat. Von Bergen über Meer Superschöne Inseln, Wälder bis hin zu den schönsten Seenlandschaften weit und breit. Was will man mehr. Finde es extrem schade, dass es so viele Schweizer gibt die so extrem negativ den deutschen bzw. Deutschland eingestellt sind und auf anfrage warum das denn so sei keinerlei Antwort parat haben. Aber schön, dann haben wir hier im Schönen Deutschland mehr Platz für uns:-)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Francesco am 27.09.2012 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Deutsche

    Ich habe absolut nichts gegen euch persönlich, was jedoch nervt ist die Wirtschaftsflucht im grossen Stil. Es ist schon befremdlich wenn man innerhalb weniger Monate in seinem eigenen Wohnquartier oder am Arbeitsplatz nur noch selten verstanden wird, wenn man in seiner Muttersprache redet. Man fühlt sich plötzlich fremd in seiner Heimat und das nervt wirklich. Wirtschaftswachstum ist ja schön und gut, aber die Lebensqualität muss halt auch stimmen.

    • Verliere den Verstand am 30.09.2012 09:02 Report Diesen Beitrag melden

      Muttersprache?!

      Francesco ... hört sich doch italienisch an, oder? Was ist denn deine Muttersprache???

    einklappen einklappen
  • Schweizerin am 27.09.2012 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sylt

    Liebe Redaktion! Ich war im Juli für 2 Wochen in Sylt u. habe 2 mal in Westerland Schwitzerdütsch gehört. Die meisten dachten wir kommen aus Bayern oder aus dem Schwarzwald. ;-)

  • Pedro am 27.09.2012 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Deutschland auch hier

    Warum nach Deutschland, hier ist doch auch alles voller Deutscher ;-)

  • Christian am 27.09.2012 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm...

    Das sind also Kommentare von zivilisierten Leuten aus zivilisierten Ländern, die sich ständig fragen, warum es in anderen Ländern Kriege, Bürgerkriege gibt und warum man nicht friedlich, tolerant miteinander umgehen kann...

  • ulle d. am 27.09.2012 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen in D

    ...und das beste, WIR sind in Deutschland Willkommen, nicht nur wegen unseren Devisen. sondern weil unserem Land trotz allem steuerstreit eine Sympathie entgegengebracht wird. scheinbar können die deutschen unterscheiden, was man bei den vielen antideutschen Stimmungen hier zu lande von uns nicht sagen kann. traurig und peinlich zugleich, denn verbinden tut uns eigentlich durchaus mehr als nur die Sprache und wertekultur...